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Wellness: Himmel über Köln

Mitten im Großstadttrubel ist das Savoy-Hotel eine kleine Welt für sich - inklusive verschiedener Kontinente.

Zugegeben: "Naturnahe Lage", wie der Wellness-Verband sie fordert, sieht anders aus. Ein grauer, neunstöckiger Kasten an einer Hauptverkehrsstraße ist das Savoy-Hotel in Köln. Auf sechs Spuren rauscht der Verkehr durch die Bahnhofsunterführung, noch vor der Eingangstür ist das Geratter der Züge zu hören. Hölle!

Aber zwei Schritte weiter wartet der Himmel. Ruhe. Strahlende Gesichter an der Rezeption. Die Engel in diesem Himmel tragen Schwarz. Wie die Hausdame, die das frische Obst aufs Zimmer bringt - "wenn wir Sie noch stören dürfen: lieber Erdbeeren oder Kirschen?"

Auch die jungen Frauen im Spa. Schwarze, glatte Stoffe auf gepflegter Haut, glänzende Haare, warme Hände - kurz wähnt sich der Besucher in einem orientalischen Harem. Kein Wunder, dass Heino Ferch schrieb: "Warum seid ihr nicht in Berlin? Dann würde ich jeden Tag kommen!" In Gold gerahmt hängt seine Widmung am kleinen Empfang des Spa.

"Herzlich willkommen! Sie möchten eine Pediküre?", fragt Elif Aslan, Chefin von zwölf Spa-Mitarbeiterinnen. Und dann traut man sich. Denn auf dicken Laken, einen Fruchtcocktail neben sich, lassen sich auch die kleinen Qualen des Hornhaut-raspelns gut ertragen. Und die Gedanken wandern aus der Stadt ans Meer, während die farblich wechselnde Beleuchtung mal Sonnenaufgang, mal Abenddämmerung auf die karibische Wandmalerei zaubert. Dann eine Gesichtsbehandlung mit Papaya-Peeling und duftender Mangobuttercreme, und die Frau von Welt ist perfekt vorbereitet: Auf derart weichen Füßen ist die Shoppingtour in Kölns Schildergasse ein Vergnügen, ebenso das Betrachten der Exponate im Museum Ludwig nahebei.

Danach geht's zurück ins Hotel. Asien-Fans sollten sich in der ersten Etage einmieten: Buddha-Statuen und chinesische Schnitzereien allüberall. Wer für den Schwarzen Kontinent schwärmt, ist in der dritten oder vierten Etage richtig, wo hölzerne Giraffen ihre Hälse recken und dicke Teppiche mit Leopardenmuster jedes Geräusch schlucken. Egal, von welchem Erdteil, der Aufstieg zur 28 Meter hoch gelegenen Dachterrasse lohnt sich stets - mit Blick auf den Dom, dem Himmel nah.

Inga Olfen / print

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