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Ruderer wollte allein über den Atlantik – und stirbt unter ungeklärten Umständen

Jean-Jacques Savin an Bord seine Ruderbootes
Jean-Jacques Savin in seinem Ruderboot: Der Triathlet und frühere Fallschirmjäger war Anfang Januar von Portugal aus gestartet.
© Philippe Lopez / AFP
Jean-Jacques Savin ließ sich einst in einem Fass über den Ozean treiben. Jetzt wollte er die Strecke von Europa in die Karibik per Ruderboot schaffen – und verunglückte dabei tödlich.

Viele Menschen haben es sicher noch in Erinnerung, wie ein französischer Abenteurer 2019 in einer mehr als 120 Tage dauernden Reise den Atlantik in einem riesigen orangefarbenen Fass überquerte. Auf Facebook konnte man damals die mehr als 5000 Kilometer lange Tour übers Wasser verfolgen. Jean-Jacques Savin schaffte es, in seinem selbstgebauten Überlebensfass ohne eigenen Antrieb die Karibik zu erreichen. Damals war er schon über 70 Jahre alt.

Die Trauer unter den Fans des früheren Fallschirmjägers und begeisterten Triathleten ist weltweit groß – denn ein weiteres Abenteuer musste Savin jetzt mit dem Leben bezahlen. Er war auf dem Weg von Europa in Richtung des amerikanischen Kontinents – ganz allein mit seinem Ruderboot.

Jean-Jacques Savin wurde tot in der Kabine seines Ruderbootes gefunden

"Mit großer Trauer haben wir gerade vom Tod unseres Freundes Jean-Jacques Savin erfahren”, schrieb sein Unterstützerteam auf Facebook. Der Leichnam des 75-jährigen Abenteurers sei in der Kabine seine Ruderbootes "L'Audacieux" ("Die Kühne") gefunden worden.

Medien weltweit berichten über den tragischen Fall. Die genauen Umstände seines Todes sind demnach unklar und müssen noch untersucht werden. Wie CNN schreibt, hatte die portugiesische Küstenwache am Freitag Savins gekentertes Boot in der Nähe der Azoren entdeckt. Seine Leiche sei dann am Samstag von einem Taucher gefunden worden, der es geschafft hatte, bis zur Kabine des gekenterten Bootes vorzudringen.

"Unglücklicherweise war das Meer dieses Mal stärker als unser Freund, der die Seefahrt und das Meer so sehr geliebt hat", schrieb sein Unterstützerteam.

Situation bei der Überquerung des Atlantiks wurde Ende der Woche gefährlich

Kurz vor seinem Tod war Savin offenbar in große Schwierigkeiten geraten, wie aus den Berichten hervorgeht. So sei der Kontakt zu seinem Team am Freitag abgebrochen. In der Nacht auf Freitag habe er zwei Leuchtraketen gezündet um zu signalisieren, dass er sich in einer gefährlichen Situation befunden habe.

Savin war am Neujahrstag von Südportugal in seinem acht Meter langen und 1,70 Meter breiten Ruderboot zur seiner Atlantiküberquerung in See gestochen. Allerdings erwies sich der Wind als ungünstig, weshalb er sich für eine geänderte und längere Route entschied. Sein Ziel war – wie bei der Reise mit dem Fass – erneut die Karibik. Sein Boot war den Beichten zufolge mit etwa 300 Kilogramm Ausrüstung und Vorräten beladen.

Am 14. Januar hatte der Abenteurer noch seinen 75. Geburtstag gefeiert – mit Champagner und Stopfleber, wie mehrere Medien berichten. Für deutsche Ohren klingt das exotisch, da die Produktion von Stopfleber hierzulande wegen der extremen Tierquälerei verboten ist.

Mit seiner geplanten Atlantik-Überquerung per Ruderboot hatte er "dem Alter ein Schnippchen schlagen" wollen, wie es hieß. Dass seine Situation riskant wurde, hatte sich offenbar schon Mitte vergangener Woche abgezeichnet. So schrieb er am Mittwoch auf Facebook, dass seine Reise wegen der starken Winde gut 900 Kilometer länger werden dürfte. Außerdem berichtete er von Problemen mit seiner Solarenergie. Aber Angst hatte er wohl nicht und schrieb optimistisch: "Seid sicher – ich bin nicht in Gefahr".

Quellen: CNN, BBC, Unterstützer von Jean-Jacques Savin auf Facebook

Alter Mann rudert über Atlantik

Sehen Sie aus unserem Archiv ein Video, das Jean-Jacques Savins Abenteuer kurz nach seiner Abreise erklärt.


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