HOME

Ralf Schumacher: "Jetzt oder nie"

Endlich ganz nach oben und aus dem Schatten seines großen Bruders treten: Zwei Wochen vor Saisonbeginn ist Ralf Schumacher mit seinem vermeintlichen Wunderauto optimistisch wie nie, endlich den Titel einzufahren.

Er hat lange gewartet, viel Geduld bewiesen - doch jetzt will Ralf Schumacher endlich ganz nach oben. "Jetzt oder nie - das ist ganz klar mein Motto für dieses Jahr!", hat er selbstbewusst die Devise für 2004 formuliert. In seinem achten Formel-1-Jahr will Ralf Schumacher endlich einen Titel. Und tatsächlich scheinen die Chancen günstig wie nie. Erstmals in seiner Karriere dürfte er ein dafür geeignetes Auto haben, Rückkehrer BMW ist etabliert und der Pilot selbst erfahren genug. "Ich würde lügen, wenn ich bestreiten würde, dass die Voraussetzungen für einen Titel noch nie besser waren."

BMW-Wagen scheint titelfähig

Als Weltmeister würde Ralf Schumacher auch aus dem langen Schatten seines Jahre lang dominierenden Bruders Michael treten; auch wenn der jüngere schon immer seinen eigenen Weg gegangen ist. Die ersten beiden Formel-1-Jahre im Jordan boten keine ernsthafte Chance, ganz vorne zu landen. Nach dem Wechsel zu Williams 1999 war für Ralf Schumacher Aufbau-Arbeit durch den BMW-Einstieg angesagt. Im Vorjahr schien nach den Siegen auf dem Nürburgring und in Magny-Cours plötzlich alles möglich. Doch am Ende reichte es nicht, auch weil das Auto zu Saisonbeginn nicht konkurrenzfähig war. "Letztes Jahr hatte ich kurzzeitig die Möglichkeit, um die WM zu kämpfen. Aber die ist flöten gegangen."

Ralf gibt sich ruhiger

Der gereifte Schumacher hat dabei kein Problem mit Selbstkritik. "Ich habe acht, wenn nicht sogar zehn sichere Punkte weggeworfen, weil ich einfach ein bisschen zu viel riskiert habe", sagte er. Nach eigenen Fehlern schläft er zwar "etwas schlecht", aber er geht professionell damit um. "Nach einem Tag bin ich darüber hinweg."

Diesmal soll von Anfang an alles besser sein als im Vorjahr. Der neue FW 26, genannt "Hammerhai", hat den Kerpener gleich begeistert. "Ein unglaublicher Fortschritt gegenüber dem Vorjahr. Ich muss sagen, das ist der beste Start in eine neue Saison, den ich bei Williams je mitgemacht habe."

Gespanntes Verhältnis zu BMW-Williams-Chef

Seine sportlichen Ziele hat der Rheinländer "klar gesteckt", die berufliche Zukunft hingegen ist immer noch ungeklärt. Die Verhandlungen über eine Verlängerung des Ende 2004 auslaufenden Vertrags stocken. Schumacher startet in Ungewissheit in die neue Saison. "Ich sehe das nicht so dramatisch. Dieses Jahr fahre ich sowieso für Williams, und der Rest wird schon kommen."

Das Verhältnis zu Frank Williams scheint allerdings auf dem Tiefpunkt angekommen, seitdem der Teamboss öffentlich meinte, er würde viel zu viel Geld fordern. Einen Wechsel nächsten Jahr schließt der kleine Schumacher nicht mehr aus. "Veräppeln" wolle er sich nicht lassen, sagte er in einem Interview mit der "Bild am Sonntag".

Andreas Wimmer
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity