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1. Bundesliga: Herthas Interimstrainer Tretschok im Interview

In seinem ersten Spiel als Verantwortlicher eines Bundesliga-Teams bekommt es René Tretschok ausgerechnet mit seinem Ex-Club Borussia Dortmund zu tun. Doch im Interview erklärt der Interimstrainer von Hertha unter anderem, warum ihn das nach 14 Jahren in Berlin kalt lässt und ob er sich ein dauerhaftes Engagement als Bundesliga-Trainer vorstellen könnte.

Die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Borussia Dortmund hat für Herthas Interimstrainer René Tretschok bereits begonnen, vor der ersten Trainingseinheit mit der Mannschaft am Dienstag studierten er und Assistent Ante Covic bereits den Gegner.

Wie sehr hat Sie denn die Beförderung zum Interimschef überrascht?

Tretschok: "Ich war mit der U19 zum Spitzenspiel in Wolfsburg, da eilte uns die Nachricht vom Skibbe-Abschied hinterher. Es wurde ja schon mit meinem Namen spekuliert. Ab Sonntagabend hat mich Michael Preetz gebeten, dass ich es mache. Das ist natürlich selbstverständlich."

Und am Samstag geht es gleich gegen die Dortmunder, mit denen Sie 1997 die Champions League gewannen. Noch eine besondere Brisanz?

Tretschok: "Das ist eher ein Thema für die Medien. Für mich ist das gar nicht interessant. Es sind die zwei Vereine, für die ich die meisten meiner Spiele absolviert habe. Aber diese Dinge muss man ausblenden. Ich lebe seit 14 Jahren in Berlin, bin seit 1998 mit Unterbrechungen bei Hertha."

Wie nah sind Sie als U19-Trainer schon dran an den Profis?

Tretschok: "Wir sind räumlich nur zwei Treppen getrennt. Und natürlich kenne ich die Spieler durch die Besuche im Stadion und die eine oder andere Trainingseinheit. Wir werden alles machen, damit die Mannschaft unsere Vorstellungen kennenlernt. Mit der Analyse der Dortmunder haben wir schon begonnen. Wir werden viele taktische Sachen im Training machen. Es geht auch um Selbstbewusstsein und das wollen wir mit viel Kommunikation erreichen."

Wie sehen Sie denn das Bild, das Hertha zuletzt abgegeben hat?

Tretschok: "Ich werde mich nicht mit Vergangenem beschäftigen. Ich konzentriere mich auf die anstehenden Aufgaben. Und da haben wir viel Arbeit. Alles andere möchte ich nicht kommentieren."

Sehen Sie die Aufgabe auch als persönliche Chance?

Tretschok: "Das interessiert mich überhaupt nicht. Es geht um den Verein und darum, dass die Leute das Gefühl haben, jawohl, da ist einer, der ist gleich voll da. Ich habe überhaupt keine Ambitionen, das dauerhaft zu machen. Erstens darf ich gar nicht, weil mir der Fußball-Lehrer-Schein fehlt. Und zweitens habe ich mit den U19-Junioren viel Spaß."

sportal.de / sportal

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