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Finals 2019 kompakt: Weltjahresbestleistung! Weitspringerin Malaika Mihambo nach 7,16 Meter WM-Favoritin

Bei den Finals 2019 werden an diesem Wochenende die Deutschen Meisterschaften in zehn Sportarten vom Schwimmen bis zur Leichtathletik entschieden. Das Wichtigste zum deutschen Mini-Olympia erfahren Sie in stern kompakt.

Finals 2019 - Malaika Mihambo mit Weltjahresbestleistung zum Titel im Weitsprung

Weiter Satz zum Deutschen Meistertitel: Malaika Mihambo siegte bei den Finals in Berlin mit der Weltjahresbestleistung von 7,16 Meter.

DPA

Zehn Sportstätten, zehn Sportarten, zehn deutsche Meisterschaften: In Berlin finden an diesem Wochenende die Finals 2019 statt - eine Art deutsches Mini-Olympia. Gesucht werden die deutschen Titelträger im Bahnradfahren, Bogensport, Boxen, Kanu, Moderner Fünfkampf, Schwimmen, Trial, Triathlon, Turnen und in der Leichtathletik. 3300 Sportler bewerben sich um 202 Titel.

+++ Hier geht's zum Programm der Finals 2019 +++

Mit Thomas Röhler (Speerwurf), Sebastian Brendel (Kanu), Lisa Unruh (Bogensport) oder Sprint-As Gina Lückenkemper sind Topstars des deutschen Sports am Start - darunter auch Olymiasieger und Weltmeister. Die Multisport-Veranstaltung folgt dem Vorbild der European Championships, die im vergangenen Jahr ebenfalls zum Teil in Berlin stattfanden. Die Sportverbände, von denen viele höchstens während der Olympischen Spiele größere (mediale) Aufmerksamkeit finden, erhoffen sich durch diese Art der Veranstaltung, etwas aus dem Schatten des übermächtigen Fußballs heraustreten zu können. Der stern hält sie über die wichtigsten Ereignisse und Ergebnisse auf dem Laufenden.

+++ Lesen Sie hier die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Finals 2019 +++  

+++ Leichtathletik: Andreas Hofmann deutscher Speerwurf-Meister vor Weber und Röhler +++

Andreas Hofmann hat das Speerwerfen der deutschen Weltklasse-Asse bei den Leichtathletik-Meisterschaften in Berlin gewonnen. Der Vorjahressieger und Vize-Europameister konnte allerdings erst im sechsten und letzten Versuch Julian Weber vom ersten Platz verdrängen. Mit 87,07 Meter setzte sich der Mannheimer gegen den Mainzer (86,60) in einem insgesamt schwachen Wettkampf durch. Olympiasieger Thomas Röhler aus Jena enttäuschte als Dritter mit 82,70 Meter. Hofmann ist mit 88,09 deutscher Jahresbester und in der Welt bisher nur vom Esten Magnus Kirt (90,61) übertroffen. 

+++ Moderner Fünfkampf: Favortin Annika Schleu ist deutsche Meisterin +++

Die Weltranglisten-Erste Annika Schleu ist neue deutsche Meisterin im Modernen Fünfkampf. Die WM-Zweite von 2018 gewann den Titel bei den Finals in Berlin. Nach den Disziplinen Schwimmen, Fechten, Reiten, Laufen und Schießen setzte sich die 29-Jährige vor der ebenfalls aus Berlin stammenden Ronja Steinborn durch. Staffel-Weltmeisterin Rebecca Langrehr (Berlin) wurde Dritte. Vor dem abschließenden "Laser-Run" hatte die große Favoritin Schleu noch auf Platz fünf gelegen.

+++ Leichtathletik: Weitspringerin Malaika Mihambo fliegt mit Weltjahresbestleistung zum Meistertitel +++

Noch einmal eine Höchstleistung bei den Finals 2019. Europameisterin Malaika Mihambo hat mit einem Riesensatz ihren dritten deutschen Meistertitel im Weitsprung gewonnen. Die 25-Jährige von der LG Kurpfalz flog im Berliner Olympiastadion im letzten Durchgang auf die persönliche Bestweite von 7,16 Meter hinaus. Die Zweitplatzierte Merle Homeier aus Bückeburg lag mit 6,42 Meter weit zurück. 

Mihambo sprang damit in diesem Jahr bereits zum vierten Mal über sieben Meter und ist derzeit die beste Weitenjägerin der Welt. Bei der Leichtathletik-WM Ende September in Doha/Katar wird sie wahrscheinlich auch über 100 Meter antreten. Auf dieser Distanz belegte sie am Samstag den dritten Rang hinter den Spezialistinnen Tatjana Pinto und Gina Lückenkemper.

+++ Fünf Boxer verteidigen bei Berliner Finals ihre Titel +++

Zwei Männer und drei Frauen haben bei den deutschen Box-Meisterschaften im Rahmen der Berliner Finals ihre Titel aus dem Vorjahr verteidigt. Die Berliner Hamsat Shadalov (bis 60 kg) und Paul Wall (bis 69 kg) waren ebenso siegreich wie die Frauen Azize Nimani (bis 51 kg) und Maya Kleinhans (beide Heidelberg/bis 60 kg) sowie die Schwerinerin Sarah Scheurich (bis 75 kg). In den anderen Klassen gab es neue Titelträger. 

Bei den Männern war die erste Garnitur allerdings nicht dabei. Sie bereitet sich derzeit auf die Weltmeisterschaften im September im russischen Jekaterinburg vor. Bei den Frauen fehlten Weltmeisterin Ornella Wahner aus Schwerin und die WM-Dritte Nadine Apetz aus Köln aus gesundheitlichen bzw. Verletzungsgründen. 

