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Konsequente Behörden US-Amerikaner fliegen mit Privatjet nach Sardinien – und müssen umkehren

Mit einem Privatjet flog eine Reisegruppe aus den USA nach Sardinien - doch einreisen durfte sie nicht 
Mit einem Privatjet flog eine Reisegruppe aus den USA nach Sardinien - doch einreisen durfte sie nicht 
© Embraer/hand Out / Picture Alliance
Strahlende Sonne, azurblaues Meer und italienische Küche: Dafür flog eine Reisegruppe aus Boston nach Sardinien mit einem Privatjet. Doch die Behörden ließen sie nicht einreisen – aus gutem Grund.

Corona? Reisebeschränkungen? Zwei Wörter, denen fünf US-Amerikaner und ihr Reisebegleiter wohl bis vor kurzem noch keine große Bedeutung beigemessen haben. Mit einem Privatjet düste die elf-köpfige Reisegruppe von Colorado nach Sardinien, um dort die italienische Sonne zu genießen. Doch als der Jet am frühen Mittwochmorgen am Flughafen von Cagliari ankam, erlebten sie eine böse Überraschung. Die italienischen Behörden weigerten sich, die Reisenden ins Land zu lassen. 

Anfang dieser Woche hatte die Europäische Union beschlossen, die in der Coronakrise eingeführten Einreisebeschränkungen für die USA über den 1. Juli hinaus aufrechterhalten. Der Grund: Reisende aus stark von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern sollen die Pandemie-Eindämmung in Europa nicht gefährden. Nach Daten der EU-Gesundheitsbehörde ECDC wurden in den USA in den vergangenen 14 Tagen 120 oder mehr Fälle pro 100.000 Einwohner gemeldet. Für die EU gehören die USA damit zu den Risikogebieten.

Nach 14 Stunden hebt der Jet wieder ab 

Von dieser Entscheidung hatte die Reisegesellschaft aber wohl nichts gehört oder angenommen, man werde für sie eine Ausnahme machen. Man habe versucht, eine Lösung für die Reisenden aus den USA zu finden, doch an dem neuen Dekret, das am Dienstag in Kraft getreten ist, führte kein Weg vorbei, erklärte ein Polizeisprecher gegenüber CNN. 

Nach ungefähr 14 Stunden am Boden beschloss schließlich die Reisegruppe, Cagliari noch am selben Tag mit ihrem Jet zu verlassen und ins britische Birmingham zu fliegen. Ob die Reisenden vorgehabt haben, im Vereinigten Königreich von Bord zu gehen, wusste die italienische Polizei nicht zu sagen. In Großbritannien müssen sich US-Reisende 14 Tage lang in Quarantäne begeben. Außer den fünf US-Bürgern befanden sich auch Reisende aus Neuseeland, Großbritannien, Deutschland und Italien an Bord.

Bereits im April hatte eine reiche Männerclique für Schlagzeilen gesorgt, als sie von London nach Marseille mit einem Privatflieger jettete. In Begleitung von einigen Escort-Girls machte sich damals die Truppe auf den Weg in die Sonne – und das trotz des damaligen Lockdowns. Doch die französische Polizei ließ sich weder mit sich reden noch bestechen und so musste auch dieser Jet umkehren.

ivi

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