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stern vor Ort: ... und täglich grüßt der Rudi

Seitdem die Pressestunde live im Fernsehen übertragen wird, kann man sie vergessen. Wichtig ist neben der Kamera, meint stern-Redakteur Rüdiger Barth.

stern-Redakteur Rüdiger Barth

Nun naht also der Tag der Tage, das Endspiel, von dem die Deutschen seit Monaten träumen, zumindest behauptete das Rudi Völler heute morgen in der Pressekonferenz, der letzten vor der Partie gegen Tschechien.

Immerhin, etwas zum Zitieren. Seitdem die Fragestunden live im Fernsehen übertragen werden, kann man sie vergessen. Es fragt meistens nur der, der der eigenen Redaktion einen Arbeitsnachweis liefern muss oder der das Gefühl genießt, bei der Arbeit gefilmt zu werden. Manchmal trifft auch beides zugleich zu. Das Ganze hat den Charakter der Bundespressekonferenz angenommen, es geht nun genauso steif zu wie in Berlin.

Mancher etablierte Zeitungsmann fragt aus Prinzip nicht mehr, zum Nachhaken kommt es kaum; es grummelt im Kreise der Schreiber, denen die geänderte Atmosphäre viel Stoff nimmt.

Wenn Sie, liebe Leser, also demnächst wieder einschalten, etwa am Donnerstag, live um 12 Uhr, vor dem Viertelfinale (und daran glauben wir, dass es soweit kommt): Achten Sie darauf, was nicht gefragt wird. Das sind die schönsten Geschichten. Leider stecken die klügsten Gedanken nicht immer in den eitelsten Köpfen.

Und das Spiel, das Endspiel, gegen den Gruppensieger? Wir könnten jetzt in die allgemeinen Mutmaßungen über Aufstellung und Taktik eingreifen (Schweini! Poldi?), lassen dies aber tunlichst, weil es eh vollkommen egal ist, wer morgen in der deutschen Elf stehen wird.

Sie gewinnt sowieso.

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