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Chelsea-Star trifft auf Balljungen: Die große Show des Charlie Morgan

Auf den ersten Blick scheint die Sache klar: Chelsea-Rüpel Eden Hazard ist wegen seines Tritts gegen einen Balljungen der Buhmann. Aber das ist nur die halbe Wahrheit.

Von Klaus Bellstedt

Eden Hazard, der belgische Neueinkauf vom FC Chelsea, ist bei den Fans der "Blues" enorm beliebt. Wegen seiner filigranen Spielweise. Aber auch, weil er kämpfen kann. Am späten Mittwochabend übertrieb es Hazard, der in der Woche angeblich über 100.000 Pfund verdient, allerdings. Dem Mittelfeldspieler brannten beim Ligapokalspiel der Blues in Swansea kurz vor Schluss die Sicherungen durch. Aber nicht auf dem Platz, sondern außerhalb der Linien.

Der Leidtragende war ein Balljunge, der den Ball beim Stande von 0:0 nicht schnell genug hergab. Im Angesicht des drohenden Ausscheidens rangelte Hazard ein bisschen mit Charlie Morgan. Der ging zu Boden. Schließlich kickte der Chelsea-Star dem Jungen den Ball aus der Umklammerung - und traf, genau, nicht das Spielgerät sondern den nach britischen Medienberichten 17-jährigen Teenager. Der krümmte sich daraufhin reichlich theatralisch. Die Folge: Rote Karte für Hazard, dem nun eine empfindliche Sperre droht. Champions-League-Sieger Chelsea verpasste durch das 0:0 in Wales den Einzug ins Endspiel des Ligapokals, das Hinspiel hatten die Blues an der Stamford Bridge sensationell mit 0:2 verloren.

Polizei befragt Vater und Sohn

Auf den ersten Blick scheint die Sache klar: Hazard ist der Buhmann der Nation. Aber wie jetzt herauskam, hat sich auch der Balljunge, zumindest außerhalb von Swansea, nicht unbedingt beliebter gemacht. Denn: Charlie Morgan kündigte seine Aktion an. Kurz vor Beginn des Ligapokal-Halbfinales schrieb er bei Twitter folgenden entlarvenden Satz: "The king of all ballboys is back making his final appearance #needed #for #timewasting." Was übersetzt so viel bedeutet wie: "Der König der Balljungen ist zurück und bereit fürs Zeitschinden." Morgans Twitteraccount ist inzwischen explodiert. Vor allem Chelsea-Fans beschimpfen den Balljungen, der sich nach der Partie mit Hazard aussöhnte und für sein unfaires Handeln entschuldigte, wüst.

Die walisische Polizei befragte noch in der Nacht Charlie Morgan zu dem Vorfall an sich, aber auch zu seiner Ankündigung auf Twitter. Genauso wie seinen Vater Martin Morgan, dem gemeinsam mit seiner Ehefrau Louisa kurioserweise 22,5 Prozent an Swansea City gehören und der in der Vorstandsetage des Überraschungsteams der diesjährigen Premier-League-Saison sitzt.

Karriere als Balljunge beendet

Charlie Morgan, seit der Geburt ein glühender Fan der "Schwäne", sprang als Balljunge an diesem Abend übrigens nur für einen jüngeren Kollegen ein, der es wegen der widrigen Wetterbedingungen nicht mehr rechtzeitig ins Stadion geschafft hatte. Das berichtet die "Sun". Welche Konsequenzen der 17-Jährige nun zu befürchten hat, ist noch nicht klar. Aber mehr als einen Rüffel wird es wohl nicht geben. Da seine Karriere als Swansea-Balljunge eigentlich schon vor der Partie beendet war, würde eine Sperre sowieso ins Leere laufen. Das Ganze wird für Charlie Morgan vermutlich also gut ausgehen. Und auch die Gegner von Swansea werden in Zukunft etwas entspannter im Liberty Stadion auftreten. Sie müssen den Burschen als Zeitschinder außerhalb des Spielfeldes nicht mehr fürchten.

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