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Bayer Leverkusen: Ohne Elan in die Champions League

Bayer 04 Leverkusen hat trotz einer 1:2-Pleite gegen Banik Ostrau die Qualifikation zur Champions League geschafft. Jetzt warten hochkarätige Gegner auf die Werkself.

Trotz einer 1:2 (0:1)-Pleite bei Banik Ostrau ist Bayer 04 Leverkusen nach 17-monatiger Abstinenz ungefährdet in die Champions League zurückgekehrt. Der trostlose Auftritt am Mittwochabend im Qualifikations-Rückspiel beim tschechischen Meister fiel nach dem 5:0-Polster aus dem Hinspiel zwar nicht mehr unmittelbar ins Gewicht. Allerdings versäumte es die Mannschaft von Trainer Klaus Augenthaler, mit einem Erfolg in der UEFA-Rangliste Punkte für die gebeutelte Bundesliga und für das eigene Konto zu sammeln.

Bestraft wurde die leidenschaftslose Vorstellung durch Tore von Michal Papadopoulos (38.), der einen Fehler von Bayer-Torhüter Jörg Butt nutzte, und vom eingewechselten Libur Zurek (83.). Dimitar Berbatow hatte vor nur 5000 Zuschauern zwischenzeitlich für die Werkself ausgeglichen.

Bei der Auslosung an diesem Dienstag in Monaco wird der Champions-League-Finalist von 2002 aber nur noch im Topf der vermeintlichen Gruppendritten eingestuft und muss deshalb mit hochkarätigen Vorrunden-Gegnern rechnen. Damit erhält der Bundesligist verspätet die Quittung dafür, dass er beim letzten Gastspiel in der Champions League in der Saison 2002/03 ohne jeden Punktgewinn in der Zwischenrunde ausgeschieden war.

Bayer trat in Bestbesetzung an

Um erst gar nicht den Anschein aufkommen zu lassen, sein Personal nehme die Partie auf die leichte Schulter, bot Augenthaler die vermeintlich beste Elf auf. Doch die enttäuschte auf der ganzen Linie, agierte uninspiriert und war augenscheinlich nur darauf aus, mit möglichst wenig Aufwand über die Runden zu kommen. Im Mittelfeld herrschte viel zu wenig Bewegung, weder Robson Ponte noch Bernd Schneider zeigten Interesse an einem konstruktiven Aufbau. Torjäger Franca war ebenfalls ein Totalausfall.

Wiedergutmachung für das Hinspiel-Debakel

Dagegen betrieben die Gastgeber, gegenüber dem Hinspiel auf sieben Positionen verändert, erfolgreiche Wiedergutmachung für das Hinspiel- Debakel. Auch der Umstand, dass in Marek Heinz der prominenteste Spieler zu Wochenbeginn nach Mönchengladbach verkauft wurde, fiel kaum ins Gewicht. Abgesehen von den ersten 20 Minuten waren die Tschechen die bessere Mannschaft und gingen noch vor der Pause verdient in Führung. Nach einem Steilpass auf Mario Licka unterlief But den Ball und ermöglichte so den Treffer von Papadopoulos.

Verdienter Sieg der Tschechen

Die etwa 100 mitgereisten Bayer-Fans hofften auch in der zweiten Halbzeit vergeblich auf ein Aufbäumen ihrer Mannschaft. Im Gegenteil: Leverkusen hatte Glück, dass es in der 53. Minute nach einem Foul von Roque Junior an Licka keinen Elfmeter gab. Die Leverkusener kam in der zweiten Halbzeit nur einmal gefährlich vor das Banik-Tor, unterstrichen dabei aber ihre Effizienz. Nach Vorarbeit von Jacek Krzynowek schloss der ansonsten abgemeldete Berbatow zum 1:1 ab. Doch nur sechs Minuten später stellte Zudek mit einem Kracher unter die Latte den verdienten Sieg sicher.

Micha Nemec/DPA / DPA

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