+++ Leichtathletik: Hindernis-Europameisterin Gesa Krause mit ihrem fünften Titel in Folge +++

Gesa Krause ist zum fünften Mal hintereinander deutsche Meisterin über 3000 Meter Hindernis. Die Europameisterin aus Trier setzte sich bei den Leichtathletik-Titelkämpfen in Berlin unangefochten in 9:28,45 Minuten durch. Zweite im Olympiastadion wurde Jana Sussmann in 9:54,72 Minuten.

+++ Radsport: Michaela Ebert mit fünf Medaillen - Team Heizomat rad-net.de siegt in der Mannschaftsverfolgung +++

Das Team Heizomat rad-net.de mit Felix Groß (Leipzig), Theo Reinhardt (Berlin), Nils Schomber (Neuss) und Leon Rohde (Wedel) siegte in 3:56,777 Minuten in der 4000-Meter-Mannschaftsverfolgung. "Wir sind hier nicht in Top-Form in die Meisterschaft gegangen, deshalb ist die Siegerzeit sehr hoch einzuschätzen. Die Jungs haben sich gegenseitig schön heiß gemacht", sagte Bundestrainer Sven Meyer. Für Reinhardt war es nach seinen Erfolgen im Punktefahren und Madison der dritte deutsche Meistertitel.

Das Scratch-Rennen der Frauen gewann die Leipzigerin Michaela Ebert. Nach 40 Runden verwies sie Franziska Brauße (Öschelbronn) auf den zweiten Platz. Für sie war es nach dreimal Gold und einmal Bronze die insgesamt fünfte Medaille. Platz drei ging an Lena-Charlotte Reißner aus Gera.

+++ Radsport: Friedrich gewinnt Sprint - Jurczyk holte drittes Gold +++

Lea Sophie Friedrich hat bei den 133. deutschen Meisterschaften im Bahnradsport nach dem Keirin auch den Titel im Sprint gewonnen. Die vierfache Junioren-Weltmeisterin von 2018 siegte im Finale im Berliner Velodrom mit 2:1 Läufen gegen Emma Hinze aus Cottbus. "Das war ein Rennen wie um Leben und Tod. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das Ergebnis nach dem ersten verlorenen Lauf noch drehen kann", sagte Friedrich. Dritte wurde sechsmalige Weltmeisterin Miriam Welte aus Kaiserslautern.

Im Keirin der Männer siegte Marc Jurczyk, der nach Teamsprint und Zeitfahren seinen dritten Titel sammelte. Der Erfurter setzte sich vor seinem Trainings- und Teamkollegen Maximilian Dörnbach sowie dem Cottbuser Eric Engler durch.

+++ Laube und Böhnke holen Meistertitel mit dem Compound-Bogen +++

Marcus Laube vom BSC Garbsen ist neuer deutscher Meister im Bogenschießen mit dem nicht-olympischen Compound-Bogen. Laube besiegte im Goldfinale der Männer Florian Stadler (TSV Natterberg) mit 145:144. Stadler hatte in der Qualifikation mit 699 Ringen eine hervorragende Leistung gezeigt und unter anderem Titelverteidiger Leon Hollas (Döbelner Bogenschützen) ausgeschaltet. Dritter wurde Stefan Heinickel vom SSV 1911 Nüdlingen. Bei den Damen siegte überraschend Julia Böhnke (TV Meßkirch). Sie setzte sich mit 140:137 gegen die favorisierte Janine Meißner (BSC Hochtaunus) durch. Meißner hatte in der Qualifikation mit 698 Ringen an der 700-er Marke gekratzt. Den Bronzerang sicherte sich Jennifer Weitsch (1. Berliner Bogenschützen). Titelverteidigerin Sabine Sauter war nicht am Start.

+++ Dritte Meistertitel für Schwimm-Weltmeister Wellbrock und Köhler - Hentke dominiert 200 Meter Schmetterling +++

Die Schwimm-Weltmeister Florian Wellbrock und Sarah Köhler haben bei den deutschen Meisterschaften jeweils ihren dritten Titel gewonnen. Wellbrock gewann nach seinen Siegen über 800 und 1500 Meter Freistil in Berlin nach 3:47,14 Minuten über die 400 Meter. Nach Erfolgen über 1500 und 400 Meter Freistil schlug Köhler über 800 Meter nach 8:28,21 als Schnellste an. Bei den Weltmeisterschaften in Südkorea hatte Wellbrock zweimal Gold, Köhler einmal Gold und einmal Silber gewonnen. 

Über 200 Meter Schmetterling war in Berlin Franziska Hentke wieder einmal eine Klasse für sich. Die WM-Zweite von 2017 war in 2:08,47 Minuten die beste Starterin. Von den Weltmeisterschaften in Gwangju war sie als Vierte heimgekehrt.

+++ Sarah Voss überraschend erfolgreichste Turnerin bei den Finals +++

Sarah Voss ist mit insgesamt drei Titeln die erfolgreichste Turnerin bei den deutschen Meisterschaften in Berlin. Die erst 19 Jahre alte Abiturientin aus Köln sicherte sich nach ihrem ersten Mehrkampfsieg am Samstag bei den Gerätefinals am Sonntag auch die Titel am Sprung und Schwebebalken. Damit ist Voss eine sichere Kandidatin für das DTB-Frauenteam bei den Weltmeisterschaften im Oktober in Stuttgart, auch wenn die offiziellen Qualifikationswettkämpfe noch ausstehen. 

+++ DOSB-Chef Hörmann bejubelt die Finals: "Diese Modell hat Zukunft" +++

DOSB-Chef Alfons Hörmann hat ein überaus positives Fazit zu den Finals mit deutschen Meisterschaften in zehn Sportarten gezogen. "Diese Begeisterung, die hier in Berlin herrscht, diese tollen Wettkämpfe erhöhen einfach den Wert eines deutschen Meistertitels. Wir erreichen damit, dass in unserer Gesellschaft der Stellenwert des Sports wächst", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Rande der Turn-Meisterschaften in der Max-Schmeling-Halle und betonte: "Dieses Modell hat Zukunft."

