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Interview mit Olympiasiegerin Carina Vogt: "Ich genieße den Moment"

Im ersten olympischen Skisprung-Wettbewerb der Damen landet Carina Vogt ihren ersten Sieg und holt Gold. Für die 22-Jährige ist dies der emotionalste Moment ihres Sportlerlebens.

Sie kann es nicht fassen. Mit bangem Blick schaut Carina Vogt nach ihrem zweiten Sprung auf die Anzeigetafel. Würde es reichen? Als dann die erlösende 1 aufleuchtete, ließ die 22-Jährige ihren Emotionen freien Lauf. Später hatte sie sich so weit gefangen, dass sie die ersten Fragen beantworten konnte.

Sie sind mit Halsschmerzen am Wettkampftag aufgewacht. Was ging Ihnen da durch den Kopf?

Passender hätte es nicht kommen können. Das hätte doch noch einen Tag warten können. Dann habe ich mich den ganzen Tag nicht besonders wohlgefühlt, habe mich im Wettkampf aber noch einmal hochgezogen und wollte das zeigen, was ich mir erarbeitet habe.

Wie war das Gefühl auf dem Balken vor dem zweiten Durchgang?

Ich habe ganz konzentriert an das gedacht, was die Trainer mir gesagt haben, was noch zu verbessern ist. Das ist mir gut gelungen. Ich bin froh, dass es geklappt hat und ich bei mir geblieben bin.

Im Schanzenauslauf hat es ewig gedauert, bis das Ergebnis bekanntwurde. Eine schlimme Zeit?

Ich habe nur gehofft, dass es zu einer Medaille reicht. Ich wusste nicht, wie weit es bei mir gegangen ist und was die anderen geschafft haben. Meine Teamkolleginnen haben mir immer wieder gesagt, es würde reichen, haben mit mir gebangt. Das war wunderschön, dass sie in dem Moment bei mir waren.

Spielt es für Sie eine Rolle, dass Sie erste Olympiasiegerin der Geschichte des Frauen-Skisprungs sind?

Nein, das ist mir völlig gleichgültig. Ich genieße aber diesen Moment. Ich bin denen dankbar, die es ermöglicht haben, die dafür gekämpft haben: Annette Sagen, Daniela Iraschko-Stolz, Lindsey Van und natürlich meiner Freundin Ulrike Gräßler. Sie können stolz auf das sein, was sie erreicht haben. Ich freue mich, in einem Alter zu sein, um das miterleben zu dürfen. Besonderen Dank an Ulrike. Wir haben uns immer gewünscht, dass wir einmal gemeinsam Olympia erleben können.

kng/DPA / DPA
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