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Bundesliga-Kuriosum: Christoph Kramer erklärt sein Eigentor aus 45 Metern

Aus 45 Metern erzielte der Gladbacher Christoph Kramer den 1:0-Siegtreffer für Dortmund. Im Interview gab er sich anschließend erfrischend selbstkritisch. Eine richtige "Grütze" habe er gespielt.

Christoph Kramer blickte in den Dortmunder Abendhimmel und konnte es kaum fassen: Aus 45 Metern hatte er den Ball ins eigene Netz befördert.

Christoph Kramer blickte in den Dortmunder Abendhimmel und konnte es kaum fassen: Aus 45 Metern hatte er den Ball ins eigene Netz befördert.

Christoph Kramer ging mit sich selbst hart ins Gericht. Selbst der Zuspruch der Gegner konnte den Weltmeister nicht aufmuntern. Sein spektakuläres Eigentor zum 0:1 in Dortmund machte dem Mönchengladbacher Profi noch lange zu schaffen. Mit regloser Miene kommentierte er seinen Fauxpas, der ihm einen Platz im Kuriositätenkabinett der Liga bescherte. " Ich wollte den Ball flach zurückspielen. Als ich sah, dass der Ball hoch ging, dachte ich: Scheiße. Als ich sah, dass Yann Sommer so weit vorm Tor steht, dachte ich noch mal: Scheiße. Und als der Ball im Tor war, dachte ich: große Scheiße", klagte der Pechvogel. Der Blick auf die TV-Bilder und der anschließende Interview-Marathon fielen ihm sichtlich schwer: "Ich weiß nicht, ob jemand schon einmal so ein weites Eigentor geschossen hat. Das ist brutal ärgerlich."

Bei aller Freude über das erlösende Erfolgserlebnis nahm sich auch Jürgen Klopp nach dem Schlusspfiff Zeit für den traurigen Kramer. Auf dem Weg zurück von der bebenden Südtribüne sprach der BVB-Coach dem Verlierer des Abends Trost zu. "Das wird als Kuriosität in seinem Leben eine kleine Randnotiz bleiben. Ich halte ihn für einen außergewöhnlichen Kicker", sagte Klopp. Auch Sebastian Kehl zeigte Mitgefühl. Unmittelbar nach dessen Missgeschick strich der Routinier seinem Gegenspieler über den Hinterkopf: "Ich habe ihm gesagt, dass es mir für ihn leidtut und hoffe, es wirft ihn nicht um."

"So eine Leistung darf nicht passieren"

Es passte ins Bild eines denkwürdigen Spiels, dass es auf diese Art und Weise entschieden wurde. Bereits bis zur Pause hatte sich der famos aufspielende kurzzeitige Tabellenletzte ein Plus von 15:0 Torschüssen erarbeitet. Doch erst der verunglückte Rückpass von Kramer in der 58. Minute aus rund 44 Metern hinweg über den verdutzten Gladbacher Schlussmann Yann Sommer erlöste den BVB.

Schlimmer noch als seinen Treffer ins falsche Netz fand Weltmeister Kramer seine Leistung während der 90 Minuten. "So ein Tor kann passieren, so eine Leistung darf nicht passieren. Mich ärgert, dass ich so eine Grütze gespielt habe. Wenn so ein wichtiger Mann in der Zentrale wegbricht, ist jeder Matchplan über den Haufen geworfen." Weltmeisterlich war an diesem Abend zumindest die Offenheit, mit der Kramer sein Spiel aufarbeitete.

nck/DPA / DPA

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