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FUSSBALL: Berti lässt die Schotten kicken

Nur vier Monate war Berti Vogts Nationaltrainer in Kuwait. Jetzt zieht es den »Terrier« anscheinend nach Schottland. Mit den Insel-Kickern will er zur WM 2006 in Deutschland.

Der kuwaitische Fußball-Verband (KFA) will Berti Vogts auf dem Weg nach Schottland keine Steine in den Weg legen, die sofortige Auflösung seines Vertrages als Nationaltrainer ist jedoch kein Thema. »Es ist nicht unsere Absicht, den Trainer unter allen Umständen zu halten. Wenn der schottische Fußball-Verband Herrn Vogts als Nationalcoach verpflichten möchte, werden wir dies in Betracht ziehen«, sagte KFA-Präsident Sheikh Ahmad Al-Fahad Al-Sabbah am späten Montagabend vor Journalisten in Riad. Al-Sabbah stellte zugleich klar, dass Vogts das kuwaitische Nationalteam bis zum Ende des Turniers um den Golf-Cup betreuen werde: »Ich versichere Ihnen, dass er auch im Spiel gegen die Vereinigten Arabischen Emirate kommenden Dienstag unser Trainer sein wird.«

Verwirrung um Zitate

Berichten über eine sofortige Vertragsauflösung war auch Vogts selbst am Montagabend in einem Telefon-Interview aus Riad mit dem Internet-Service RTL WORLD entgegengetreten. »Das ist eine Ente, völlig aus der Luft gegriffen«, sagte der frühere Bundestrainer. Er habe am Montag normal mit der Mannschaft trainiert. Den Ursprung der Meldungen konnte sich der 55-Jährige nicht erklären: »Der Präsident hat überhaupt nichts gesagt zu dem Thema, zu niemandem. Seine angeblichen Äußerungen stammen von einem Radiosender, der nicht einmal hier vor Ort vertreten ist.« KFA-Chef Al-Sabbah war am Montag mit den Worten zitiert worden, Vogts selbst habe darum gebeten, von seinen Aufgaben entbunden zu werden. Doch erst nach Ende des Turniers in Saudi-Arabien wollen die Funktionäre seinem Wunsch entsprechen.

Gespräche mit Schottland

Zu einem bevorstehenden Engagement in Schottland äußerte sich Vogts zurückhaltend. »Ich werde erst nach dem Ende des Golf-Cups mit dem schottischen Verband reden«, betonte der Trainer, der die deutsche Nationalmannschaft 1996 in England zum EM-Titel geführt hatte. David Taylor, der Geschäftsführer des Schottischen Verbandes (SFA), hatte dagegen am Montag erklärt, die Verhandlungen mit Vogts seien schon »sehr weit fortgeschritten«. Es wird nun damit gerechnet, dass die Schotten den Deutschen am Freitag nach der Auslosung der EM-Qualifikation in Porto offiziell als neuen Nationaltrainer und damit Nachfolger des nach der verpassten WM-Teilnahme zurückgetretenen Craig Brown benennen.

»Er ist ein Weltklassetrainer«

Der SFA strebt mit Vogts, der den nach verpasster WM-Qualifikation zurückgetretenen Craig Brown ablöst, eine langfristige Zusammenarbeit an. Vogts habe darum gebeten, die »Bravehearts« über die EM 2004 hinaus auch zur WM 2006 nach Deutschland zu führen, sagte Taylor. »Er ist ein Weltklassetrainer«, urteilte der SFA-Funktionär über den 96-maligen deutschen Nationalspieler und Weltmeister von 1974, der die deutsche Mannschaft als Trainer zum EM-Titel 1996 in England geführt hatte: »Ich bin sicher, dass er mit einem Fachwissen, seiner Erfahrung und seinen Ideen den schottischen Fußball in neue Dimensionen führen kann.«

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