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Toni Kroos über Özil: "Er weiß selbst, dass es Rassismus innerhalb der Nationalmannschaft und des DFB nicht gibt"

Toni Kroos meldet sich nach Wochen des Schweigens zu Wort. In einem Interview lobt er seinen Ex-Kollegen Özil für dessen Leistung. Doch in dessen Rücktritts-Erklärung habe er viel Quatsch verzapft.

Toni Kroos: "Özil hätte einen besseren Abgang verdient gehabt."

Toni Kroos (l.): "Özil hätte einen besseren Abgang verdient gehabt."

DPA

Mehr als vier Wochen ist es her, dass Mesut Özil mit seinem Rücktritt einen vorläufigen Schlusspunkt setzte. Nach 92 Länderspielen und dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2014 fand seine Karriere in der Nationalmannschaft ein unrühmliches Ende. Er selber wollte sich nie zu den Fotos, die er mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hat machen lassen, äußern. Vom  bekam er nach dem WM-Vorrundenaus wenig Rückendeckung.

Seine Kollegen schwiegen damals bis auf wenige Ausnahmen. Zumindest hat nach all den Wochen nun die Sprache wieder gefunden und äußert sich gegenüber der "Bild"-Zeitung zu Özils Abgang.  Der sei grundsätzlich ein verdienter Nationalspieler und ein "lieber Kerl", sagte Kroos. "Die Art und Weise seines Rücktritts war aber nicht in Ordnung." Özil hätte einen besseren Abgang verdient gehabt.

Toni Kroos rüffelt Mesut Özil

Er widerspricht seinem Ex-Kollegen in einem wesentlichen Punkt: "Ich denke, dass er selbst weiß, dass es Rassismus innerhalb der Nationalmannschaft und des DFB nicht gibt." Zwar habe Özil berechtigte Kritik in seinem Rücktritts-Statement geübt. Doch diese Passagen werden "leider durch den wesentlich höheren Anteil an Quatsch überschattet". Özil hatte sich in seiner Erklärung am 22. Juli darüber beklagt, dass deutsche Medien wiederholt seine Herkunft für das schlechte Abschneiden bei der Weltmeisterschaft verantwortlich gemacht hätten. Die Zeitungen versuchten, Deutschland gegen ihn aufzuhetzen.

Kroos will allerdings Özils Vorwurf nicht gelten lassen, wonach die Debatte um das Erdogan-Foto mit Özil und Ilkay Gündogan zum schlechten Abschneiden der DFB-Elf geführt habe. Insgesamt sei die Leistung bei der WM schlecht gewesen. Die Kritik danach sei zwar stellenweisen überzogen gewesen, "aber da muss man als Spieler dann durch."

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