Hörmann unterstrich, dass dieser Modellversuch in Deutschland auch außerhalb des Landes wahrgenommen werde. "Die Bilder aus Berlin gehen in die ganze Welt. Erst gestern haben wir Anfragen aus dem Ausland erhalten, ob wir nicht auch Weltcups in dieser Art ausrichten könnten", sagte der DOSB-Chef. Die TV-Einschaltquoten zeigten, dass auch außerhalb von Berlin großes Interesse an den Finals bestand. Noch sei aber völlig offen, in welcher Form das Modell weitergeführt werden soll, ob jährlich oder zweijährlich, ob immer in Berlin oder auch in anderen Orten. "Alles, was den Athleten dient, wird unsere Unterstützung finden", unterstrich Hörmann. Viele Aktive äußerten sich ebenfalls sehr positiv über das Event.

+++ Leichtathletik: Ex-Weltmeister Holzdeppe siegt im Stabhochsprung +++

Der frühere Weltmeister Raphael Holzdeppe hat bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im Stabhochsprung Titelverteidiger Bo Kanda Lita Baehre entthront. Der 29-Jährige aus Zweibrücken überflog im Olympiastadion 5,76 Meter, der U23-Europameister aus Leverkusen kam auf 5,71. Dritter wurde dessen Clubkollege Torben Blech mit 5,51 Metern. Die erforderlichen 5,71 Meter als Norm für die WM Ende September in Doha/Katar hatte das Trio bereits zuvor erfüllt. Holzdeppe holte damit den zweiten Titel nach 2015. 2013 hatte er in Moskau WM-Gold gewonnen, 2012 war er in London Olympia-Dritter.

+++ Turnen: Elisabeth Seitz holt 22. Gerätetitel und egalisiert Bestmarke von Ingrid Föst aus den 60er-Jahren +++

Deutschlands Spitzenturnerin Elisabeth Seitz hat sich nach ihrem Mehrkampf-Debakel vom Samstag mit einer Bestmarke zurückgemeldet. Der 25-Jährigen aus Stuttgart gelang mit dem Stufenbarren-Sieg mit der Bestnote von 14,900 Punkten bei den Gerätefinals in der Berliner Max-Schmeling-Halle ein Rekord für den Deutschen Turner-Bund. Mit nunmehr 22 deutschen Meistertiteln in Mehrkampf und Einzel egalisierte Seitz zudem die uralte Bestmarke der ehemaligen EM-Zweiten Ingrid Föst, die zwischen 1953 und 1963 in der DDR ebenso viele Meistertitel holte.

+++ Olympia-Medaillengewinner Vandrey und Kriegerstein holen sich die letzten Kanu-Titel +++

Rio-Olympiasieger Jan Vandrey und die Olympia-Zweite Steffi Kriegerstein haben bei den deutschen Kanu-Meisterschaften im Rahmen der Finals in Berlin die letzten beiden Entscheidungen gewonnen. Vandrey (Potsdam) setzte sich im Finale der Einer-Canadier vor dem Leipziger Peter Kretschmer durch. Der dreimalige Olympiasieger Sebastian Brendel (Potsdam) musste sich mit Platz drei zufriedengeben. Im Kajak-Finale war Kriegerstein (Dresden) auf der 160 Meter langen Strecke an der East Side Gallery schneller als Caroline Arft (Essen).

+++ Nguyen holt sich ersten deutschen Meistertitel am Boden +++

Marcel Nguyen hat bei den deutschen Turn-Meisterschaften seinen ersten Titel am Boden gewonnen. Der 31 Jahre alte Mehrkampfzweite von gestern erhielt zum Auftakt der Gerätefinals heute in der Max-Schmeling-Halle für seine fast fehlerfreien Übung 14,333 Punkte und verwies damit Nick Klessing (14,100) und Dario Sissakis (14,066) auf die Plätze zwei und drei. "Es ist einfach irre. Ich habe schon im olympischen Bodenfinale gestanden, war aber noch nie deutscher Meister am Boden. Das wurde endlich mal Zeit", sagte Nguyen nach seinem insgesamt 17. Meistertitel.

+++ Wernz wird Triathlon-Meister - Ironman-Star Lange klar distanziert +++

Ironman-Weltmeister Patrick Lange hat in der Triathlon-Sprintdistanz als 25. die vorderen Plätze deutlich verfehlt. Der 32 Jahre alte Hesse schlug sich zwar achtbar, am Ende kam er aber mit einem Rückstand von knapp anderthalb Minuten auf die Spitze ins Ziel. Deutscher Meister wurde in 54:55 Minuten Valentin Wernz aus Mengen. Nach 750 Metern Schwimmen, 21,6 Kilometern Radfahren und fünf Kilometern Laufen setzte er sich im Zielsprint vor Jonas Schomburg durch. Dritter wurde Maximilian Schwetz.

Lange zeigte sich trotzdem zufrieden und sagte: "Ich habe gezeigt, dass ich auf meine alten Tage mit den Jungs noch gut mithalten kann." Im 24 Grad warmen Wasser des Wannsees verlor er zunächst 43 Sekunden auf die Spitze. Auf den wenigen Radkilometern machte Lange Druck, führte die Verfolgergruppe phasenweise an. Anders als beim Ironman war Windschattenfahren erlaubt.

+++ Michaela Ebert siegt im Scratch-Rennen +++

Die Leipzigerin Michaela Ebert hat am Schlusstag der 133. deutschen Meisterschaften im Bahnradsport das Scratch-Rennen gewonnen. Nach 40 Runden im Velodrom verwies sie Franziska Brauße aus Öschelbronn auf den zweiten Platz. Für sie war es nach dreimal Gold und einmal Bronze bereits die fünfte Medaille in Berlin. Platz drei ging an Lena-Charlotte Reißner aus Gera.

