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Nordische Ski-Weltmeisterschaften: Gold-Coup in Falun - Vogt und Rydzek sind Weltmeister

Innerhalb eines Jahres hat Carina Vogt auf der Schanze alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Nach dem Olympiasieg wird sie Weltmeisterin. Zuvor holte Johannes Rydzek Gold für die Kombinierer.

Carina Vogt sichert sich nach dem Olympiasieg auch den WM-Titel

Carina Vogt sichert sich nach dem Olympiasieg auch den WM-Titel

Ein Jahr nach ihrem Olympia-Gold ist Carina Vogt bei den Weltmeisterschaften in Falun zum ersten Titel für die deutschen Skispringerinnen geflogen. Die 23-Jährige aus Degenfeld setzte sich am Freitag auf der Normalschanze mit Weiten von 91,5 und 92 Metern vor der Japanerin Yuki Ito und Daniela Iraschko-Stolz aus Österreich durch. "Es ist unglaublich, dass es zum Saison-Höhepunkt wieder geklappt hat. Ich bin etwas gefasster als in Sotschi, freue mich aber riesig", sagte Vogt nach ihrem Triumph.

Im ersten Durchgang legte Vogt 91,5 Meter vor, doch Weltcup-Spitzenreiterin Iraschko-Stolz konterte mit 92,5 Metern und lag zur Halbzeit 3,7 Punkte vor der Deutschen. Doch die behielt die Ruhe und flog im Finale ganz cool auf 92 Meter, während die Topfavoritin nur auf 89 Meter kam und noch hinter Ito auf Rang drei zurückfiel. "Ich habe nicht für möglich gehalten, dass ich den Rückstand noch aufhole", sagte Vogt.

Rydzek erster deutscher Weltmeister

Bundestrainer Andreas Bauer war nach der Gala-Vorstellung seines Schützlings aus dem Häuschen. "Das ist ein traumhafter Tag für uns. Es freut mich sehr für sie. Carina ist mental so stark. Das hat den Ausschlag gegeben", sagte Bauer.

Zuvor wurde Johannes Rydzek erster deutscher Weltmeister der 50. Nordischen Ski-Weltmeisterschaften. Der Oberstdorfer gewann den Titel in der Nordischen Kombination. Nach einem Sprung von der Normalschanze und dem 10 Kilometer-Lauf verwies er den Italiener Allesandro Pittin und Titelverteidiger Jason Lamy Chappuis aus Frankreich auf die Plätze. Rydzek, der nach dem Springen Fünfter war, sorgte damit für das zehnte deutsche WM-Gold der Kombinierer bei Wettbewerben von der Normalschanze und die insgesamt 20. Medaille in diesem Wettkampf.

"Taktisch klug agiert"

Der Tag hatte mit einer Geduldsprobe begonnen. Stürmische Winde sorgten immer wieder für Verschiebungen des Springens, das schließlich mit dreieinhalbstündiger Verspätung gestartet wurde. Eric Frenzel gewann mit der Tagesbestweite von 99 Metern und ging mit 21 Sekunden Vorsprung in die Loipe. Am Ende musste sich der Olympiasieger aber mit Platz vier begnügen. Fabian Rießle wurde Neunter und Tino Edelmann kam als 20. ins Ziel.

Rydzek hatte von der Schanze Platz fünf belegt. Nach seinem Zielsprint zu Gold bekam er von Bundestrainer Hermann Weinbuch ein dickes Lob: "Er hat alles richtig gemacht. Nach dem besten Sprung in diesem Winter hat er zur rechten Zeit Verantwortung übernommen und insgesamt taktisch klug agiert. Er ist verdient Weltmeister."

mka/DPA / DPA

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