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Kidnapping: Nach 65 Tagen endlich befreit

Zwei Monate nach seiner Entführung ist der Fußballtrainer Rubén Omar Romano in Mexiko während einer Polizeiaktion befreit worden. Jetzt spricht der Argentinier über seine Kidnapper.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden sieben mutmaßliche Kidnapper festgenommen. Der aus Argentinien stammende Romano, Trainer des mexikanischen Erstligisten Cruz Azul, wurde nicht verletzt. Der Sportler war am 19. Juli entführt und in einer Wohnung im Stadtteil Iztapalapa der mexikanischen Hauptstadt gefangen gehalten worden.

Entführer gelten als gemein gefährlich

Nach den Worten von Generalstaatsanwalt Daniel Cabeza de Vaca wurde die Entführung von dem Kriminellen José Luis Canchola organisiert, der im Gefängnis sitzt. Die Festgenommenen gehörten zu der als "äußerst gefährlich" geltenden Bande von Canchola. Die Kidnapper hätten fünf Millionen Dollar (vier Millionen Euro) Lösegeld gefordert, die aber nicht gezahlt wurden, sagte Cabeza de Vaca am Donnerstag vor der Presse. In einigen Gefängnissen Mexikos betreiben Gefangene ihre kriminellen Geschäfte mit Hilfe von Handys, die ihnen korrupte Beamte vermieten.

Romano erklärte bei der Pressekonferenz mit Cabeza de Vaca, er sei von den Entführern nicht schlecht behandelt worden. Sie hätten ihn mit Essen und Zigaretten versorgt, sagte er Kette rauchend. Auch habe er Radio hören und fernsehen dürfen. Allerdings habe er seine Gefangenschaft in dem Haus in Iztapalapa im Dunkeln und meist mit einer Binde über den Augen verbringen müssen. Am Vorabend hatte er der Bundespolizei AFI für die Befreiung gedankt.

Nur ein Gespräch mit der Familie

"Gott sei Dank, jetzt ist er wieder bei uns", sagte erleichtert der Vizepräsident des Vereins, Alfredo Alvarez Cuevas. Aus Protest gegen die Entführung hatten die Fußballer bei allen Spielen weiße Stoffbänder am Arm getragen. Cruz Azul führt derzeit die erste Liga des mexikanischen Fußballs an.

Seit der Entführung in der Nähe des Trainingszentrums von Cruz Azul war nur einmal bekannt geworden, dass Romano mit seiner Familie habe sprechen dürfen.

DPA / DPA
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