HOME

Hamburger Landgericht: Uefa-Ermittler Boksic ist weiter ein "Hochstapler"

Der stern darf den früheren Uefa-Ermittler Robin Boksic weiterhin "Hochstapler" und "Wettgauner" nennen. Das hat das Landgericht Hamburg entschieden.

Klares Urteil im "Uefa-Skandal": Im September 2010 hatte der stern aufgedeckt, dass die Disziplinarabteilung des europäischen Fußball-Verbandes gegen den FC Bayern ermittelt. Der deutsche Rekordmeister soll das Uefa-Cup-Rückspiel gegen St. Petersburg 2008 an die Russen-Mafia verkauft haben. Der frühere Uefa-Ermittler Robin Boksic warf dem stern daraufhin in 16 Punkten vor, die Unwahrheit zu sagen. Vor dem Hamburger Landgericht bekam das Magazin nun vergangenen Freitag in allen 16 Punkten Recht zugesprochen (Aktenzeichen 324 O 502/10).

Damit darf der stern Boksic weiterhin "Hochstapler" und "Wettgauner" nennen und auch schreiben, was die Wahrheit ist: unter anderem, dass Boksic sich immer wieder als Agent des Bundesnachrichtendienstes ausgab, dass er behauptete, es habe staatsanwaltschaftliche Hausdurchsuchungen bei Bayern-Vorständen gegeben und dass Belege über Millionen-Einzahlungen auf einem Bayern-Konto existierten.

Der stern hatte in das Verfahren Eidesstattliche Versicherungen von Zeugen aus mehreren Ländern eingebracht, die die Darstellung des Magazins bestätigen, dazu interne Dokumente des Weltfußball-Verbandes Fifa und der Uefa sowie interner Unterlagen deutscher Ermittlungsbehörden, die die Persönlichkeit Boksics eindrücklich aufscheinen lassen. In Versicherungen an Eides Statt hatte Boksic wiederum bestritten, die betreffenden Aussagen getätigt zu haben. Die Richter am Hamburger Landgericht schenkten dem Münchener nun keinen Glauben.

Nach den stern-Veröffentlichungen im Herbst 2010 hatte sich die Uefa von Ermittler Robin Boksic getrennt und ihren Disziplinarchef Peter Limacher suspendiert.

Gegen beide früheren Uefa-Mitarbeiter hat kürzlich und ebenfalls auf stern-Veröffentlichungen zurück gehend das Amtsgericht Hamburg auf Antrag der Staatsanwaltschaft Strafbefehl wegen Verleumdung erlassen. Dieser enthält eine Geldbuße in Höhe von 150 (Boksic) bzw. 120 (Limacher) Tagessätzen á 50 Euro bzw. 100 Euro. Boksic und Limacher wären damit vorbestraft, haben indes Einspruch eingelegt. Es dürfte hier zum Verfahren kommen.

print

Wissenscommunity