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Lüttich-Bastogne-Lüttich Zu früh gefreut: Rad-Weltmeister Alaphilippe verspielt Sieg auf der Zielgeraden

Lüttich-Bastogne-Lüttich: Ungläubig blickt Julian Alaphilippe nach rechts zu Primoz Rogic
Zu früh gefreut: Nach einem wilden Sprint fühlte sich Straßenweltmeister Julian Alaphillippe schon als sicherer Sieger von Lüttich-Bastogne-Lüttich. Doch am Ende jubelt Primoz Roglic (l.).
© Olivier Matthys / DPA
Der frisch gekürte Straßenrad-Weltmeister Julian Alaphilippe hat den Sieg beim Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich leichtfertig aus den Händen gegeben. Während der Franzose siegesgewiss die Arme vom Lenker nahm, sprang Tour-Pechvogel Primoz Roglic um eine Reifenbreite an ihm vorbei.

Der amtierende Straßenweltmeister Julian Alaphilippe hat den Sieg beim Radklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich leichtfertig verspielt. Zunächst brachte der Franzose den slowenischen Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar und den Schweizer Marc Hirschi mit einem Schlenker auf der Zielgeraden bei Tempo 60 ins Straucheln. Danach riss er siegessicher schon einige Meter vor dem Zielstrich die Arme in die Höhe. Und Alaphilippe hatte sich deutlich zu früh gefreut. Pogacars Landsmann Primoz Roglic, einst als Skispringer erfolgreich, schob sich mit einem sogenannten Tigersprung noch am ausrollenden Weltmeister vorbei. Eine Reifenbreite reichte Roglic nach fast 260 Kilometer langen Ritt durch die Ardennen. Der Sieg beim ältesten noch ausgetragenen Eintages-Radrennen der Welt war zugleich der erste Klassiker-Erfolg für Roglic. 

Statt Ruhm und Ehre: Spott und Häme für Alaphilippe

Für Alaphilippe, der erst vor zehn Tagen im italienischen Imola das Regenbogen-Trikot des Weltmeisters erobert hatte, wurde der 4. Oktober zu einem rabenschwarzen Tag. Statt Ruhm und Ehre für diesen prestigeträchtigen Erfolg wurde der 28-Jährige nach dem Rennen mit Spott und Häme überschüttet. Zur unrühmlichen Krönung distanzierte die Jury den Franzosen wegen des unfairen Sprints letztlich sogar noch auf den fünften Platz. In den sozialen Netzwerken äußerte sich der Gescholtene bis Montag nicht zu dem Vorfall. Umso größer war die Freude bei Roglic. "Ohne Worte", schrieb der Slowene. "Ein Monument des Radsport zu gewinnen, war mein Traum." Dieser sei nun wahr geworden, postete er via Instagram.

Für Roglic war der Sieg in Lüttich eine besondere Genugtuung. Nachdem er bei der Tour de France schon wie der sichere Sieger ausgesehen hatte, verlor der frühere Skispringer das berühmte Gelbe Trikot auf der vorletzten Etappe in den Vogesen noch an Tadej Pogacar.

Saison-Aus: Olympiasieger Van Avermaet schwer gestürzt

Überschattet wurde das Rennen von einem schweren Sturz. Mitfavorit Greg Van Avermaet kam knapp 100 Kilometer vor dem Ziel zu Fall. Dabei brach sich der Belgier nach Angaben des Teamarztes seiner CCC-Mannschaft das Schultereckgelenk sowie drei Rippen. Dazu erlitt der Olympiasieger von Rio einen kleinen Pneumothorax und eine Franktur des ersten Brustwirbelfortsatzes. Die Saison ist für Avermaet damit gelaufen.

Quelle:Instagram

js DPA

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