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Sexuelle Nötigung: DFB bestätigt Ermittlungen gegen Schiedsrichter

Der Fall Amerell zieht interne Ermittlungen des DFB nach sich. Ohne Namen zu nennen, bestätigte der Deutsche Fußball-Verband, dass die Vorwürfe der sexuellen Nötigung im Bereich der Schiedsrichter überprüft würden.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat interne Ermittlungen wegen des Vorwurfs der sexuellen Nötigung im Bereich der Schiedsrichter aufgenommen. "Wir prüfen den Fall", erklärte ein DFB-Sprecher am Donnerstag. Zu den internen Ermittlungen würden auch Vernehmungen und Gespräche mit Beteiligten des Falls gehören.

Volker Roth, der Vorsitzende des DFB-Schiedsrichterausschusses, war bereits am 17. Dezember des vergangenen Jahres davon unterrichtet worden, dass ein junger Bundesliga-Referee von Manfred Amerell belästigt worden sein soll. Namen nannte der DFB offiziell noch nicht. Amerell, der dem Schiedsrichterausschuss des DFB als Vertreter des Regionalverbandes Bayern angehörte, hatte die Vorwürfe bereits am Mittwoch als "haltlos und aus der Luft gegriffen" zurückgewiesen.

"Persönlichkeitsschutz steht derzeit über allem"

DFB-Präsident Theo Zwanziger verwies in der "Süddeutschen Zeitung" auf eine "Sachverhaltsaufklärung" des Verbandes: "Das ist schwierig, deshalb wollen wir nicht zu früh Leute belasten oder entlasten. Im Moment steht der Persönlichkeitsschutz über allem."

Zwanziger kündigte zudem weitere Vernehmungen an, mit denen Verbands-Justiziar Jörg Englisch beauftragt worden sei. DFB-Vizepräsident Rainer Koch hatte in der Angelegenheit um die Vorwürfe gegen Amerell bereits Konsequenzen gezogen und seine Zuständigkeit für die Referees abgegeben, weil er Informationen über die Vorwürfe erst mit großer Verzögerung am 3. Februar erhalten habe.

"Nach den DFB-Statuten ist der Präsident zu informieren und nicht der Vizepräsident. Genau das habe ich getan", sagte Schiedsrichter-Chef Roth am Donnerstag im Fachmagazin "kicker". Einen Termin, an dem er DFB-Präsident Zwanziger die Information über die Vorwürfe gegeben hat, nannte Roth nicht. Der Verband und Zwanziger hätten auf diese Informationen "umgehend reagiert", betonte ein DFB-Sprecher.

DPA / DPA

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