U-20-WM Großer Jammer nach grandiosem Kampf


Sie haben großartig gekämpft, aber es hat nicht sollen sein: Nach dem verlorenen WM-Viertelfinale gegen Brasilien ist U-20-Nationaltrainer Horst Hrubesch stolz auf seine Nachwuchskicker. Die sind am Boden zerstört.

Noch auf dem Rasen weinten sie hemmungslos. Der große Coup ist den deutschen Fußball-Junioren bei der U-20-WM in Ägypten verwehrt geblieben, doch auch mit ihrem Rumpfkader wussten die Youngster von Trainer Horst Hrubesch zu begeistern. Im spektakulären Viertelfinale hatten sie Turnier-Favorit Brasilien beim 1:2 nach Verlängerung sogar am Rand einer Niederlage. "Fußball ist grausam. Wir gaben alles, was wir hatten und sind trotzdem der Verlierer", sagte der Leverkusener Stürmer Richard Sukuta-Pasu, der mit dem Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den Heimflug antreten musste. "Wir sind raus, aber ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft", meinte Trainer Horst Hrubesch.

Der Stachel der Niederlage steckte zwar tief, der deutsche Nachwuchs erreichte aber wesentlich mehr, als ihm im Vorfeld zugetraut worden war. Nachdem der Fußball-Weltverband Fifa das Turnier wegen der klimatischen Bedingungen in Ägypten in den Herbst verlegt hatte und es versäumte, eine Abstellungspflicht zu erlassen, musste Hrubesch 25 verweigerte Freigaben durch die Vereine akzeptieren. Dennoch schaffte sein 19-köpfiger Kader den ersten Gruppenplatz und schaltete im Achtelfinale Nigeria nach zweimaligem Rückstand mit 3:2 aus. "Dieses Turnier hat bestätigt, dass wir in dieser Altersklasse mehr als 25 starke Jungs haben", befand Hrubesch.

Trotz Niederlage: Hrubesch schwärmt von "toller WM"

Der 58 Jahre alte Coach, der im Vorjahr die U 19 und in diesem Sommer die U 21 jeweils zum EM-Titel geführt hatte, setzte wiederum auf Teamgeist. Er formte eine willensstarke Mannschaft, in der vor allem Kapitän Daniel Jungwirth (1860 München), Björn Kopplin (Bayern München), Semih Aydilek (Kayserispor), Lewis Holty (Schalke 04) und Sukuta-Pasu die Akzente setzten. "Meine Jungs haben als Gruppe wunderbar zusammengearbeitet, sich in dieses Turnier hinein gebissen und eine tolle WM gespielt", erklärte Hrubesch.

Erst gegen Brasilien war am Samstag Endstation. Erneut konnte die DFB-Auswahl mit Leidenschaft sowie einem guten Zusammenspiel zwischen Defensive und Offensive überzeugen. Doch nachdem Holtby (73.) per Kopf die Führung gelungen war und nur noch wenige Augenblicke zur Sensation fehlten, zeigten die Jungprofis Nerven. Stellungsfehler in der Abwehr nutzte der eingewechselte Brasilianer Maicon und zerstörte mit einem Doppelschlag (88./91.) die Hoffnungen der Hrubesch-Elf auf den WM-Titel. "Individuelle Fehler führten zur Niederlage, so etwas darf auf diesem Niveau nicht passieren", analysierte Hrubesch.

Nach dem Abpfiff weinten Jungwirth und Co. ungehemmt, später versuchten sie die positiven Aspekte nach vorne zu stellen. "Wenn man sieht, was die Mannschaft gespielt hat, fallen die Absagen im Vorfeld des Turniers kaum mehr ins Gewicht», sagte Sukuta-Pasu. "Die WM war für uns alle eine tolle Erfahrung, die uns im Leben und auf dem weiteren Karriereweg weiterhelfen wird", meinte Aydilek.

DPA DPA

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