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Champions League: Leverkusen schlägt Valencia mit 2 -1

Der 2:1-Sieg gegen Valencia war schmeichelhaft, denn Leverkusen ließ sich eine Halbzeit lang an die Wand spielen und hatte Glück, nur mit 0:1 zurückzuliegen. Doch die Elf von Robin Dutt zeigte das zweite Gesicht und drehte die Partie in der zweiten Hälfte innerhalb von drei Minuten.

Die Bayer-Werkself zeigte sich mit zwei Halbzeiten, die unterschiedlicher nicht sein konnten. In der ersten Hälfte hätten sie mehr als das eine Gegentor kriegen können, in der zweiten drehten sie die Partie innerhalb von drei Minuten und gewannen etwas glücklich mit 2:1 über Valencia.

Ballack auf der Zehn

Robin Dutt versuchte es mit der Mannschaftsaufstellung aus dem Chelsea-Spiel. Hanno Balitsch und Daniel Schwaab mussten gegenüber der Begegnung in Gladbach weichen, dafür kamen Ömer Toprak und Simon Rolfes in die Startelf, Michael Ballack sollte wie gegen Chelsea auf der Spielmacherposition für Gefahr sorgen. Die Spanier tauschten auf fünf Positionen ihre Anfangself, im Sturm ließ Trainer Unai Emery mit zwei Spitzen agieren, Jonas und Roberto Soldado sollten die Tore erzielen.

Leverkusen zeigte sich in der Anfangsphase unsortiert. Valencia konnte die Defensive einige Male durcheinanderwirbeln. Zahlreiche Schussversuche landeten aber in der konfusen, aber vielbeinigen Bayer-Abwehr, oder über dem Tor. Vor allem Roberto Soldado wirbelte nach Belieben, man hatte den Eindruck, die Spanier spielten im eigenen Stadion. Nach annähernd 20-minütiger Überlegenheit der Gäste, mit 70 Prozent Ballbesitz, beruhigte sich das Spiel etwas. Den ersten Schreckmoment hatten aber dennoch die Bayer-Fans zu überstehen. Soldado nahm einen Querschläger aus elf Metern direkt, traf allerdings nur den Außenpfosten (20.). Dann wurde es ernst für den Gastgeber.

Das Tor eine Frage der Zeit 

Das 1:0 fiel hochverdient für die Spanier. Stefan Reinartz hatte einen Ball genau in die Füße von Roberto Soldado abgewehrt, der Stürmerstar spielte das Spielgerät mit viel Gefühl und dem rechten Außenrist in die Mitte, wo Jonas keine Schwierigkeiten hatte, aus fünf Metern zur Führung einzuschieben (25.). Bernd Leno musste alles aufbieten, damit es nicht schon früh 0:2 aus Leverkusener Sicht hieß. Er hielt in der 30. Minute glänzend einen Distanzschuss von Jonas und auch den Nachschussversuch von Pablo Hernandez. Dass auch die Leverkusener die Halbzeit nicht gänzlich ohne Torschuss beschließen wollten, zeigten sie in Person von Andre Schürrle, der aus 28 Metern Torwart Diego Alves prüfte (39.).

Robin Dutt war nach 45 Minuten komplett heiser, sein Team lieferte bis dahin eine lethargische und konfuse Partie ab. Die Innenverteidigung überhaupt nicht im Bilde, die offensiven Außen nahmen nicht am Spiel teil. Alle Bayer-Akteure waren zu weit von den Gegenspielern weg und das Spiel ohne Ball fand nicht statt. Doch es gab auch etwas Positives aus Sicht der Gastgeber zu vermelden. Valencia führte nur 1:0. Stefan Reinartz blieb zur zweiten Hälfte in der Kabine, Manuel Friedrich sollte es besser machen.

Das andere Gesicht

Leverkusen kam mit einer aggressiveren Einstellung zurück auf den Platz und konnte die Parie in der 52. Minute auf den Kopf stellen. Ballack hatte Michal Kadlec auf der linken Seite eingesetzt, dessen Flanke in den Rückraum nahm Andre Schürrle direkt und erzielte aus 14 Metern den Ausgleich. Bayer drehte nun auf und schaffte es, innerhalb von drei Minuten die Partie zu kippen. Michael Ballack spielte einen brillanten Steilpass auf Sidney Sam, der Außenstürmer ging auf die Reise gen Valencia-Strafraum und schloss aus 14 Metern mit einem tollen Schlenzer ins lange Eck ab, es stand 2:1 für die Gastgeber und die Beobachter rieben sich die Augen (56.).

Valencia konnte sich wieder fassen und entwickelte Druck auf den Kasten von Bernd Leno, die Bayer-Elf lauerte im eigenen Stadion auf Konter. Allerdings standen die Leverkusener wieder sehr tief, luden den Gegner zu Angriffen ein. Bernd Leno musste in der 71. Minute alles aufbieten, um den frei vor ihm auftauchenden Soldado entgegenzustehen, er hielt den Schuss des Spaniers im Nachfassen. Bayer hielt in der Schlussphase kämpferisch dagegen, Schürrle vergab die letzte Chance und anschließend konnte Bayer den Spielstand über die Zeit retten.

Valencia auf Abstand gehalten 

Ein verrücktes Spiel endete mit einem überraschenden Sieger. Valencia hätte gut und gerne 3:0 zur Hälfte führen können, Bayer kam mit einer veränderten Einstellung in die zweite Hälfte zurück, drehte die Partie und gewann insgesamt doch etwas glücklich. In der Tabelle E liegen die Leverkusener dadurch mit vier Punkten vor Valencia auf Platz zwei.

Michel Massing 

sportal.de / sportal

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