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Stiftung Warentest: Wie man Premiere-Verträge kündigt

Das Weihnachtsgeschäft mit Premiere-Abos brummte in den vergangenen Wochen. Dann verlor der Sender die Rechte an der Bundesliga. Nun fragen viele (un-)glückliche Neukunden, wie sie aus den Vertrträgen wieder rauskommen. Die Stiftung Warentest weiß Rat.

Premiere hat die Rechte an der Fußball-Bundesliga verloren. Das ist vor allem für Kunden bitter, die in den vergangenen Monaten Verträge mit Laufzeiten von 12, 15 oder gar 24 Monaten abgeschlossen haben. Gibt es für eine Möglichkeit, wieder aus den Verträgen auszusteigen? Premiere hält sich in dieser Frage naturgemäß bedeckt. Dafür aber hat die Stiftung Warentest nachrecherchiert.

Umstrukturierung schafft Kündigungsrecht

"Bei der Programmgestaltung ist Premiere frei, solange der Gesamtcharakter eines Kanals erhalten bleibt", heißt es in den Geschäftsbedingungen des Senders. Da die Bundesliga für den "Gesamtcharakter" bedeutend ist, könnte sich daraus ein Sonderkündigungsrecht ableiten. Ausdrücklich vorgesehen ist dieses Recht für den Fall, dass Premiere sein Programmangebot ändert oder umstrukturiert. Aber selbst wenn der Sender kein Sonderkündigungsrecht einräumen will, bleibt immer noch das Recht auf Kündigung aus wichtigem Grund. Sie ist bei langfristigen Verträgen unabhängig von den Geschäftsbedingungen immer möglich.

Wer einen

Altvertrag

hat, kann ohne Begründung sein normales Kündigungsrecht wahrnehmen. Wer gerade einen

Neuvertrag

abgeschlossen hat, sollte mit Hinweis auf auslaufende Bundesliga außerordentlich kündigen. Die Kündigungen sollten der Sicherheit halber per Einschreiben mit Rückschein an den Sender geschickt werden. Außerdem sollte der Sender in dem Schreiben aufgefordert werden, die Kündigung schriftlich zu bestätigen.

Verbraucherzentralen skeptisch

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) reagierte auf Nachfrage von stern.de zurückhaltend. "Wir können keinen abschließenden rechtlichen Rat geben", sagte Sprecher Christian Fronczak. Der Verband habe Premiere schriftlich aufgefordert, seinen Kunden ein Sonderrecht zum Rücktritt von den Verträgen zu geben. Und wenn sich Premiere weigert? "Das Unternehmen würde sich keinen Gefallen tun, Kunden derart zu verprellen", so Fronczak.

Gleichwohl rechnet auch Fronczak nicht damit, dass Premiere seine Klienten einfach widerstandslos ziehen lassen werde. Aber auch auf diesen Fall ist der vzbv vorbereitet. Sobald die ersten Kündigungen zurückgewiesen werden, "sind wir im Spiel", sagt Fonczak. Und das bedeutet konkret: Die Verbraucherzentralen würden dann gemeinsam mit den Kunden vor Gericht ziehen.

lk

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