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Formel 1: Kicken und kochen: Schumacher geht es locker an

Michael Schumacher geht den Großen Preis von Ungarn ganz locker an. Erst frönte der Formel-1-Weltmeister seinem Lieblingshobby Fußball, dann zauberte er bei einer Fernseh-Kochshow ein ungarisches Fleischgericht.

"Wenn mein Koch Urlaub hat, koche ich zu Hause selbst", sagte Schumacher. Der Ernst des Grand- Prix-Lebens beginnt für den Ferrari-Star erst am Freitag mit dem Freien Training. "Nach den Vorstellungen der letzten Wochen wird das wahrscheinlich kein einfacher Grand Prix für uns", befürchtet Schumacher auf dem Hungaroring eine weitere Schlappe.

Schumacher stellte sich beim Zubereiten seines Mittagessens unter Anleitung von zwei Fernsehköchen am Donnerstag direkt am Donauufer geschickt an. Gekonnt schnitt der Kerpener Tomaten, hackte Knoblauch und Zwiebeln. "Ich achte auf ausgewogene Ernährung", sagte er. Als sein Teamkollege Rubens Barrichello naschen wollte, drohte ihm der Chefkoch scherzhaft mit dem Fleischermesser. Der Brasilianer bereitete den Nachtisch vor, ließ dabei aber einige Pfannkuchen beim Wenden auf den Boden plumpsen. Mit Zungen schnalzen verspeisten Schumacher und Barrichello ihr Menü.

Keine Chancen für Ferrari

Fußball-Feinkost bot die Pilotenmannschaft im Benefizspiel gegen ein ungarisches All-Star-Team mit einigen Ex-Nationalspielern im Ferenc-Puskas-Stadion bereits am Mittwochabend. Beim 6:6 endenden Torefestival vor 15 000 Fans ging Schumacher allerdings leer aus. Auch beim Großen Preis von Ungarn am Sonntag (Start: 14.00 Uhr/RTL und Premiere) könnte Schumacher leer ausgehen.

Auf dem Berg-und-Tal-Kurs sind die Ferrari-Konkurrenten Renault und McLaren-Mercedes klare Favoriten. Fernando Alonso, der auf dem Hungaroring vor zwei Jahren bei seinem ersten Grand-Prix-Sieg Schumacher sogar überrundet hatte, hofft auf seinen siebten Saisonsieg und einen weiteren großen Schritt Richtung Titelgewinn. Grund zum Feiern hat der spanische WM-Spitzenreiter auf jeden Fall: An diesem Freitag wird er 24 Jahre alt.

Für Silberpfeil-Pilot Kimi Räikkönen geht es in Budapest darum, seine letzte WM-Chance zu wahren. Der Finne (51 Punkte) liegt vor dem 13. Saisonlauf schon 36 Punkte hinter Alonso (87) zurück. "Dass ich am Samstag als Erster im Qualifying antreten muss, ist natürlich kein Vorteil", sagte Räikkönen, der zuletzt in Hockenheim wegen eines kaputten Entlüftungsventil in Führung liegend ausgefallen war.

Der schon 40 Punkte Rückstand aufweisende Schumacher (47) hält sich mit Prognosen zurück: "Wir versuchen unser Bestes. Da der Ferrari nach dem deutschen Grand Prix wegen der Kürze der Zeit kaum weiterentwickelt werden konnte, sei "kein Leistungssprung zu erwarten".

Elmar Dreher und Gero Breloer/DPA

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