HOME

Gerichtsbeschluss: Mit Ebay-Tickets zur Fußball-WM

Der Fan aus Essen, der zwei Tickets der Fußballweltmeisterschaft bei Ebay erwarb, darf zum Viertelfinale nach Gelsenkirchen. Der Beschluss des Frankfurter Amtsgerichts legalisiert dennoch nicht den Schwarzmarkthandel mit WM-Karten.

Die von einem Fan aus Essen bei "Ebay" ersteigerten WM-Tickets müssen vom Organisationskomitee der Fußball-Weltmeisterschaft umgeschrieben werden. Dies entschied das Amtsgericht Frankfurt/Main. Der Karten-Kauf des Anhängers habe vor der Ankündigung und Einrichtung des offiziellen Ticket-Portals stattgefunden, begründete Richter Jens Rüger sein Urteil. Zudem sei in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht ausdrücklich festgeschrieben, dass Karten nicht zu einem teureren Preis verkauft werden dürften.

Generell muss der DFB zustimmen

Allerdings stellte das Gericht auch klar, dass die von ihm gefällte, erstinstanzliche Entscheidung nicht bedeute, "dass der DFB generell der Übertragung von Tickets, die über Auktionen oder sonstige Weise erworben wurden, zustimmen muss". Das Urteil habe nur für die Parteien des vorliegenden Verfahrens Wirkung und nicht darüber hinaus. "Wer jetzt bei Ebay eine Karte ersteigert, hat eigentlich keine Chance; zum einen aus zeitlichen Gründen. Zum anderen, weil die offizielle Tauschbörse existiert", betonte Richter Rüger.

Im Interesse der Sicherheit

In dem vorliegenden Fall von Björn K. aus Essen, der im September 2005 zwei Viertelfinal-Karten für Gelsenkirchen beim Internet-Auktionshaus "Ebay" für zusammen 880 Euro (ursprünglicher Preis: 110 Euro) erstanden hatte, habe der Verkäufer keine andere Möglichkeit gehabt, die Tickets loszuwerden. Das Gericht habe bei seiner Entscheidung aber auch die Interessen der Sicherheit bei den Titelkämpfen vom 9. Juni bis 9. Juli einbezogen. Neben dem Fernhalten von Hooligans sei auch die Bekämpfung des Schwarzmarktes berücksichtigt worden, hieß es.

DPA / DPA
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity