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Interview mit Heinz-Harald Frentzen: "Von einem Abstieg kann keine Rede sein"

Einen Vertrag bei Jordan hat er abgelehnt, sich dafür für Opel und die DTM entscheiden: In einem Interview blickt Heinz-Harld Frentzen zufrieden auf seine Formel-1-Karriere zurück und nennt seine diesjährigen Favoriten.

Das Interview mit Heinz-Harald Frentzen führte Volker Gundrum von der dpa.

Nach zehn Jahren in der Formel 1 sind Sie in dieser Saison nicht mehr dabei. Werden Sie sich das Rennen in Melbourne trotzdem am Fernseher anschauen?

"Selbstverständlich. Genauso, wie ich mir während meiner aktiven Formel-1-Zeit die Rennen der DTM im Fernsehen angeschaut habe, werde ich mir nun als aktiver DTM-Fahrer die Formel-1-Rennen anschauen. Außerdem werde ich für den Fernsehsender Tele 5 als Formel-1-Experte agieren und mir schon allein aus professionellen Gründen die Rennen anschauen."

Schmerzt es sehr, dass Sie keinen Vertrag in der Formel 1 erhalten haben?

"Ich hätte ja einen Vertrag in der Formel 1 haben können. Ich habe mich aber für Opel und die DTM und gegen Jordan und die Formel 1 entschieden."

Ist das neue Engagement in der DTM (Deutsche Tourenwagen Masters) im Opel ein Abstieg für Sie oder eine neue Herausforderung?

"Von einem Abstieg kann keine Rede sein. Mit meinem neuen Partner Opel sind viele Dinge neu und interessant. Zugegeben: Es macht mir mehr Spaß, als ich vorher gedacht habe."

Mit welchen Zielen gehen Sie in der DTM an den Start?

"Das Interessante ist die komplett neue Situation. Deshalb habe ich mir keine Ziele in Form von Resultaten gesetzt, sondern will mich zunächst bei Opel einarbeiten. Ein Gefühl für die Konkurrenten habe ich auch noch nicht. Deshalb wäre ich zufrieden auf Opel konkurrenzfähig zu sein."

Wenn Sie auf Ihre Formel-1-Karriere zurückblicken: Gibt es etwas, dass Sie hätten anders machen müssen?

"Darüber schreibe ich in meinem neuen Buch. Titel: ’Hätte, wäre, wenn und aber’."

Können Sie sich eine Rückkehr in die Formel 1 als Fahrer oder in einer anderen Position vorstellen?

"Ganz ehrlich: Darüber mache ich mir im Augenblick überhaupt keine Gedanken."

Welches Team wird in diesem Jahr Formel-1-Weltmeister?

"Die Leistungsdichte wird in der Saison 2004 im Kreis der Top-Teams noch ausgeprägter sein als im Vorjahr. Ich kann anhand der Wintertests nicht sagen, welches Team es in diesem Jahr zu schlagen gilt. Ferrari, BMW-Williams, McLaren-Mercedes und Renault gehören zum Favoritenkreis."

Welcher Fahrer holt den Titel?

"Ganz klar: Michael Schumacher. Oder Ralf. Oder Juan- Pablo Montoya. Es können aber auch Kimi Räikkönen oder Fernando Alonso sein. Im Ernst: Was für die Teams gilt, gilt auch für die Fahrer. Ich bin mir aber sicher, dass es einer der genannten Fahrer sein wird."

Was wird Ihr Ex-Kollege Nick Heidfeld im Jordan vollbringen?

"Es wird bestimmt keine einfache Saison für Nick im Jordan, denn genau wie Minardi bekommt auch Jordan keinerlei Werksunterstützung."

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