BGH-Urteil Bei Horror-Urlaub Geld zurück


Urlauber können nach einem Beinahe-Absturz ihres Flugzeuges vom Reisveranstalter unter Umständen den gesamten Reisepreis zurück verlangen. So ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs.

Nach dem am Dienstag verkündeten Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) können Urlauber in solchen Fällen grundsätzlich ihr Geld zurückfordern, die Minderung der Reisekosten sei nicht allein auf den Rückreisetag beschränkt.

Ein Ehepaar hatte eine Flugreise in die Türkei gebucht. Beim Rückflug aus Antalya musste das Charterflugzeug wegen schwerer technischer Defekte in Istanbul notlanden. Nach Angaben der Passagiere schwankte die Maschine bereits in der Luft und ein Teil der Innenverkleidung löste sich. Ein anderes Flugzeug brachte die Urlauber schließlich nach Köln/Bonn zurück.

DPA/AP

Die Eheleute verlangten den gesamten Reisepreis zurück. Sie machten geltend, dass sie Todesangst ausgestanden hätten und durch den Beinahe-Absturz die gesamte Reise keinen Erholungswert mehr gehabt habe. Das Amtsgericht und das Landgericht Duisburg sprachen den Urlaubern nur 280 Euro für den letzten Urlaubstag als Preisminderung zu. Denn außer dem Rückflug sei die gesamte Reise ohne Beanstandungen verlaufen. Nach dem Gesetz über Reisemängel könne der Preis nur für die Dauer des Mangels gemindert werden.

Der BGH hob dieses Urteil jetzt in letzter Instanz auf. Wenn schwere Mängel erst bei der Rückreise aufträten, sei die Minderung nicht zwingend auf den Rückreisetag beschränkt. Bei traumatischen Erlebnisses komme eine Minderung in Höhe des gesamten Reisepreises in betracht. Das Landgericht Duisburg muss die Schwere des Zwischenfalls und die psychischen Folgen der Notlandung aber erst feststellen, was bisher unterblieben war. Deshalb wurde der Fall zurückverwiesen.


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