Ronaldo in Brasilien Das Phänomen ist wieder da


Zwischenzeitlich schon wegen Übergewicht und seinem exzessivem Lebensstil verspottet, scheint Ronaldo in seiner Heimat Brasilien zu alter Stärke zurückzufinden. Der dreimalige Weltfußballer zeigte eine überragende Leistung und "zauberte" seine Mannschaft Corinthians São Paulo zum Sieg.

Vergessen sind alle Eskapaden, nächtlichen Touren, Skandale und Skandälchen: "Ronaldo Fenômeno (Phänomen) ist zurück", stellten Brasiliens Sport-Kommentatoren am Montag übereinstimmend fest. Der 32-Jährige glänzte am Sonntag im Hinrunden-Finalspiel der Meisterschaft von São Paulo gegen den FC Santos mit zwei Toren, von dem mindestens eins spektakulär war. Sein Club Corinthians gewann 3:1 und das ausgerechnet auswärts im Vila-Belmiro-Stadion von Santos, dem Heimat-Club von Fußball-Idol Pelé, der das Spiel vor Ort verfolgte. "Es ist sehr gut, König für einen Tag im Haus des Königs zu sein", lobte Pelé den potenziellen Thron-Anwärter Ronaldo, dessen Club vor dem Rückspiel am Sonntag die Basis zum Titelgewinn gelegt hat.

Mit seinem achten Saisontor seit dem Comeback Anfang März brachte Ronaldo, dreimaliger Weltfußballer und WM-Torschützenkönig 2002, seine Kritiker zum Verstummen, die ihn entweder "Dicker" oder "Ex- Spieler" nannten. Bei seinem ersten Tor beförderte er den Ball am Sonntag mit dem linken Fuß mit "chirurgischer Präzision" ("Folha de São Paulo") ins gegnerische Netz. Zuvor hatte Teamkollege Chicão zum 1:0 getroffen. Nach Santos’ Anschlusstreffer folgte dann aber etwas "Phänomenales", das die Zeitung "O Globo" ein "Bilderbuch-Tor" nannte und die Fans frenetisch jubeln ließ: Ronaldo dribbelte erst lässig Triguinho aus, vollzog dann einen Standbein-Wechsel und lupfte den Ball dann mit viel Gefühl über Santos-Tormann Fàbio Costa ins Netz.

"Er ist einer der Besten der Welt", lobte Corinthians-Coach Mano Menezes seine Nummer neun. Ronaldo selbst gab glücklich zum Besten: "Es ist ein Traum, Tore zu machen in einem Stadion, in dem Pelé absolut regierte." Und Pelé, der das Stadion nach dem zweiten Ronaldo-Tor verließ, rühmte vor allem Ronaldos hohe Effizienz: "Er machte den Unterschied. Praktisch hatte er keinen Ballkontakt, aber eine Verwertung von 99 Prozent", lobte der 68-Jährige. Sogar Kommentator Juca Kfouri von der "Folha de São Paulo" brach am Ende in Jubel aus. "Ja, ja, ja, Ronaldo ist zurück" und revidierte sichtlich geläutert, seine vorherige Meinung, dass Ronaldos Zeit vorüber sei. Er nannte ihn wieder "Ronaldo Fenômeno" - und das "mit alle 15 Buchstaben".

DPA/Helmut Reuter DPA

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