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Eishockey-Zoff: Angebliche Stänkerei gegen Olympia-Held Ehrhoff: Kölner Haie suspendieren kanadischen Verteidiger

"Ich bin besser als Christian Ehrhoff!" So soll Shawn Lalonde, Top-Verteidiger der Kölner Haie, gegen den Olympia-Helden gewettert haben. Der Club hat den Kanadier freigestellt - als Folge einer Reihe von Vorfällen.

Shawn Lalonde von den Kölner Haien suspendiert

Die Kölner Haie verzichten für den Rest der Saison auf ihren Verteidger Shawn Lalonde. Der Kanadier soll sich mehrfach Ausfälle geleistet haben

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Dass es zwischen dem Eishockey-Bundesligisten Kölner Haie und seinem kanadischen Top-Verteidiger Shawn Lalonde nicht stimmt, war bereits bekannt. Nun hat der Verein den Spieler für den Rest der Saison freigestellt. Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung sollen Äußerungen des 27-Jährigen - immerhin statistisch der beste Schlagschütze in der Deutschen Eishockey-Liga - über den deutschen Olympia-Helden Christian Ehrhoff das Fass zum Überlaufen gebracht haben. Ehrhoff, 13 Jahre lang Profi in der NHL, ist ebenfalls bei den Haien unter Vertrag.

Wie die "Bild" erfahren haben will, soll Lalonde im Mannschaftskreis getönt haben, er sei "besser als Ehrhoff" und damit höhere Ansprüche angemeldet haben. Wie es weiter heißt, ließ Lalonde auch die Chefetage der Haie wissen, dass er sich ganz oben in der Hierarchie des Kölner Teams sieht. Der 35-jährige Ehrhoff hatte das deutsche Team in Pyeongchang sensationell zu Silber geführt und während der Abschlussfeier die deutsche Fahne getragen. Lalonde stand dagegen nicht im Olympia-Kader der Kanadier, obwohl diese ohne ihre besten Spieler aus der NHL auskommen mussten.

Lalonde-Aus bestätigt, Ehrhoff-Stänkerei nicht

Die Haie bestätigten die Suspendierung Lalondes, begründeten diese aber nicht mit dem angeblichen Ehrhoff-Vorfall. Vielmehr habe es mehrere Vorfälle gegeben, die zu der Freistellung des seit 2015 in Köln spielenden Kanadiers geführt hätten. Die Entscheidung fiel wohl schon während der Olympischen Spiele.


"Wir haben die Spielpause genutzt, um den bisherigen Saisonverlauf zu analysieren. Dieser Schritt ist ein Ergebnis daraus und aus den Eindrücken der vergangenen drei Trainingswochen. Wir können nur Spieler gebrauchen, die sich voll und ganz mit der Haie-Organisation identifizieren und unsere Kernwerte respektieren", wird Haie-Sportdirektor Mark Mahon in einer Mitteilung des Clubs zitiert. Offenbar gehört Lalonde nicht zu dem von Mahon beschriebenen Spielertyp.

Vereinzelt gab es scharfe Kritik an der Suspendierung durch die Haie-Fans. Immerhin verzichtet der Club aus der Domstadt damit in der entscheidenden Phase der Meisterschaft auf einen seiner potenziell besten Spieler. 


dho mit / DPA