+++ Ironman-Weltmeister Lange schwärmt von Finals +++

Patrick Lange hat das Konzept der Finals in höchsten Tönen gelobt. Er finde es "mega-mega-gut", sagte der 32 Jahre alte Langstrecken-Triathlet der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Ich glaube, dies ist die einzige Chance, wenigstens für ein Wochenende dem Fußball ein bisschen das Wasser abzugraben und Aufmerksamkeit auf uns zu ziehen", sagte Lange. "Die Zuschauer können sich Inspiration holen, können sich ausprobieren - ich bin echt ein Fan dieser Idee." 

Er selbst habe schon vor zehn Jahren gefordert, gemeinsame Veranstaltungen von olympischen Sportarten zu veranstalten. "Das ist auch für uns Sportler nett, wenn wir nicht in die Walachei gehen, um Triathlon zu machen, sondern uns in der Stadt mit anderen Athleten austauschen können. Die Turner können endlich mal aus ihrer staubigen Halle rauskommen und sich einen Triathlon anschauen", erklärte Lange.


Meldungen von Samstag, 3. August:   

+++ Leichtathletik: Sprint-Star Gina Lückenkemper verliert die 100 Meter +++

Tatjana Pinto hat Gina Lückenkemper bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften den Titel über 100 Meter weggeschnappt. Die 27-Jährige aus Paderborn siegte in 11,09 Sekunden. Titelverteidigerin, Vize-Europameisterin und Lokalmatadorin Lückenkemper rannte nach 11,20 Sekunden über die Ziellinie. Weitsprung-Europameisterin Malaika Mihambo von der LG Kurpfalz wurde Dritte in 11,21 Sekunden und sicherte sich damit den erhofften Startplatz für die WM Ende September im Sprint.

Bei den Männern gewann Michael Pohl in 10,27 Sekunden vor seinem Clubkollegen Kevin Kranz (beide Sprintteam Wetzlar), der zwei Hundertstelsekunden langsamer war. Der deutsche Rekordhalter Julian Reus aus Erfurt wurde Dritter in 10,30 Sekunden.

+++ Moderner Fünfkampf: Fabian Liebig holt sich den Titel +++

Staffel-Weltmeister Fabian Liebig ist im Modernen Fünfkampf zum ersten Mal deutscher Meister geworden. Der 25-Jährige vom OSC Potsdam setzte sich bei den Finals im Schwimmen, Fechten, Reiten, Laufen und Schießen vor dem Titelverteidiger Alexander Nobis von Spandau 04 durch. Liebig hatte 2018 bei der WM in Mexiko-Stadt zusammen mit Rebecca Langrehr die Goldmedaille in der Mixed-Staffel gewonnen.

+++ Leichtathletik: Christoph Harting mit drei Fehlversuchen sang- und klanglos ausgeschieden +++

Der Deutsche Meistertitel im Diskuswerfen wird diesmal nicht von einem Harting geholt werden. Olympiasieger Christoph Harting patzte während der Konkurrenz, setzte drei Versuche in den Sand und schied damit ohne Wertung aus. Zuvor hatte der 29-Jährige mit Äußerungen in der "Berliner Zeitung" für Ärger gesorgt. Die Deutschen Meisterschaften seien die "letzte Erpressungmöglichkeit der deutschen Leichtathletik" und es gebe "wenig Unbedeutenderes als einen deutschen Meistertitel." Hartings Ärger dürfte sich also in Grenzen halten, blamabel war sein Auftritt dennoch.

+++ Leichtathletik: Konstanze Klosterhalfen läuft Deutschen Rekord über 5000 Meter +++

Finals 2019 - Konstanze Klosterhalfen stellt Deutschen Rekord über 5000 Meter auf

Fulminantes Rennen: Konstanze Klosterhalfen lässt die Konkurrenz weit hinter sich und läuft neuen Deutschen Rekord über 5000 Meter.

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Deutschlands großes Lauf-Talent Konstanze Klosterhalfen hat über 5000 Meter in 14:26,76 Minuten vor 26.200 Zuschauern einen fantastischen deutschen Rekord aufgestellt. "Ich bin super happy", sagte die 22-jährige Leverkusenerin. Die bisherige Bestmarke hielt seit 20 Jahren Irina Mikiteno mit 14:42,03 Minuten. Klosterhalfen hatte erst Anfang Juli den deutschen Rekord über 3000 Meter auf 8:20,07 Minuten verbessert. In ihrem fulminanten Lauf ließ sie die Konkurrenz praktisch stehen und überholte auf der Zielgerade 

+++ Leichtathletik: David Storl verpasst als Dritter im Kugelstoßen WM-Norm - Simon Bayer holt den Titel +++

Der zweimalige Kugelstoß-Weltmeister David Storl hat seinen neunten Titel bei deutschen Freiluft-Meisterschaften verpasst. Der 29 Jahre alte Leipziger war wegen Rückenbeschwerden verspätet in die Leichtathletik-Saison eingestiegen und kam am Samstag im Berliner Olympiastadion mit 19,77 Metern nur auf Platz drei. Damit verpasste Storl auch erneut die Norm für die WM Ende September in Doha/Katar. Meister wurde Simon Bayer vom VfL Sindelfingen mit 20,26 Metern. 

+++ Turnen: Balken-Desaster für Elisabeth Seitz - Sarah Voss überraschend Vierkampf-Meisterin +++

Finals - Top-Turnerin Elisabeth Seit musste dreimal vom Balken absteigen

Mächtig verkorkste Übung, Titel-Rekord verpasst: Elisabeth Seitz kam bei den Finals mit dem Balken nicht zurecht.

