2. Bundesliga Kaiserslautern trennt sich von Trainer Sasic


Paukenschlag in der Pfalz: Der 1. FC Kaiserslautern hat sich überraschend von seinem Trainer Milan Sasic getrennt. Drei Tage nach der bitteren 1:5-Pleite bei Hansa Rostock zogen die Pfälzer unerwartet die Reißleine und beendeten die Zusammenarbeit mit dem Kroaten.

Milan Sasic ist als Trainer des 1. FC Kaiserslautern entlassen worden. Das teilte der Fußball- Zweitligist am Montagabend mit, nachdem der Vorstand der Lauterer "den Cheftrainer mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben freigestellt" hatte, wie es in einer Erklärung hieß. "Wir haben festgestellt, dass es keine weitere Basis für eine Zusammenarbeit über diese Saison hinaus gibt", begründete FCK-Vorstandsboss Stefan Kuntz die Entscheidung, die nach Auskunft des Europameisters von 1996 nach einem "sachlichen und dennoch emotionalen Austausch", getroffen wurde. Bis zum Saisonende wird der bisherige U 23-Trainer Alois Schwartz die Mannschaft betreuen.

Der 50-Jährige Sasic hatte die "Roten Teufel" im Februar 2008 in schier aussichtsloser Lage übernommen und nach einer tollen Aufholjagd am letzten Spieltag mit einem Heimsieg gegen den 1. FC Köln vor dem Absturz in die Drittklassigkeit bewahrt. Der kauzige Coach galt zusammen mit Kuntz als großer Hoffnungsträger beim Traditionsclub, der trotz der hohen Niederlage in Rostock nach wie vor die Chance hat, in die Bundesliga aufzusteigen und mit nur drei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz auf Rang sechs liegt.

Über die weiteren Gründe für die überraschende Trennung wollten die Pfälzer am Montagabend keine Angaben machen. Für diesen Dienstag hat der Verein eine Pressekonferenz anberaumt, auf der sich die Verantwortlichen näher äußern wollen. Zuletzt hatte es immer wieder Dissonanzen zwischen Sasic und dem Umfeld über die Zielsetzung für die laufende Saison gegeben.

Während Sasic den Aufstieg trotz der starken Hinrunde, die der FCK auf dem zweiten Tabellenplatz abschloss, auf Grund der geringen finanziellen Mittel für unrealistisch hielt, weckte der Höhenflug des Teams bei den Verantwortlichen und treuen Fans höhere Erwartungen.

Der Bruch zwischen Sasic und Kuntz kommt dennoch überraschend, schließlich hatten beide bereits bei der TuS Koblenz als erfolgreiches Tandem zusammengearbeitet, ehe Kuntz zum VfL Bochum wechselte. Noch zum Ende der vergangenen Saison lagen sich die beiden "Retter" nach dem geschafften Klassenerhalt in den Armen und galten mit ihrer seriösen Arbeitsweise als Garanten einer positiven Zukunft für den finanziell nach wie vor angeschlagenen Club.

DPA DPA

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