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DFB-Pokalsieg: Schalke triumphiert im Finale

Großer Erfolg für Königsblau: Schalke hat Duisburg im Berliner Finale klar bezwungen und den DFB-Pokal gewonnen. Schon in der ersten Halbzeit war die Partie entschieden.

Nur in den ersten Minuten des Pokalfinales in Berlin haben sich zwei Gegner auf Augenhöhe gegenüber gestanden. Schalke begann konzentriert, Gegner Duisburg merkte man an, dass er sich einiges vorgenommen hatte. Das Team von Trainer Milan Sasic ging engagiert in die Zweikämpfe. Eine Zeitlang gelang es dem Zweitligisten und klaren Außenseiter, den Eindruck zu erwecken, dass da ein gleichwertiger Gegner auf dem Platz stand. Aber dann kam Julian Draxler. Nach einem feinen Pass vom überragenden Jefferson Farfan schoss das 17-Jährige Supertalent Schalke in Führung. Vier Minuten später folgte bereits die Vorentscheidung. Wieder war es Farfan, der Klaas-Jan Huntelaar bediente. Der niederländische Torjäger blieb eiskalt und erhöhte auf 2:0. Ein Schock für die tapferen Duisburger, von dem sie sich nicht mehr erholen sollten.

Es folgte ein Schützenfest, in dem sich die Schalker den ganzen Frust einer missratenen Bundesliga-Saison von der Seele schossen. Die Duisburger konnten einem nur leid tun. Schalke rettete durch den 5:0 (3:0)-Triumph ein missratenes Bundesliga-Jahr und gewann zum fünften Mal den DFB-Pokal. Die Sieger stellten damit im 68. Cup-Finale ihren eigenen Finalrekord von 1972 ein und qualifizierten sich damit für die Europa League. In seinem vermeintlichen Abschiedsspiel für die Gelsenkirchener hatte Nationaltorhüter Manuel Neuer kaum Gelegenheit sich auszuzeichnen.

"Wir haben sehr konzentriert gespielt. Deshalb war es am Ende auch eine klare Sache. Das war aber nicht so einfach heute. Eigentlich war es erst nach dem 3:0 klar", sagte Schalke-Coach sein Team. Duisburgs Trainer Milan Sasic hatte nicht mit einer so klaren Niederlage gerechnet: "Ich bin enttäuscht, weil wir es nicht geschafft haben, mehr zu machen. Es war heute auch so deutlich, weil bei uns die Leistungsträger gefehlt haben. Leider war nicht mehr drin."

Neben Draxler und Huntelaar, der mit seinem zweiten Tor in der 70. auch für den Schlusspunkt sorgte, erzielten Benedikt Höwedes (42.) und Jose Manuel Jurado (55.) die Tore vor 75.708 Zuschauern im Olympiastadion und bescherten Trainer Ralf Rangnick zugleich den ersten Titel seiner Karriere. Für den 33 Jahre alten Spanier Raùl war es ebenfalls eine Premiere: Er hatte zuvor nie einen nationalen Cup gewonnen. Die "Zebras" gingen dagegen auch bei ihrer vierten Endspiel-Teilnahme nach 1966, 1975 und 1998 als Verlierer vom Platz.

Schalke wird Favoritenrolle gerecht


Nach zuletzt sechs Pflichtspiel-Niederlagen am Stück wurde Schalke seiner Favoritenrolle im Ruhrpott-Derby vollauf gerecht. Denn das von Coach Milan Sasic anfangs gut eingestellte Duisburger Team schaffte es nur eine Viertelstunde lang, den Bundesliga-14. in Schach zu halten. Dann schlug sich die größere individuelle Klasse der Schalker auch in Treffern nieder. Konnte MSV-Keeper David Yelldell gegen Kyriakos Papadopoulos (15.) noch einen Gegentreffer verhindern, schlug es kurz danach gleich zweimal in seinem Kasten ein.

Ausgangspunkt beim königsblauen Doppelschlag war jeweils Jefferson Farfan mit zwei mustergültigen Pässen. Der quirlige Peruaner bediente zunächst den 17-jährigen Draxler, der bei seiner ersten Pokal-Partie von Beginn an mit einem knallharten Schuss von der Strafraumgrenze für das 1:0 sorgte. Der Schüler hatte S04 mit seinem 3:2-Siegtor gegen Nürnberg Ende Januar ins Halbfinale geschossen. Vier Minuten später spritzte Huntelaar in Farfans Zuspiel und spitzelte den Ball am zu spät reagierenden Yelldell vorbei in die kurze Ecke. Der Niederländer stand nach langwierigen Verletzungsproblemen erstmals seit Ende Februar wieder in der Schalker Startelf.

Duisburg vergibt große Chancen


Die "Zebras" benötigten mehr als eine halbe Stunde, um sich von dem Schock zu erholen. Dann kamen sie gefährlich vor Neuers Tor. Doch weder Olcay Sahan (36.) noch Sefa Yilmaz (40.) schafften es, den Ball aus aussichtsreicher Position am Nationalkeeper vorbeizubringen. Wie einfach das Toreschießen ist, verdeutlichte dafür auf der Gegenseite Höwedes. Nach Farfans Eckball war der Abwehrspieler schneller am Ball als der zögernde Yelldell und köpfte zum 3:0 ein.

Erinnerungen an den bisher höchsten Sieg in einem Pokalfinale - Schalkes 5:0 gegen Kaiserslautern vor 39 Jahren - wurden wach. Erst recht, als Jurado in der 55. Minute mit einem trockenen Schuss in die kurze Ecke zum vierten Mal ins Schwarze traf. Dann trug sich Huntelaar noch ein zweites Mal in die Schützenliste ein und sorgte gegen die Duisburger für die Einstellung des Rekordes. Der MSV ergab sich in sein Schicksal und zeigte in der Schlussphase kaum noch Gegenwehr.

tis/DPA / DPA

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