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Elisabeth Seitz hat mit bei den deutschen Turn-Meisterschaften in Berlin ein Balken-Desaster erlebt. Drei Stürze vom Zittergerät zerstörten ihren Traum vom achten Mehrkampf-Titel der Turnerinnen. "Das war leider ein Total-Ausfall. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich dreimal in einem Wettkampf abgestiegen bin", sagte sie enttäuscht nach dem fünften Mehrkampf-Rang (51,60 Punkte). Desaströse 9,95 Punkten standen für die Top-Favoritin aus Stuttgart nach dem Balken auf der Anzeigetafel der Berliner Max-Schmeling-Halle. Nutznießerin war die Kölnerin Sarah Voss, die sich mit 54,25 Punkten überraschend erstmals die Meister-Krone im Vierkampf sicherte. 

+++ Schwimmen: Wellbrock bleibt auf seiner Paradestrecke unangefochten - Titel für Zellmann, Bruhn und Koch +++

Schwimm-Weltmeister Florian Wellbrock hat sich auf seiner WM-Goldstrecke über weitere nationale Meistehren freuen dürfen. Der 21 Jahre alte Doppel-Champion der WM von Südkorea war über 1500 Meter Freistil in 14:57,30 Minuten klar der Beste und verteidigte seinen Vorjahrestitel erfolgreich. Bei seinem WM-Titel hatte der Magdeburger vor einer Woche nach 14:36,54 angeschlagen. Aber auch mit der Zeit vom Samstag war der Magdeburger noch mehr als eine halbe Minute schneller als der Zweitplatzierte.

Über 200 Meter belegte Wellbrock beim Sieg des Favoriten Poul Zellmann (1:47,55) mit mehr als zwei Sekunden Rückstand den siebten Platz. Der Titel über diese Kurzstrecke bei den Frauen ging an Annika Bruhn (1:58,07). Im letzten Rennen vor seinem Urlaub sicherte sich Marco Koch den Titel über 200 Meter Brust. Der Weltmeister von 2015, der sich in Gwangju in der Weltspitze positionierte, siegte in 2:10,15 Minuten.

+++ DLV-Chef Kessing: "Wir wären hervorragende Olympia-Gastgeber" +++

DLV-Präsident Jürgen Kessing hat sich unter dem Eindruck der Finals für eine deutsche Bewerbung um Olympische Spiele ausgesprochen. "Es würde uns gut zu Gesicht stehen, wieder Gastgeber zu sein und das Bild, was andere von uns fälschlicherweise haben, zu korrigieren", sagte der Verbandschef bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am Samstag in Berlin. "Wir würden hervorragende Gastgeber Olympischer Spiele sein." Er sei persönlich der Auffassung, "dass man solche großen Veranstaltungen nicht autoritären Staaten überlassen sollte." Auch eine freiheitliche Gesellschaft sollte "mit einer bewussten Entscheidung pro einer solchen Veranstaltung" dazu bereit sein.

+++ Radsport: Zweiter Titel für Beyer, auch Friedrich, Brausse und Dörnbach siegen +++

Maximilian Beyer hat bei den 133. deutschen Meisterschaften im Bahnradsport den Titel im Scratch-Rennen gewonnen. Der Berliner setzte sich nach 15 Kilometern auf der 250-Meter-Holzpiste im Berliner Velodrom vor Moritz Malcharek aus Zepernick und dem Oberhausener Achim Burkart durch. Für Beyer war es nach seinem Sieg im Madison der zweite Titel. "Ich hatte nach meiner Knie-Operation ein schweres Jahr 2018. Jetzt fühle ich mich wieder gut", sagte Beyer.

Lea Sophie Friedrich aus Dassow sicherte sich im Keirin ihren ersten nationalen Einzeltitel, nachdem sie zuvor schon Silber und Bronze geholt hatte. Die vierfache Junioren-Weltmeisterin von 2018 siegte am Samstag vor Emma Hinze aus Cottbus und Pauline Grabosch aus Erfurt. In der 3000-Meter-Einerverfolgung holte Franziska Brausse ihren bereits dritten Titel von Berlin. Im Sprint der Männer verteidigte Maximilian Dörnbach seinen Titel. Der Erfurter besiegte im Finale seinen Trainings- und Teamkollegen Marc Jurczyk mit 2:0-Läufen und revanchierte sich damit für die Niederlage im 1000-Meter-Zeitfahren.

Deutsche Meisterin mit dem Recurve-Bogen - Elena Richter

Deutsche Meisterin mit dem Recurve-Bogen: Elena Richter siegte vor der Silbermedaillengewinnerin von Rio, Lisa Unruh.

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+++ Bogenschießen: Elena Richter entthront Rio-Silbermedaillengewinnerin Lisa Unruh +++

Bogenschützin Elena Richter hat Lisa Unruh bei den deutschen Meisterschaften mit dem Recurve-Bogen entthront. In einem Berliner Finale setzte sich die 30-Jährige am Samstag mit 6:4 gegen die Silbermedaillengewinnerin von Rio durch und gewann ihren insgesamt dritten deutschen Meistertitel. Dabei hatte sich Unruh auf dem Olympischen Platz in einem eigens für die Finals aufgebauten kleinen Stadion bereits in der Qualifikation in die Favoritenstellung geschossen. Am Vormittag stellte die 31-Jährige mit 683 Ringen einen deutschen Rekord auf. Im Finale klappte es dann nicht mehr so gut. "Ich habe die Zehn nicht richtig getroffen", sagte Unruh, die sich aber gleich nach der Entscheidung freundschaftlich mit Richter abgeklatscht hatte.

Bei den Männern verteidigte Florian Kahllund aus Fokbeck seinen Titel. Der Lebensgefährte von Unruh setzte sich im Stechen gegen Maximilian Weckmüller aus Kassel durch, nachdem es nach fünf Sätzen 5:5 gestanden hatte.

