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International: Lazio schlägt die Roma mit 2 -1

"Ich schulde den Fans endlich einen Derby-Sieg“, hatte Lazio-Coach Edy Reja vor dem Spiel gegen Roma erklärt. Und diesmal klappte es auch. Nach dem frühen Rückstand dominierte Lazio das Spiel, markierte den Ausgleich, vergab aber massenhaft Chancen und schoss erst in letzter Sekunde das entscheidende Tor.

Fünf Mal hatte sich Edy Reja bisher vergeblich als Lazio-Coach an einem Derby-Sieg versucht – ein Grund, warum die Hardcore-Fans der Biancocelesti trotz guter Resultate nie so richtig warm mit dem Argentinier geworden sind. Im sechsten Versuch sollte es nun endlich mit einem Dreier gegen die Roma klappen.

Lazio hatte die Partie nach dem frühen Rückstand durch Pablo Osvaldo (6.) auch dominiert, drückte die Roma zusehends in die eigene Hälfte. Doch die Mannen um Miroslav Klose vergaben einfach zu viele Torchancen. Per Strafstoß konnte Hernanes zwar den verdienten 1:1-Ausgleich erzielen, doch selbst nachdem die Roma durch die Rote Karte für Simon Kjaer in Unterzahl agieren musste, konnte Lazio daraus keinen nennenswerten Vorteil ziehen, bis Klose (90.) in der Nachspielzeit doch noch den erlösenden Treffer erzielte und damit wohl endgültig zum Helden bei Lazio wird.

Klose und Stekelenburg wieder dabei

Edy Reja konnte auf den wiedergenesenen Miroslav Klose zurückgreifen, während Gegenüber Luis Enrique auf seinen verletzten Kapitän und Führungsspieler Francesco Totti hatte verzichten müssen. Dafür durfte er wieder auf seinen Stammtorhüter Maarten Stekelenburg zurückgreifen, der sich vor einem Monat im Spiel gegen Inter nach einem Zusammenprall mit Lucio eine schwere Gehirnerschütterung zugezogen hatte.

Früher Treffer für Osvaldo

Die Roma erwischte einen Traumstart. Miralem Pjanic überlistete mit einem tollen Pass in die Spitze die Defensive der Laziali, Osvaldo bedankte sich, vollstreckte zum 0:1 (6.) und feierte den Treffer wie Totti 1999, indem er den Schriftzug "Ich habe euch jetzt auch eliminiert“ auf seinem Unterhemd entblößte. Doch am Ende war Lazio noch lange nicht. Nachdem die Anfangsphase klar den Giallorossi gehört hatte, konnte Lazio sich aber schnell von dem Schock erholen und kam nach einem Konter über Djibril Cissé und Hernanes zur ersten Chance durch Miroslav Klose.

Sein Schuss von der Strafraumgrenze verfehlte das Tor nur knapp und wenn Hernanes kurz darauf in Höhe des Elfmeterpunktes nicht im Boden hängengeblieben wäre, hätte durchaus der Ausgleich fallen können. Unverdient wäre er nicht gewesen, denn Lazio erhöhte offensiv den Druck und hielt Comebacker Stekelenburg beschäftigt, ohne ihn allerdings wirklich zu gefährden. Erst kurz vor der Pause musste sich der Keeper bei einem Distanzschuss von Hernanes richtig strecken.

Doch da die Biancocelesti defensiv nicht immer auf der Höhe waren, kam auch die Roma mit Kontern zu Chancen. Und wenn nicht sowohl die vor dem Tor freistehenden Osvaldo als auch Bojan Krkic eine scharfe Flanke von Bojan Krkic verpasst hätten, hätte die Roma noch in der ersten Hälfte die Führung ausbauen können. Derbytypisch ging es natürlich auch hart zur Sache. Daniele de Rossi langte mehrfach ordentlich hin. Bei einem harten Einsteigen gegen Stefan Radu verletzte sich Aleandro Rosi am Knöchel und musste gegen Marco Cassetti ausgewechselt werden.

Lazio siegt in letzter Sekunde

Lazio hielt den höheren Druck auch im zweiten Durchgang aufrecht und wurde kurz nach Wiederanpfiff belohnt. Simon Kjaer hatte Cristian Brocchi im Strafraum umgerissen, sah zurecht Rot und Hernanes verwandelte den fälligen Strafraum eiskalt zum 1:1-Ausgleich (51.). Kurz darauf bot sich Klose nach einem Steilpass sogar noch die Chance zur Führung, der Deutsche traf den Ball jedoch nicht voll und Stekelenburg konnte zur Ecke klären.

Doch insgesamt konnten die Laziali aus dem Platzverweis kein Kapital schlagen. Im Spiel nach vorne setzten sie die Roma zwar weiter unter Druck, nutzten aber den Vorteil der Überzahl nicht konsequent genug. Sie ließen die dafür nötige Bewegung und Präzision vermissen und zudem gute Möglichkeiten aus, erst setzte Klose den Ball per Kopf nur an den Querbalken, dann jagte er ihn frei vor dem Tor aus acht Metern in die Wolken. Zu allem Überfluss traf Cissé neun Minuten vor dem Ende mit seinem Volleyschuss nur den Pfosten. Doch in buchstäblich letzter Sekunde war dann Klose doch zu Stelle. Matutalem hatte den Deutschen mit einem Pass über die Abwehr bedient, der den Ball im Tor versenkte.

Malte Asmus 

sportal.de / sportal

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