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Wetter: Am Wochenende kommt der Sommer

Der Wonnemonat Mai war kalt und nass. So kalt wie seit 19 Jahren nicht mehr. Dabei beginnt heute der Sommer. Doch mit dem Schmuddelwetter ist ab Freitag endgültig Schluss. Besserung ist in Sicht.

Och nö, nicht schon wieder Regen! Wie oft war dieser Satz der erste Gedanke nach dem morgendlichen Blick aus dem Fenster. Der Kalender behauptet, es sei Frühling. Die Vegetation arbeitet am passenden Erscheinungsbild. Aber so fühlt sich doch kein Frühling an. Nicht so kalt! Und nicht so nass! Immerhin konnten die Meteorologen einen Schuldigen ausmachen: den Mai.

Der Mai hat den Frühling 2010 vermiest. Der Wonnemonat brachte viel Regen und Kälte. März und April waren wesentlich freundlicher. Unter dem Strich: ein durchschnittlicher meteorologischer Frühling. Während März und April nach der vorläufigen Bilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) als sonnig und trocken auffielen, gab es im Mai reichlich Regen, an manchen Orten fiel sogar noch Schnee. Durchschnittlich fielen im Mai rund 104 Liter pro Quadratmeter, 46 Prozent mehr als in normalen Jahren. Auch Schnee gab es noch - in der Süd-Eifel lag am 6. Mai eine Schneedecke von zwei Zentimetern. Erst über Pfingsten besserten ein paar warme und sonnige Tage die Monatsbilanz ein wenig auf. Die kurze Schönwetter-Phase beendeten heftige Gewitterstürme. Im Osten Deutschlands gab es bei einem Tornado ein Todesopfer und beträchtliche Gebäudeschäden.

118 Stunden lang schien die Maisonne, das war nur gut die Hälfte des sonst üblichen Sonnenscheins. Seit Aufzeichnungsbeginn in den 1950er Jahren war es nur in den Jahren 1983 und 1984 ähnlich wolkenreich. Während März und April zu warm waren, lag die durchschnittliche Temperatur im Mai um 1,7 Grad unter dem langjährigen Mittelwert. So kalt war es im Mai seit 1991 nicht mehr. Die Eisheiligen, die Mitte des Monats oft einen Kälteeinbruch bringen, fielen nicht weiter auf, denn es war an den meisten Tagen ungemütlich kalt, und in vielen Regionen gab es Nachtfrost, vor allem im Norden und Osten.

Schöne Aussichten für die WM

"Doch mit dem Schmuddelwetter ist ab Freitag endgültig Schluss", verspricht Dominik Jung, Diplom-Meteorologe und Klimaexperte beim privaten Wetterdienst wetter.net. Diesmal wird es nicht nur eine kleine Stippvisite des Sommers wie an Pfingsten geben. Der Sommer kommt, um zu bleiben, so Jung. Über Südeuropa habe sich ein dickes Hitzepolster aufgebaut. "Das wird nun direkt angezapft. So klettern die Temperaturen am Freitag auf 21 bis 28 Grad", erklärt Jung. Für Samstag und Sonntag sagt Jung Spitzenwerte zwischen 24 und 32 Grad vorher. "Am Sonntag gibt es sogar das ein oder andere Hitzegewitter", sagt Jung.

Mit viel Sonnenschein und Wärme geht es dann der WM-Eröffnung entgegen. Zum Eröffnungsspiel am 11. Juni gibt es Spitzenwerte bis 28 Grad und auch zum ersten Vorrundenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Australien (13. Juni) darf sich ganz Fußballdeutschland über tolles Sommerwetter freuen.

Statistisch gesehen, wird es ein guter Sommer

Auch der Beginn des meteorologischen Sommers am heutigen Dienstag (1. Juni) fällt regnerisch und kühl aus. Besserung ist auch für die Tage danach nicht in Sicht. Der astronomische Sommeranfang ist erst am 21. Juni, wenn die Sonne ihren höchsten Stand über der Nordhalbkugel erreicht - und der Sommer 2010 könnte für den miesen Mai entschädigen. Darauf deutet zumindest der Jahreszeiten-Trend des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach hin. Nach dieser Langzeitprognose für die nächsten vier bis sechs Monate liegt die Wahrscheinlichkeit für einen warmen Sommer bei 60 Prozent, für einen eher kalten oder mittleren Sommer bei jeweils etwa 20 Prozent.

Ob es viel oder wenig regnet und wie warm es tatsächlich wird, lässt sich jedoch nicht vorhersagen. Fest steht nur, dass der Start des meteorologischen Sommers, der die Monate Juni, Juli und August umfasst, kühl und regnerisch ausfällt. Laut 15-Tage-Temperaturtrend des Deutschen Wetterdienstes sieht es in der zweiten Juni-Woche nicht übel aus. Nach einem eher mäßigen Monatsstart - mit tagsüber 13 bis 18 Grad und nachts nur einstelligen Werten - soll es dann täglich wärmer werden. Am 12. Juni könnten die Temperaturen tagsüber 17 bis 29 Grad erreichen. "Genauer geht's nicht", sagt DWD-Meteorologe Helmut Malewski. Je länger die Prognose in die Zukunft reiche, desto größer werde die mögliche Temperaturspanne. Genaue Vorhersagen seien nur etwa eine Woche im Voraus möglich. Ob es viel regnet oder wochenlanger Sonnenschein herrscht, sei nicht berechenbar, sagt Malewski. "Alles hängt von der Großwetterlage ab." Zwei Varianten seien für den Sommer in Deutschland typisch: Liegt ein stabiles Hochdruckgebiet über Skandinavien, gibt es Bilderbuchwetter mit blauem Himmel und ohne Regen. Herrscht dagegen eine Südwestströmung, kann es zwar auch warm sein, aber mit schwüler Luft sowie Schauern oder Gewittern.

DPA/APN/swd / DPA

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