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DAZN, Sky, Eurosport: Fans brauchen immer mehr Abos: So kompliziert wird Fußball gucken ab dieser Saison

Vergangene Saison stieg Eurosport in den deutschen Fußball-Pay-TV-Markt ein, nun schneidet sich DAZN ein gewaltiges Stück vom Champions-League-Kuchen ab. Fußball gucken wird damit deutlich komplizierter.

Ein Kameramann filmt die Bundesliga. Auf der Bande um ihn herum steht "Sky Sport".

Mit der Monopolstellung von Sky in der Bundesliga war es vergangene Saison bereits vorbei, nun verliert der Anbieter auch viele Champions-League-Partien

DPA

Vor rund zwei Jahren hatte es der Fußballfan in Deutschland noch recht einfach: Wollte man alle Wettbewerbe live sehen, brauchte man ein entsprechendes -Abo. Die Preise variierten schon immer von Kunde zu Kunde, aber für irgendetwas zwischen 20 und 35 Euro hatte man alle Partien der Champions League (CL), des DFB-Pokals und der Bundesliga eingekauft - vorausgesetzt man kündigt immer wieder, um erneut entsprechende Angebotspreise zu erhalten. Damit war man zwar auf den einen Anbieter angewiesen, aber man hatte wenigstens alles in einer Hand und konnte mit einem Abo so viel Fußball schauen, wie man wollte.

Bereits in der vergangenen Saison war es damit vorbei, als auf den Bundesliga-Markt vordrang. In diesem Jahr wird es noch komplizierter, denn Streaming-Anbieter DAZN hat sich einen großen Teil des Champions-League-Kuchens gesichert, das ZDF ist dafür ausgestiegen. Die Königsklasse ist damit nur noch im Pay-TV zu sehen und das auch noch in einem arg undurchschaubaren Modell. 

Die Eckdaten sind: Sky überträgt 34 Spiele live, davon 28 exklusiv. Laufen mehrere Spiele parallel, wird es zudem immer eine Konferenz auf Sky geben. Auf DAZN kann man 110 Spiele sehen, 104 davon ausschließlich dort. Grundsätzlich lässt sich festhalten: Sky wird sich zumeist zuerst aussuchen dürfen, welches Spiel man übertragen will. DAZN zeigt dafür mehr als dreimal so viele Partien. Halbfinals und Finale laufen auf beiden Plattformen in voller Länge parallel, bei den vorherigen K.o.-Runden wird es komplizierter. 

Nach der Vorrunde wird es kompliziert

In der Vorrunde zeigt Sky pro Dienstag und Mittwoch jeweils nur noch ein Spiel live und zu beiden Anstoßzeiten jeweils eine Konferenz. Ab dieser Saison starten immer zwei Partien in der CL um 18.55 Uhr, sechs weitere um 21 Uhr. Alle anderen Partien gibt es nur noch live bei DAZN. An neun von zwölf Übertragungstagen darf sich Sky zuerst aussuchen, welches Spiel der Anbieter zeigen will, dreimal hat DAZN das Erstwahlrecht.

Ab dem Achtelfinale wird es dann komplex. Sky und DAZN teilen dabei jeweils die Hin- und Rückspiele gleichermaßen unter sich auf. Da noch unklar ist, welche Partien das sein werden, gibt es zumindest für die Hinspiele ein Wahlsystem dafür, welcher Anbieter welches Spiel überträgt. Das System variiert je nach Anzahl deutscher Teams, die zum jeweiligen Zeitpunkt noch im Wettbewerb sind. In der Regel hat Sky das Erstwahlrecht, DAZN dann den zweiten, dritten eventuell vierten Pick. 

Ist nur noch eine deutsche Mannschaft dabei, zeigen beide das Hinspiel. Bei den Rückspielen darf Sky sich die besten vier Spiele herauspicken. DAZN darf übertragen, was übrig bleibt. Auch im Viertelfinale darf sich Sky eines der Hinspiele und die Hälfte der Rückspiele aussuchen. Sollten noch mehr als zwei deutsche Teams im Turnier sein, dürfte Sky bis zu vier Partien exklusiv übertragen - vorausgesetzt die Mannschaften spielen nicht gegeneinander. 

Überstehen also etwa alle vier Bundesliga-Teams die Vorrunde, werden die Rückspiele im Achtelfinale ausschließlich bei Sky zu sehen sein, drei der vier Hinspiele aber bei DAZN. Sind dann noch zwei deutsche Teams im Viertelfinale, würde jeder der Anbieter ein Hinspiel bekommen, Sky würde die Rückspiele aber auch in diesem Fall exklusiv haben. Das genaue Erstwahlsystem würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Die Kollegen von "Goal.com" haben sich die Mühe gemacht, es aufzuschreiben.

Wer alles schauen will, braucht Sky, DAZN, Eurosport

Mit dem FC Bayern, Schalke, Hoffenheim und dem BVB gehen vier deutsche Mannschaften in dieser Champions-League-Saison an den Start: Wer auf keinen Fall Spiele dieser Teams verpassen möchte, braucht zwangsläufig ein Abo von Sky und eines von DAZN. Die Europa League hat Sky übrigens komplett an den Streaminganbieter abgegeben. Im Sky-Sportpaket sind zwar auch alle DFB-Pokalpartien mit dabei. Wer aber Bundesliga schauen will, braucht zusätzlich das Bundesliga-Paket. Damit wiederum wird man aber auch nicht alle Spiele schauen können. 

Wie bereits im vergangenen Jahr wird Eurosport zahlreiche Begegnungen exklusiv übertragen, jedes Freitagabendspiel, Partien am Sonntagmittag (13.30 Uhr) sowie Montagabend und die Relegationsspiele. Wer also auch in der Bundesliga kein Spiel seines Vereins verpassen möchte, braucht das Sky-Abo und den Eurosport Player. 

Ist man also etwa Fan von Borussia Dortmund und will alle Partien seines Vereins in allen Wettbewerben live sehen, benötigt man zwei Sky-Pakete, ein DAZN-Abo und den Eurosport Player. DAZN kostet zehn Euro im Monat, Eurosport sieben (im Jahresabo 4,17 Euro), die beiden Sky-Pakete kosten laut Webseite im Zweijahresvertrag aktuell 25 Euro monatlich im ersten Jahr, 45 Euro im zweiten, also im Schnitt 35 Euro pro Monat (kann als Angebotspreis günstiger werden). Entsprechend fallen für den BVB-Fan rund 50 Euro im Monat an. 

Allerdings ist es bei allen drei Anbietern möglich, das Programm zeitgleich auf verschiedenen Geräten zu nutzen. Entsprechend könnte man sich auch mit anderen die Kosten für die Abonnements teilen und die monatliche Gebühr so reduzieren.

fin
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