VG-Wort Pixel

Bei Hymne: Flitzer posiert mit Regenbogenfahne vor ungarischer Mannschaft - Fans mit homophoben Sprechchören

Streaker Germany Hungary European Championship 2021
Streaker Germany Hungary European Championship 2021
© Getty Images
Kuriose Szene vor dem EM-Spiel zwischen Deutschland und Ungarn. Ein Fan protestierte während der ungarischen Hymne.

Vor dem Anpfiff des entscheidenden EM-Gruppenspiels Deutschland gegen Ungarn hat ein Flitzer während der ungarischen Hymne für LGBTIQ-Rechte demonstriert. Ungarische Fans skandierten derweil zuvor "Deutschland, Deutschland, homosexuell".

Vor der Allianz Arena war zuvor ebenso wie am Münchner Rathaus, am Turm der Kirche St. Maximilian, im Hauptbahnhof und rund um die Arena in Fröttmaning der Regenbogen als Zeichen der Toleranz, Menschlichkeit und Freiheit der sexuellen Orientierung quasi omnipräsent gewesen. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte nach seinem gescheiterten Versuch, das Stadion erstrahlen zu lassen, die bunte, sechsteilige Riesenbeflaggung an seinem Amtssitz angeordnet. Manuel Neuer trägt im deutschen Tor erneut seine Regenbogen-Kapitänsbinde.

EM 2021: Ungarische Fans provozieren vor Spiel gegen Deutschland

Aggressivität war zunächst trotz erhitzter Diskussionen im Vorfeld kaum zu bemerken. "Es gab vereinzelte Pyrotechnik-Vorfälle, es wurden Rauchtöpfe gezündet", sagte der Polizeisprecher. Größere Probleme mit den ungarischen Problemfans, die gegen 19.15 Uhr das Stadion erreicht hatten, seien ihm trotz Provokationen bislang keine bekannt. 1500 Kräfte sind rund um das Spiel im Einsatz, die ungarischen Fans wurden direkt von der Bahn zum Auswärtsblock in der Nordkurve geführt.

Ein Teil dieser Fans skandierte vor dem Anpfiff dann im Block "Deutschland, Deutschland homosexuell".

Mehrere kleinere Kundgebungen für Toleranz und gegen Homophobie waren angemeldet worden: am Rindermarkt, an der Sendlinger Straße und am Wittelsbacher Platz in der Innenstadt von München sowie an der Esplanade am Stadion. Mehrere Hundert Teilnehmer wurden dazu erwartet. Vor der Arena verteilten Aktionsbündnisse Tausende Regenbogen-Fähnchen, die auch reißenden Absatz fanden.

Viele Fans kamen gleich in bunte Fahnen gewickelt, mit Regenbogen-Perücken, -Halsketten, -Stirnbändern oder -Umhängetaschen. Im weiteren Verlauf des Abends sollten viele Stadien in Deutschland bunt angeleuchtet werden, unter anderem in Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, Wolfsburg oder Köln. Auch ein Windrad in München in Arenanähe soll strahlen. Ordner trugen bunte Schweißbändchen am Arm. Viele Ungarn hingegen erschienen als furchteinflößender "schwarzer Block".

Die Stadt hatte bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) beantragt, die Arena als Protest gegen die Politik der rechtsnationalen Regierung Ungarns als Regenbogen erstrahlen zu lassen. Die UEFA lehnte dies ab: Präsident Aleksander Ceferin sprach von einer "populistischen Aktion", für die sich der Verband nicht missbrauchen lasse.

Goal

Wissenscommunity


Newsticker