+++ Begeisterte Zwischenbilanz - Finals ziehen großes Publikum an +++

Zehn deutsche Meisterschaften finden bei dem Multisport-Event Finals 2019 parallel statt. Zu den größten Exoten gehörten die Stand Up Paddler, doch sie lockten an der Eastside Gallery gemeinsam mit den Kanuten sehr viele Zuschauer an. Einfache Bedingungen hatten sie nicht, denn das etwa 22 Grad warme Wasser war ziemlich unruhig, zu Beginn fuhren auch kleinere Schiffe vorbei, da die Spree nicht dauerhaft gesperrt werden konnte. "Man kann immer reinfallen, das ist auch eine Glückssache", sagte Hannah Leni Krah. Die 18-Jährige aus Dresden paddelte zum Titel bei den Frauen.

Gegen Mittag wurde es an einem der touristischen Hotspots richtig voll. Viele Besucher hielten kurz an und sahen auch, wie Ronald Rauhe den Kanu-Titel im Parallelslalom gewann. "Was Berlin hier geleistet hat und wie die Zuschauer mitgegangen sind - das hätte ich niemals für möglich gehalten. Da zeigt sich: Berlin ist sensationell, einzigartig und eine Sportstadt", sagte Olympiasieger Rauhe: "Ich bin super dankbar, dass wir hier diese Rennen fahren konnten." Der Auftakt der Experiments ist gelungen. Allein am Samstag überträgt die ARD rund zehn Stunden live im Fernsehen, ehe am Sonntag das ZDF übernimmt. Mit dem deutschen Mini-Olympia wollen die Sportarten aus dem übergroßen Schatten des Fußballs treten. Das scheint bis jetzt gelungen, ob es 2020 eine Neuauflage der Finals gibt, wird sich aber erst danach entscheiden.

+++ DLV-Präsident Kessing über Harting: "Schon manche bemerkenswerte Verhaltensweisen erlebt" +++

Den Präsidenten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes überraschen die erneuten verbalen Ausfälle von Diskuswerfer Christoph Harting nicht. "Wir haben manches Mal durchaus bemerkenswerte Verhaltensweisen erlebt", kommentierte Jürgen Kessing die Äußerungen Hartings über die Wettkämpfe in Berlin. Er erinnerte an die Medaillenvergabe bei den Olympischen Spielen 2016. Damals hatte Christoph Harting beim Abspielen der deutschen Nationalhymne die Arme verschränkt, geschunkelt und herumgealbert. DLV-Generaldirektor Idriss Gonschinska kündigte an, sich mit Harting austauschen zu wollen, um "einzuordnen, was er gesagt hat".

+++ Kanu-Routinier Rauhe schlägt gleich zweimal zu - Lisa Jahn holt Titel im Einer-Canadier +++

Athen-Olympiasieger Ronald Rauhe hat sich bei den deutschen Kanu-Meisterschaften gleich zwei Titel geholt. Der Potsdamer setzte sich zunächst im Kajak-Einer-Sprint auf der nur 160 Meter langen Strecke an der Berliner East Side Gallery vor dem Essener Max Rendschmidt durch. Im Mixed holte Rauhe anschließend im Boot mit Vereinskollegin Sabrina Hering-Pradler den Titel vor dem Essener Duo Caroline Arft und Tobias-Pascal Schulz.

Im Einer-Canadier krönte sich Lisa Jahn aus Berlin zur deutschen Meisterin. Die EM-Zweite besiegte im Finale Vize-Weltmeisterin Annika Loske aus Potsdam. Die Meisterschaften in Berlin haben einen geringen sportlichen Wert, da nur auf der inoffiziellen Distanz von 160 Metern gesprintet wird. Vielmehr dient die Veranstaltung als Werbung für den Kanu-Sport.

+++ Ärger am Leichtathletik-Einlass: Ticket-Scanner streikten +++

Bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im Rahmen der Finals in Berlin hat es Probleme beim Einlass gegeben. Besucher am Olympiastadion beschwerten sich am Vormittag darüber, dass Tickets nicht gescannt werden konnten. Teilweise kam es zu Wartezeiten von über einer Stunde. "Es gab Probleme mit den Lesegeräten", räumte Peter Schmitt, Pressesprecher des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), ein. "Unsere Event-Abteilung hat sofort reagiert und das Personal aufgestockt. Wir gehen davon aus, dass nichts mehr passiert und entschuldigen uns dafür", sagte er.

+++ Andreas Toba zum zweiten Mal deutscher Turn-Mehrkampfmeister +++

Andreas Toba ist nach 2016 erneut deutscher Mehrkampfmeister im Turnen geworden. Der 28-Jährige von der TK Hannover setzte sich mit 83,100 Punkten recht deutlich gegen Titelverteidiger Marcel Nguyen (TSV Unterhaching/82,350) durch. Dritter im Sechskampf wurde der erst 19 Jahre alte Karim Rida (81,600) vom SC Berlin vor seinem Teamkollegen Philipp Herder (81,300), der nach vier von sechs Geräten noch deutlich in Führung gelegen hatte.

Für die deutschen Turner sind die Titelkämpfe in der Hauptstadt die erste Qualifikation im Hinblick auf die Nominierung für die Heim-Weltmeisterschaften im Oktober in Stuttgart. Morgen steigen in der Max-Schmeling-Halle die Gerätefinals der Frauen und Männer.

+++ Erster Leichtathletik-Titel geht an Hammerwerfer Tristan Schwandke +++

Der Hammerwerfer Tristan Schwandke ist der erste Titelgewinner der deutschen Leichtathletik-Meisterschaften. Mit 73,00 Metern sicherte sich der Athlet des TV Hindelang im Olympiastadion zugleich seinen ersten nationalen Titel. Auf Platz zwei und drei kamen die Münchner Simon Lang mit 68,01 Metern und Johannes Bichler mit 66,95 Metern. Zur Qualifikation für die Weltmeisterschaften Ende September in Doha/Katar muss eine Norm von 76,00 Metern erfüllt werden.

