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Bundesliga im Check: "Schiedsrichter, war es das falsche Tor?"

Armer Christoph Kramer: 22-mal scheitern die Dortmunder vor dem Gladbacher Tor. Der Weltmeister macht es schließlich "besser" - und sorgt mit einer traumhaften Bogenlampe für das Eigentor des Monats.

Von Ingo Scheel

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Spieltags

Nehmen wir den 'Aufreger' einmal wörtlich - dann war das Spiel in Hoffenheim ganz sicher ein solcher. Hoffenheim gegen Köln, sieben Tore, etliche Chancen - ein durch und durch aufregendes Spiel, in dem die Kölner zunächst wie die Sieger aussahen. Mit 3:1 waren die Geißböcke bereits in der ersten Hälfte in Führung, die Sinsheimer glichen in eben jener Hälfte jedoch schon zum 3:3 aus. Im zweiten Abschnitt rannten die Hoffenheimer zunächst aufs Kölner Tor, die Führung schien nur noch eine Frage der Zeit. Die aber besorgten schließlich die Kölner. Es blieb am Ende eines echten Topspiels beim 4:3-Auswärtssieg des FC. Aufregend!

Dieses Tor sollten Sie (noch mal) sehen

22 Mal schießen die einen Borussen – jene aus Dortmund – auf das Tor der anderen Borussen aus Gladbach. Als wäre das nicht genug, um zumindest mal eine Bude zu machen, ist es ein Eigentor der Gladbacher, das die Entscheidung bringt. Mit einem ebenso unverständlichen wie wunderschönen Lupfer überwindet Kramer seinen Keeper aus 45 Metern Entfernung.

Gewinner des Spieltags

Tanzen kann er nicht, im Dirndl sieht er gewöhnungsbedürftig aus, aber über eines gibt es bei Thomas Müller keine Diskussion: seine Torgefährlichkeit. Mit drei von vier Toren für die Bayern bei der Frankfurter Eintracht gewinnt er den Auswärtsdreier seines Teams fast im Alleingang.

Die Bayern bleiben damit auch weiterhin in ihrer eigenen Liga. "Wir spielen aktuell keinen schlechten Ball", stellte Thomas Müller ganz sachlich und trocken in einem Interview fest. Die Fans der Münchner wird es freuen, der Rest der Republik registriert es mit einem frustrierten Gähnen.

Verlierer des Spieltags

Siehe oben: Christoph Kramer guckte aus der Wäsche, als würde er sich den geistig umnachteten Zustand wieder herbeiwünschen, den die Kopfnuss im WM-Finale bei ihm ausgelöst hatte. Der Gladbacher wollte wohl, aber das können wir nur mutmaßen, zu seinem Torwart zurückpassen. Daraus wurde eine gigantische Bogenlampe, die den Weg schließlich ins Tor der Gladbacher fand.

Es blieb das goldene Tor, ein wunderschönes dazu. Das Gerücht, Kramer hätte den Schiedsrichter, "Schiri, war das wirklich das eigene Tor?" gefragt, konnten nicht bestätigt werden. Vielmehr erklärte Kramer: "Ich wollte den Ball flach zurückspielen. Als ich sah, dass der Ball hoch ging, dachte ich: Scheiße. Als ich sah, dass Yann Sommer so weit vorm Tor steht, dachte ich noch mal: Scheiße. Und als der Ball im Tor war, dachte ich: große Scheiße." Punkt.

Bild des Wochenendes

Man kann nur mutmaßen, was Stefan Kießling hier mit dem Ball macht: Luft raussaugen, aufessen - oder sich einfach nur dahinter verstecken. Eines ist sicher: Man kann es nachvollziehen, bei der Vielzahl von Chancen und Torgelegenheiten, die sich den Leverkusenern im Spiel gegen Mainz boten, ohne dass sie nur eine einzige davon nutzen konnten. Glück im Unglück: Die Mainzer trafen auch nicht, man trennte sich schiedlich-friedlich mit 0:0.

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