HOME

Basketball: Nowitzkis Verletzung schockt Dallas

Pech für Dirk Nowitzki und seine Dallas Mavericks: Der deutsche Basketball-Star zog sich im dritten Finalspiel der Western Conference eine schmerzhafte Verletzung im linken Knie zu. Ohne Nowitzki scheinen die "Mavs" in den Finalspielen chancenlos.

Nicht nur dem Erfolgsrun von Dirk Nowitzki droht ein abruptes Ende. Der deutsche Star zog sich im dritten Finalspiel der Western Conference eine schmerzhafte Verletzung im linken Knie zu und konnte nicht einmal mehr mitansehen, wie die Dallas Mavericks in der Nacht zum Freitag von den San Antonio Spurs bei der 83:96- Heimniederlage deklassiert wurden. Ob Nowitzki in der Nacht zum Montag vor heimischem Publikum im vierten Duell der Serie "best of seven" mitwirken kann, ist mehr als fraglich. Ohne den gebürtigen Würzburger, der in den Playoffs der nordamerikanischen Basketball-Profiliga (NBA) bislang der überragende Spieler der Mavericks war, scheint Dallas dem mit 2:1 Siegen führenden texanischen Rivalen kein gleichwertiger Gegner zu sein.

Fairer Zweikampf führte zu Verletzung

Das Malheur passierte 7:45 Minuten vor Spielschluss, als die Spurs mit 80:66 in Führung lagen. Den 20.695 Zuschauern stockte kollektiv der Atem, als Nowitzki unterm Korb nach einem Zweikampf mit seinem Gegenspieler Emanuel Ginobili zu Boden ging und sich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Parkett wälzte. Bei der fairen Attacke ist der Argentinier mit seinem linken Bein so unglücklich gegen Nowitzkis linkes Knie geschlagen, dass der Blondschopf sofort zusammenbrach. Nach zwei Minuten verließ Nowitzki gestützt auf zwei Teamkameraden die Arena. Im Tunnel setzte er sich auf einen Rollwagen, fuhr in die Umkleidekabine.

"Es sieht nicht gut aus"

Nach einer ersten Röntgenuntersuchung lautete die Diagnose auf verstauchtes Knie. In der Nacht zum Samstag wurde noch eine Kernspindtomographie veranlasst. "Es sieht nicht gut aus", erklärte Mavericks-Headcoach Don Nelson und fügte mit sorgenvoller Miene hinzu: "Ich rechne nicht damit, dass er Sonntag spielt. Und ich bin mir auch nicht sicher, ob er in dieser Serie überhaupt noch einmal aufläuft." Nelson betonte, er werde kein Vabanque spielen. "Ich habe Dirk gesagt, nur wenn er sich 100 Prozent fit fühlt, wird er wieder zum Einsatz kommen." Das wichtigste, woran man jetzt denke müsse, sei die Gesundheit von Nowitzki. Nichts sei wichtiger als das, sagte Nelson.

"Es ging alles so schnell"

Nowitzki, der nur sieben von 20 Würfen aus dem Feld versenkte und 15 Punkte sammelte, verließ die Arena durch den Hinterausgang. In einem schriftlich verbreiteten Statement hieß es: "Ich weiß nicht genau, wie es passiert ist. Es ging alles so schnell. Das Knie tat sehr weh. Da ich nie eine Knieverletzung hatte, war der Schmerz für mich neu. Ich konnte das Bein nicht bewegen." Trotz des "großen Pechs" äußerte er sich nicht resignierend: "Die Serie ist noch lange nicht vorbei. Ich kann auch mit einigen Schmerzen spielen." Dirk habe noch nie Probleme mit den Knien gehabt, sagte sein Mentor Holger Geschwindner. Das Bandagieren des linken Knies sei prophylaktischer Natur. "Ab und zu juckt die Patellasehne. Sie ist manchmal etwas gereizt", begründete Geschwindner die Vorsichtsmaßnahme.

"Irgendwie werden sie den Ausfall kompensieren"

"Ohne Nowitzki fehlt dem offensiven Spiel der Mavericks eine Menge. Außerdem ist er ein guter Rebounder", sagte Spurs-Star Tim Duncan, der als erfolgreichster Werfer des Abends mit 34 Punkten und 24 Rebounds erneut groß auftrumpfte. "Irgendwie werden sie den Ausfall versuchen zu kompensieren", meinte der wertvollste Spieler (MVP) der beiden letzten Saisonen. "Doch darüber machen wir uns keine Gedanken. Wir müssen unseren eigenen Weg gehen." In der Nacht zum Samstag tat es der NBA-Champion von 1999 einmal sehr eindrucksvoll. 97 Sekunden vor der Halbzeit hatte Nowitzki die "Mavs" noch mit 64:63 in Führung geworfen. Danach dominierten nur noch die Spurs und zogen bis vier Minuten vor Spielende entscheidend auf 92:74 davon.

Wissenscommunity