+++ Diskusstar Christoph Harting sorgt mit respektlosen Aussagen für Unmut +++

Wirbel um Diskus-Olympiasieger Christoph Harting: "Deutsche Meisterschaften sind immer der große letzte Nominierungswettkampf, wo der DLV sagt, ihr müsst hinfahren. Es ist die letzte Erpressungsmöglichkeit der deutschen Leichtathletik", sagte der 29-Jährige der "Berliner Zeitung" über die Titelkämpfe der Leichtathleten. Sehr flapsig äußerte er sich auch über eine mögliche Titelverteidigung bei den Finals und seine Konkurrenten. "Seit gefühlt 35 Jahren trägt kein anderer als ein Harting den Titel im Diskuswerfen", meinte Harting. Solle den jetzt ein Martin Wierig oder ein David Wrobel kriegen, fragte er rhetorisch. "Da sagt der Stolz: Ach, nein. Auf der anderen Seite sage ich mir: Ach, nehmt ihn euch doch, wenn es euch so wichtig ist. Es gibt wenig Unbedeutenderes als einen deutschen Meistertitel." 

Vor ihm hatte sein Bruder Robert Harting den Titel von 2009 bis 2017 acht Mal gewonnen. Nur Christoph Harting konnte ihm Platz eins 2015 und 2018 streitig machen.

+++ Beyer siegt erneut im Bahnradsport +++

Maximilian Beyer hat bei den 133. deutschen Meisterschaften im Bahnradsport den Titel im Scratch-Rennen gewonnen. Der Berliner setzte sich nach 15 Kilometern auf der 250-Meter-Holzpiste im Berliner Velodrom vor Moritz Malcharek aus Zepernick und dem Oberhausener Achim Burkart durch. Für Beyer war es nach seinem Sieg im Madison der zweite Titel bei den Finals in der Hauptstadt.

+++ Laura Lindemann verteidigt Triathlon-Titel und schwärmt +++

Laura Lindemann hat  ihren deutschen Meistertitel über die Sprintdistanz im Triathlon verteidigt. Die 23-jährige gebürtige Berlinerin blieb über 750 Meter Schwimmen, 21 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen unter einer Stunde und erreichte mit einem Siegerinnenlächeln nach 59:20 Minuten das Ziel auf dem Olympischen Platz. "Ich bin froh, dass ich es geschafft habe", sagte Lindemann in der ARD. "Es war ein gutes Rennen, ich bin zufrieden." Nina Eim landete mit 33 Sekunden Vorsprung in der nationalen Wertung auf Platz zwei. Dritte der deutschen Meisterschaften wurde Lena Meißner mit 58 Sekunden Rückstand. 

Lindemann spielte im Rennen ihre Laufstärke aus. Nach dem Schwimmen im gut 24 Grad warmen Wasser des Wannsees kam sie als Zweite in die Wechselzone. Auf dem Rad gab sie in der Führungsgruppe mit das Tempo an, übernahm direkt nach dem Wechsel auf die Laufstrecke die Führung und genoss auch die Atmosphäre bei ihrem Heimrennen. "Es ist echt cool, es waren viele Leute an der Strecke", schwärmte sie: "Die Kulisse, durch den Olympischen Park zu fahren, war richtig schön."

+++ Deutsche Meister für 202 Titel gesucht +++

Die Finals starten heute in die heiße Phase. Während die Boxer, Schwimmer und Bahnradsportler bereits in den letzten Tagen ihre Vorkämpfe absolvierten, ermitteln jetzt am Wochenende auch die Leichtathleten, Turner, Kanuten und Bogensportler sowie die Triathleten, Modernen Fünfkämpfer und die Trial-Fahrradfahrer ihre nationalen Titelträger.


Meldungen von Freitag, 2. August:   

+++ Theo Reinhardt holt zweiten Bahnrad-Titel  +++

Madison-Weltmeister Theo Reinhardt hat bei den deutschen Meisterschaften im Bahnradsport seinen zweiten Titel gewonnen. Der Berliner siegte am Abend im Velodrom zusammen mit Maximilian Beyer im Zweier-Mannschaftsfahren mit 41 Punkten. Roger Kluge aus Berlin, für gewöhnlich Reinhardts Partner, legt nach der Tour de France derzeit eine Wettkampfpause ein. Platz zwei belegten Moritz Malcharek/Sebastian Schmiedel (Zepernick/Berlin) mit 39 Punkten vor Moritz Augenstein/Achim Burkart (Ellmendingen/Oberhausen).

+++ Schwimmen: Freistil-Weltmeister Wellbrock sichert sich Titel über 800 Meter +++

Schwimm-Weltmeister Florian Wellbrock hat seinen deutschen Meistertitel über 800 Meter Freistil erfolgreich verteidigt. Der 21 Jahre alte Doppel-Champion der WM von Südkorea schlug in Berlin nach 7:47,69 Minuten an und war damit gut sechs Sekunden schneller als bei seinem enttäuschenden Vorlauf-Aus über die gleiche Distanz bei der WM. In Gwangju hatte Wellbrock am vergangenen Sonntag Gold über 1500 Meter Freistil gewonnen. Zuvor hatte er sich im Freiwasser in Yeosu über die olympischen zehn Kilometer bereits den Sieg gesichert.

