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Serie A: Inter Mailand von eigenen Fans angegriffen

Dass eine Mannschaft von den eigenen Fans angegriffen wird, kommt selten vor, vor allem wenn sie siegreich zurückkehrt. Doch die Anhänger von Inter Mailand können den Spielern nicht das blamable Aus in der Champions-League verzeihen.

Die Fußball-Mannschaft von Inter Mailand ist in der Nacht zum Sonntag von ihren eigenen Fans angegriffen worden. Rund 50 Tifosi fingen das Team nach der Rückkehr vom 2:1-Sieg in der Serie A in Ascoli gegen 2.30 Uhr am Mailänder Flughafen ab. Die wegen des Viertelfinal-K.o. in der Champions League gegen den FC Villarreal aufgebrachten Anhänger beschimpften die Spieler und bewarfen sie im Flughafengebäude mit Feuerwerkskörpern.

Inter-Profis, die in Privat-Autos den Heimweg antraten, seien verfolgt und attackiert worden, berichtete das italienische Fernsehen am Sonntag. Christian Zanetti wurde am Nacken verletzt. Die Polizei habe Schlimmeres verhindert.

Inter hatte im Champions-League-Viertelfinale in der vergangenen Woche mit einer indiskutablen 0:1-Niederlage im Rückspiel den 2:1- Hinspielsieg gegen Villarreal verspielt. Trainer Roberto Mancini steht unmittelbar vor der Ablösung, Stars wie Adriano zur Disposition. Die enttäuschten Fans wenden sich nun vom Team ab.

Der Sieg am 33. Serie-A-Spieltag konnte die Inter-Fans nicht versöhnen. "Wen interessiert schon ein Sieg in Ascoli?", stand auf den Spruchbändern der Inter-Fans. In der Meisterschaft kämpft Inter Mailand (71 Punkte) hinter dem souveränen Spitzenreiter Juventus Turin mit dem AC Mailand (73) um den Vize-Meistertitel und damit um den direkten Einzug in die nächste Champions League.

Inter-Präsident Giacinto Facchetti verurteilte die Angriffe auf die Spieler und bedankte sich beim Lokalrivalen AC Mailand für die Solidaritätsbekundungen. Aus Protest gegen die Fan-Gewalt begann Milan sein Meisterschaftsspiel gegen Chievo Verona mit zehn Minuten Verspätung. Milan, das als einziger italienischer Club im Champions-League-Halbfinale steht, gab sich keine Blöße und siegte dank der Tore von Alessandro Nesta (28.) und Kakas Hattrick (62./70./91.) souverän mit 4:1.

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