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Acht Finger und sieben Zehen Tennisspielerin mit seltenem Gen-Defekt qualifiziert sich erstmals für Australian Open

Francesca Jones
Francesca Jones
© Alex Pantling / Getty Images
Francesca Jones verbrachte den Großteil ihrer Kindheit in Krankenhäusern, nun spielt die 20-Jährige ihr erstes Grand-Slam-Turnier. Eine Karriere, an die niemand geglaubt hat.

Francesca Jones ist eine Kämpferin: Die 20-Jährige wurde mit einem seltenen Gen-Defekt, dem Ektrodaktylie–Ektodermale Dysplasie Syndrom (EEC-Syndrom), geboren. Durch eine Fehlbildung sind an beiden Händen nur jeweils drei Finger und ein Daumen ausgebildet, ihr linker Fuß hat drei Zehen, der rechte vier. Die Britin musste bereits zehn mal operiert werden, an eine Karriere als Profitennisspielerin glaubte in ihrer Kindheit niemand. Jones konnte damals kaum ihren Tennisschläger richtig halten.

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Doch die Ärzte haben sich geirrt: Jones hat sich 2021 zum ersten Mal für die Australian Open qualifiziert – das erste Grand-Slam-Turnier in ihrer Karriere. "Das Größte im Leben ist es, das zu tun, von dem die Leute sagen, dass man es nicht kann", so Jones im Interview mit dem "The Guardian".

Ihr Gen-Defekt habe sie laut eigenen Aussagen nie daran zweifeln lassen, an ihrem Traum festzuhalten. "Ich habe das Gefühl, dass ich anderen in vielerlei Hinsicht einen Schritt voraus bin. Ich habe gelernt, unabhängig zu sein, und es hat mir viel über mich selbst und über das Leben beigebracht", sagt die Tennisspielerin der "BBC".

Starke Qualifikation für Australian Open

Das harte Training hat sich ausgezahlt: Jones, die aktuell auf Platz 241 der Weltranglisten steht, gab in den drei Qualifikations-Partien für die Australian Open nur einen Satz ab und gewann gegen Spielerinnen, die in der Weltrangliste deutlich besser platziert sind. Die Rumänin Monica Niculescu, aktuell auf Nummer 129 der Welt, besiegte Jones in zwei Sätzen mit 6:3, 6:2. Gegen Jana Fett aus Estland, Platz 238 auf der Weltrangliste, gewann Jones in drei Sätzen mit 7:6, 2:6, 6:1 und im Quali-Finale war Jia-Jing Lu aus China, Platz 200, so gut wie chancenlos (0:6, 1:6). 

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"Ich bin einfach so glücklich, dass ich mich qualifiziert habe und freue mich riesig, jetzt nach Australien zu reisen", sagt Francesca Jones im "BBC"-Interview. "Ich war noch nie dort und bin mir sicher, es wird eine großartige Erfahrung. Jede Auslosung wird faszinierend sein. Ich freue mich auf jedes Match, das ich spielen kann – egal ob es gegen Serena Williams oder eine andere Spielerin ist."

Quellen: "The Guardian", BBC

aen

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