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Pyeongchang 2018: Vonn vergibt ihre letzte Medaillenchance - So lief die Olympia-Nacht

US-Skiläuferin Lindsey Vonn hatte eine Medaille in der alpinen Kombination fast sicher - aber eben nur fast. Auch die deutschen Athleten gingen leer aus - bis jetzt. Dazu: Was heute wichtig wird. Der Olympia-Überblick.

Im Schneefall wirft die US-Skiläuferin Lindsey Vonn enttäuscht den Kopf nach hinten.

Letzte Chance vorbei: US-Skiläuferin Lindsey Vonn scheidet im letzten Lauf der alpinen Kombination aus

AFP

Was in der Nacht passiert ist, und was der Tag uns bringt - der Überblick:

+++ Hier geht es zum Live-Ticker mit allen Infos und dem Medaillenspiegel +++

So lief es für die deutschen Athleten

Eine weitere Nacht ohne Medaillen für deutsche Athleten - das war allerdings auch nicht anders zu erwarten. Im Ski-Freestyle stand nicht einmal ein deutscher Athlet im Finale, genauso beim Big-Air-Wettbewerb der Snowboarderinnen. Im Slalom sah es auch nicht viel besser aus: Fritz Dopfer verpasste einen Platz unter den besten 15 klar, Linus Straßer schied aus. Dennoch gibt es wieder Hoffnung auf deutsche Medaillen an diesem Olympia-Tag.

Die Entscheidungen

Drei Medaillen-Entscheidungen gab es in der Nacht: In der Halfpipe holte sich Ski-Freestyler David Wise aus den USA wie schon in Sotschi 2014 Olympia-Gold. Er hatte gerade einmal 0,8 Punkte Vorsprung auf seinen Teamkollegen und Silbermedaillen-Gewinner Alex Ferreira. Bronze ging überraschend an den 16 Jahre alten Neuseeländer Nico Porteous.

Bei der Olympia-Premiere des Big-Air-Wettbewerbs der Snowboarderinnen holte schrieb sich eine Österreicherin in die Geschichtsbücher: Anna Gasser holte sich mit ihrem letzten Sprung 185,00 Punkte und zog noch an der führenden US-Amerikanerin Jamie Anderson mit 177,25 Punkten vorbei. Die Neuseeländerin Zoi Sadowski Synnott gewann Bronze.

Mit 35 Jahren und 42 Tagen hat der Schwede Andre Myhrer neben seiner Goldmedaille einen weiteren Titel gewonnen: Ältester Slalom-Olympiasieger der Geschichte. Er gewann vor dem Schweizer Ramon Zenhäusern und dem Österreicher Michael Matt. Favorit Henrik Kristoffersen aus Norwegen verpasste im entscheidenden Lauf ein Tor und schied aus.

In der alpinen Kombination feierte die Schweizer Skirennfahrerin Michelle Gisin einen Triumph. Sie sicherte sich Gold vor der US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin. Bronze ging durch Wendy Holdener ebenfalls in die Schweiz. Die Amerikanerin Lindsey Vonn, die nach der Abfahrt noch geführt hatte, beendete ihr letztes olympisches Rennen nach ihrem schnellen Aus im Slalom ohne Medaille.

Die Party-Fotos der Nacht

Noch bei der Siegerehrung im Olympic Sliding Centre von Pyeongchang blickten Mariama Jamanka und Lisa-Marie Buckwitz ungläubig und hatten ihr Gold-Glück nicht begriffen. Beim Empfang im Deutschen Haus schien der Groschen bei den Zweierbob-Damen aber gefallen zu sein.

Der Aufreger der Nacht

"Nutzlos" nennt der russische Doping-Sünder Alexander Kruschelnizki, 25, eine Anhörung vor den Richtern des Internationalen Sportgerichts CAS. Seine Bronzemedaille im Curling hat er zurückgegeben. Seine Unschuld beschwört Kruschelnizki dennoch. "Wir haben die Bronzemedaille durch harte Arbeit und dauerhaftes Training gewonnen", sagte der Curler laut einer Mitteilung. Zwar räumte er ein, dass ihm ein formeller Dopingverstoß nachgewiesen worden sei. "Es wäre dumm, es zu bestreiten, nachdem zwei Tests positiv ausgefallen sind", sagte Kruschelnizki. Damit strickt er weiter an der Legende, die russische Funktionäre schnell in Umlauf gebracht hatten: Dem eigentlich unbescholtenen Sportler sei ein verbotenes Mittel in ein Getränk gemischt worden. Diese Verschwörungstheorie mag für Sportfans in Russland funktionieren. Dem bereits suspendierten russischen Team erweist er damit einen Bärendienst. Denn am Samstag will die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees entscheiden, ob die Sanktionen gegen Russland aufgehoben werden und die Delegation bei der Schlussfeier wieder unter eigener Fahne dabei sein darf.

Was heute noch ansteht

Wie schon erwähnt: Es gibt noch Hoffnung auf deutsche Medaillen an diesem Donnerstag. Zwei Tage nach dem deutschen Dreifach-Sieg in der Nordischen Kombination treten Eric Frenzel, Johannes Rydzek und Fabian Rießle im Team-Wettbewerb an (8.30 Uhr). Wenig erstaunlich, dass alles andere als Gold eine Enttäuschung wäre.

Ähnlich groß ist die Erwartungshaltung bei der 4x6-km-Staffel der Biathlon-Damen (12.15 Uhr). Schlussläuferin Laura Dahlmeier könnte ihr drittes Olympia-Gold in Südkorea gewinnen.