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Pressestimmen zum Relegations-Thriller "Gerettet, aber schwer gezeichnet"


Zwischen Himmel und Hölle: Die Presse würdigt das Relegationsdrama zwischen dem HSV und dem Karlsruher SC. Es gibt Lob für die Hamburger, aber auch kritische Töne und reichlich Mitleid für den KSC.

Der Hamburger SV und der Karlsruher SC haben sich ein - auch für neutrale Fußball-Fans - nervenzereißendes und spannendes Duell im Relegations-Rückspiel geliefert. Erst das Tor zum Ausgleich in der Nachspielzeit führte in die Verlängerung, in der der HSV das Spiel drehte und am Ende mit 2:1 gewann. Es war eine Rettung in sprichwörtlich letzter Sekunde. Knapper geht es nicht. Für die Nervenstärke der Rothosen wird der Mannschaft durchaus Respekt gezollt. Vor allem würdigen die Medien die herausragende Rolle von Trainer Bruno Labbadia, der der entscheidende Faktor für den Erfolg war. Allerdings betonen viele Kommentatoren das Glück und die zweifelhafte Schiedsrichter-Entscheidung, die maßgeblich dazu beitrug, dass der HSV die Klasse hielt. Für den KSC gibt es viel Mitleid, aber auch Respekt für die Leistung eines Teams, das den "Dino" fast zu Grabe getragen hätte.

"Hamburger Morgenpost":Ein Denkmal für Bruno - Der HSV bleibt erstklassig – und die ganze Stadt (mit Ausnahme einer kleinen braun-weißen Fangemeinde) liegt ihm zu Füßen. Innerhalb von sechs Wochen rettete er den totgesagten Dino. Führte ihn in die Relegation. Und nun zum Klassenerhalt. (...) Bruno bekommt nun auf sicher einen Ehrenplatz beim HSV, das hat sich der Retter absolut verdient. Klubboss Dietmar Beiersdorfer holte sofort nach Spielende zum Ritterschlag aus: "Das Denkmal für Bruno baue ich mit eigenen Händen!"

"NDR.de":

Hamburger SV zwischen Neuanfang und Ekstase - Es gibt ihn also tatsächlich, den Dino, der wohl nicht aussterben wird: Mit vollem Namen heißt er Hamburger Sportverein, abgekürzt HSV. Kaum ein Fußball-Club hat in jüngster Vergangenheit derart viele strategische Fehler gemacht, keiner hat das Glück so sehr in Anspruch genommen wie der sechsmalige deutsche Meister. Was aber niemand dem HSV absprechen kann: Nervenstärke und Beharrlichkeit in wichtigen Momenten.

"Badische Zeitung":Der Dino lebt weiter - So wenig kurzweilig das Meisterschaftsrennen in der ersten Liga verlief – die Relegation war in dieser Saison an Spannung nicht zu überbieten. Erst nach 120 Minuten im Karlsruher Wildpark stand fest, wer in der kommenden Saison in der Bundesliga startet: der Hamburger Nicolai Müller traf in 115. Minute zum Hamburger 2:1.

"Badische Neueste Nachrichten":Bitteres Ende für den KSC - Es war grausam für den KSC, die Fans, für die ganze Region. Die Mannschaft hatte Sieg und Aufstieg vor Augen, doch am Ende hatte der HSV die Nase vorn.

"sport1":

Ja, er lebt noch - 90 Minuten lang hatte es so ausgehen, als würden die Hamburger an dem Druck des drohenden ersten Bundesliga-Abstiegs zerbrechen, doch dann zogen sie doch wieder den Kopf aus der Schlinge - erst durch einen äußerst umstrittenen Freistoß von Marcelo Diaz in der Nachspielzeit, und endgültig dann durch Müllers Jokertor in der Verlängerung.

"Spiegel online:"

Mehr Glück als Konzept - Denn tatsächlich war der Freistoßpfiff eine Fehlentscheidung. Karlsruhes Jonas Meffert ("der Schiedsrichter hat das Spiel entschieden") war beim Schuss von Slobodan Rajkovic weder aktiv mit der Hand zum Ball gegangen, noch hatte er die Körperfläche vergrößert, als ihm der Ball an den Arm sprang.

"Sport Bild":

Relegations-Wahnsinn! Dieser HSV ist nicht totzukriegen - Bis zur 90. Minute führte der KSC mit 1:0, die Aufstiegs-Shirts lagen bereits neben der Bank parat. Doch dann schoss Marcelo Diaz (90.+1) mit seinem ersten Pflichtspieltor für den HSV das Bundesliga-Gründungsmitglied in die Verlängerung. In der 115. Minute zerstörte der eingewechselte Nicolai Müller mit seinem Treffer jäh die Karlsruher Erstliga-Träume.

"Die Welt":

Umstrittener Freistoß verhindert den Abstieg - Jens Todt, der Sportdirektor des Karlsruher SC, war außer sich. Kurz nach dem Schlusspfiff wurde er nach seiner Meinung zum Freistoßpfiff in der 90. Minute gefragt. Todt redete Klartext. "Diesen Freistoß darfst du nicht geben!", sagte der 45-Jährige. "Unser Spieler dreht sich eindeutig weg und der Schiedsrichter pfeift trotzdem. Das ist ein ganz bitterer Tag für uns und unsere Fans. Augen auf bei der Berufswahl, sag' ich da nur."

"Süddeutsche Zeitung":Gerettet, aber schwer gezeichnet - Trotzdem werden unrühmliche Bilder in den Köpfen bleiben. Am Montagabend bestürmten in der 120. Minute etliche HSV-Spieler den Karlsruher Rouwen Hennings, der eben seinen Elfmeter verschossen hatte. Im Moment des Triumphs bauten sie sich vor ihm auf, knallten ihm Sprüche an den Kopf, lachten den Karlsruher aus. Fast wie vor einem Jahr, als sich Pierre-Michel Lasogga nach dem Relegationssieg gegen Fürth aufplusterte und den unterlegenen Gegner nach Kräften verhöhnte.

"Focus":

Bruno Labbadia glaubt, dass der liebe Gott den HSV gerettet hat - Von diesem Rausch der Emotionen wird sich Bruno Labbadia erst mal erholen müssen. Um den Trainer des HSV musste man sich ja beinahe Sorgen machen, so sehr ist er vor Freude ausgerastet nach dem im letzten Moment geschafften Klassenerhalt seiner Mannschaft. (...) Also sagte Labbadia diesen bemerkenswerten Satz: „Ich glaube, dass da oben jemand mitgesteuert hat.“ Will heißen: Der Trainer des HSV meint, der liebe Gott habe den Hamburgern zum Klassenverbleib verholfen.

tis

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