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Transfer von Götze, Kroos und Co.: Kleine Vereine profitieren von hohen Ablösesummen

Toni Kroos wechselte zu Real Madrid - und der Sechstligist Greifswalder SV profitiert davon. Auch andere kleine Vereine verdienen an ihren ehemaligen Jungstars - möglich macht es ein Passus der Fifa.

Die Wechsel von Mario Götze und Toni Kross lassen auch bei kleineren Vereinen die Kassen klingeln. Allerdings wartet der Greifswalder SV noch auf die Überweisung von Real Madrid.

Die Wechsel von Mario Götze und Toni Kross lassen auch bei kleineren Vereinen die Kassen klingeln. Allerdings wartet der Greifswalder SV noch auf die Überweisung von Real Madrid.

Der Greifswalder SV ist stinkesauer: Bislang sind die mehr als 60.000 Euro, die der Verein eigentlich von Real Madrid bekommen müsste, nicht auf dem Vereinskonto eingegangen. Nun haben die Norddeutschen eine Mahnung verschickt - sollten die Spanier diese Warnung auch ignorieren, will der Verein rechtliche Schritte prüfen und die Fifa informieren.

Grund für den (noch nicht eingetroffenen) Geldsegen, der in die Jugendarbeit des Vereins fließen soll: Der so genannte Solidaritätsmechanismus lässt die Ausbildungsclubs an den späteren Erfolgen teilhaben. Fünf Prozent der jeweiligen Transfersumme gehen dann pro Spielzeit an die Vorgängervereine. Allerdings muss der Spieler mindestens 12 Jahre alt gewesen sein, als er seine Karriere bei dem jeweiligen Fußballverein gestartet hat. Toni Kroos spielte ab der Saison 2002/2003 in der Jugend vom Greifswalder SC, dem rechtlichen Vorgänger des Greifswalder SV.

Talentierter Nachwuchs lohnt sich

Toni Kroos ist aber kein Einzelfall. Die Rekordtransfers der vergangenen Jahre haben die Kassen von kleineren Vereinen immer wieder aufgefüllt. So brachte Mario Götze seinem Jugendverein - dem Hombrucher SV - mehrere tausend Euro ein. Auch Einsätze für die Fußballnationalmannschaft lassen die Kassen klingeln.

Mesut Özil sorgte bei Rot-Weiß Essen (RWE) für eine Finanzspritze. Zwischen 2000 und 2005 spielte der Nationalspieler für den Verein. Mit seinem Wechsel zum FC Arsenal für die Rekord-Ablösesumme von 50 Millionen Euro stehen seinem Ausbildungsverein 639.000 Euro zu. Schon für Özils Wechsel von Werder Bremen zu Real Madrid erhielt RWE einen Anteil von 270.000 Euro - das Geld lag allerdings jahrelang wegen Rechtsstreits auf einem Treuhandkonto.

Geld wandert meist in die Nachwuchsarbeit

Ein Blick auf die jüngsten Transfers deutscher Spieler zeigt: Die Ausbildungsvereine haben gut verdient an ihren Jungstars. So wechselte Mario Gómez für 30 Millionen Euro nach Florenz, André Schürrle heuerte für 22 Millionen beim FC Chelsea an und auch der Arbeitsplatz von Manuel Neuer bei Bayern München kostete den Verein über 27 Millionen Euro. Je fünf Prozent dieser Summen landen bei den Ausbildungsvereinen. Also bei Vereinen, wie Unlingen (Mario Gómez) oder dem Ludwigshafener SC (André Schürrle). Die Ausgleichssummen wandern meist in die Nachwuchsarbeit.

Katharina Grimm
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