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Zwanziger verweigert Unterlassung: "Ich kann meine Aussagen beweisen"

Theo Zwanziger zeigt sich von der Klageandrohung Günter Netzers unbeeindruckt und bleibt bei seiner Variante der Ereignisse. Er könne seine Behauptungen beweisen.

Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger

Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger: "Da ich die Wahrheit gesagt habe, habe ich keinen Grund, eine Unterlassungserklärung abzugeben."

Theo Zwanziger lässt die von Günter Netzer angedrohte Klage kalt. Der ehemalige DFB-Präsident bleibt bei seiner Version der Ereignisse. "Da ich die Wahrheit gesagt habe, habe ich keinen Grund, eine Unterlassungserklärung abzugeben", sagte Zwanziger dem "Spiegel". Die Anwälte Netzers hatten dem ehemaligen Fußballfunktionär eine Frist bis Freitag für eine entsprechende Erklärung gesetzt und mit einer Klage gedroht. Dem Sender Sky sagte Zwanziger zudem, dass er seine Aussagen beweisen könnte. "Ich habe Dokumente und Kopien gemacht", so der ehemalige DFB-Präsident in einem Interview.

Netzers Anwälte hatten gefordert, Zwanziger solle Behauptungen unterlassen, nach denen Netzer gesagt haben soll, die ominösen 6,7 Millionen Euro seien dazu genutzt worden, "die vier Asiaten zu bezahlen". Die Aussage bezog sich laut Zwanziger auf die vier asiatischen Vertreter im Fifa-Exekutivkomitee von 2000, das über die Vergabe der WM 2006 zu entscheiden hatten.

"Entweder er verpflichtet sich, die Verleumdungen künftig zu unterlassen oder er muss sich vor Gericht verantworten. Die Wahl liegt bei ihm", sagte Netzer-Anwalt Ralf Höcker der Nachrichtenagentur DPA. Netzers Frau habe bei dem Treffen im Herbst 2012 mit am Tisch gesessen und könne den Inhalt der Unterredung auch bezeugen. Das habe Zwanziger "offenbar vergessen", sagte Höcker. "Sie kann bezeugen, dass Zwanziger lügt."

"Einen Punkt, an dem man dies nicht mehr ignorieren kann"

Günther Netzer selbst hatte der "Süddeutschen Zeitung" gesagt: "Ich weiß, dass ich solche Verleumdungen leider noch aufwerte, wenn ich den Rechtsweg beschreite, aber es gibt einen Punkt, an dem man so etwas nicht mehr einfach ignorieren kann. Und der ist jetzt gekommen."

Vor der Planung "weiterer Schritte" will Zwanziger wie angekündigt bis Donnerstag "erstmal mit der externen Kommission, die vom DFB eingesetzt wurde, sprechen". Das sei seine Pflicht.

Die Hintergründe zur Vergabe der Fußball-WM 2006 und zur DFB-Zahlung von 6,7 Millionen Euro liegen weiter im Dunkeln. Der DFB beschuldigt die Fifa, diese Zahlung als Gegenleistung für einen WM-Zuschuss gefordert zu haben, der Weltverband bestreitet dies vehement. Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet, dass das Geld vermutlich zum Stimmenkauf genutzt worden sei.

fin

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