+++ Speerwurf-Bundestrainer Obergföll kritisiert Sportverbände und Merkel +++

Speerwurf-Bundestrainer Boris Obergföll hat die Sportverbände zu mehr Lobbyarbeit aufgefordert. "Für die Sportarten neben dem Fußball gibt es keine Lobby. Das ist auch ein Grund, weshalb uns Fernsehzeit fehlt", sagte der 45-Jährige im Interview mit dem Sportbuzzer, "wenn es mehr Leute in den entscheidenden Positionen geben würde, die sich auch für Sportarten außerhalb des Fußballs interessieren würden, wäre uns allen geholfen", meinte der Bundestrainer vor den Finals in Berlin. Obergföll und kritisierte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, die weder bei den Leichtathletik-Europameisterschaften im letzten Jahr in Berlin noch bei Olympischen Spielen während ihrer Amtszeit vor Ort war. "Aber in der Kabine der Fußball-Nationalmannschaft schlägt sie regelmäßig auf", meinte der frühere Olympiateilnehmer im Speerwurf.


Meldungen von Donnerstag, 1. August:

+++ Radsport: Marc Jurczyk neuer Meister im 1000-Meter-Zeitfahren +++

Neuer deutscher Meister im 1000-Meter-Zeitfahren ist Marc Jurczyk. "Das Ergebnis ist ein richtiger und wichtiger Schritt für mich", sagte der Erfurter. Jurczyk siegte in 1:00,743 Minuten vor Einerverfolgungs-Meister Felix Groß aus Leipzig (1:01,018). Den dritten Platz belegte Titelverteidiger Maximilian Dörnbach aus Erfurt (1:01,309). Maximilian Levy aus Cottbus belegte bei seinem Comeback im Elite-Bereich den vierten Platz (1:02,386).

+++ Radsport: Reinhardt und Stock die besten Punktefahrer +++

Madison-Weltmeister Theo Reinhardt hat das Punktefahren bei den 133. deutschen Meisterschaften im Bahnradsport gewonnen. "Das hat Spaß gemacht. Es war ein schnelles Rennen, ich musste viel arbeiten", sagte der Berliner, der sich bei den Finals von Berlin mit 97 Punkten knapp vor Achim Burkhart (Oberhausen/96) durchsetzte. Den dritten Platz im Velodrom belegte überraschend Martin Salmon (Dudenhofen/90). Den Titel im Punktefahren bei den Frauen holte sich Gudrun Stock aus München (56). Lisa Klein aus Erfurt (48) und Franziska Brausse (Öschelbronn/34) belegten die Plätze zwei und drei. 

+++ Radsport: Emma Hinze aus Cottbus deutsche Zeitfahr-Meisterin +++

Die Cottbuserin Emma Hinze hat bei den 133. deutschen Meisterschaften im Bahnradsport etwas überraschend das 500-Meter-Zeitfahren gewonnen. Die 21-Jährige siegte im Berliner Velodrom am Donnerstagabend in 33,743 Sekunden vor der elffachen Titelträgerin Miriam Welte aus Kaiserslautern (34,005). Den dritten Platz bei den Finals von Berlin belegte die U23-Europameister Lea Sophie Friedrich aus Dassow (34,098).

+++ Schwimmen: WM-Silbergewinnerin Sarah Köhler holt überlegen Titel über 1500 Meter Freistil +++

WM-Silbermedaillengewinnerin Sarah Köhler hat ihren Titel bei den deutschen Meisterschaften über 1500 Meter Freistil mit der erwartet großen Überlegenheit verteidigt. Die 25-Jährige schlug am Donnerstag in Berlin nach 16:03,35 Minuten an und war damit fast 15 Sekunden langsamer als bei ihrer Silbermedaille der Schwimm-Weltmeisterschaften von Südkorea vor wenigen Tagen. Zweite wurde Celine Rieder in 16:34,82 Minuten. "Es war natürlich nicht vergleichbar mit dem Rennen von letzter Woche", sagte Köhler, die sich vor allem auf ihre Technik konzentrierte und sich keine bestimmte Zeit als Ziel vorgenommen hatte.

+++ Turnen: Elisabeth Seitz sucht nach Fußverletzung die WM-Form +++

Berlin soll für Elisabeth Seitz das Sprungbrett zur Heim-WM werden. Knapp zwei Monate vor dem Turn-Event in ihrer Wahlheimat Stuttgart kämpft die beste deutsche Turnerin bei den Meisterschaften in Berlin um die WM-Form und einen Titelrekord. "Berlin ist der Einstieg in die WM-Zeit, da will man mit einem guten Gefühl aus dem Titelkampf gehen", sagt die 25 Jahre alte WM-Dritte. Der Mehrkampftitel wird nur über sie führen. Im vorigen Jahr holte sie sich zum vierten Mal in Serie und zum siebten Mal seit 2010 die begehrte Turn-Krone und führt damit die deutsche Rangliste an. Allerdijngs hat sich Seite im Sommer wieder mit Fuß-Problemen herumgeplagt. "Ich konnte fast fünf Wochen keinen Sprung trainieren und musste auch am Boden meine Übungen etwas zurückfahren", sagte die WM-Dritte.


Meldungen von Mittwoch, 31. Juli:

+++ Felix Groß erstmals deutscher Meister in der Einerverfolgung +++

Felix Groß aus Leipzig ist erstmals deutscher Meister in der 4000-Meter-Einerverfolgung. Der 20-Jährige, der Mitte Juli in Belgien schon die U-23-Europameisterschaft in dieser Disziplin gewonnen hatte, holte am Mittwochabend im Velodrom im Finale Madison-Weltmeister Theo Reinhardt aus Berlin nach fünf Runden ein. Den dritten Platz belegte Nils Schomber aus Neuss, der im kleinen Finale den Berliner Maximilian Beyer einholte. Groß hatte bereits die Qualifikation in 4:14,474 Minuten überlegen gewonnen.

In der 4000-Meter-Mannschaftsverfolgung ging die Goldmedaille an eine Startgemeinschaft mit Charlotte Becker (Unna), Franziska Brauße (Öschelbronn), Tanja Erath (Dortmund) und Lea Lin Teutenberg (Köln). Das Quartett siegte in 4:30,670 Minuten. Es waren nur drei Mannschaften am Start.

dho / mad / DPA
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