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Blick zurück: Tourgeschichte(n)

In ihrer langen Geschichte sah die Tour de France unzählige Helden, strahlende Sieger und verbitterte Verlierer. Und dann gibt es da noch die Ereignisse, die mehr Geschichten als Geschichte sind

In ihrer langen Geschichte sah die Tour de France unzählige Helden, strahlende Sieger und verbitterte Verlierer. Und dann gibt es da noch die Ereignisse, die mehr Geschichten als Geschichte sind. Wir haben einige für Sie zusammen gestellt.

Selbst ist der Mann

Eugene Christophe führte 1913 am Tourmalet mit 18 Minuten Vorsprung. Bei der Abfahrt brach jedoch seine Vordergabel. Materialwagen waren damals noch unbekannt und so schlug sich der tapfere Eugene bis ins nächste Dorf durch. 14 Kilometer musste er dafür zu Fuß laufen. Dort schweißte er in einer Schmiede sein Rad wieder eigenhändig zusammen. Er kam schließlich mit 4 Stunden Rückstand ins Ziel. Dort bekam er zu allem Unglück noch eine Minute Strafzeit aufgebrummt, da im der Schmiede ein Junge den Blasebalg bedient hatte. Fremde Hilfe war aber laut Reglement strengstens verboten.

Ottavio Bottecchia kam 1927 nicht weit. Er wurde von einem Bauern erschlagen, nachdem er sich an den Trauben aus dem Weinberg des Bauern vergangen hatte.

Zu früh gefreut

Abdelkader Zaaf machte bei der Tour 1950 wirklich einen guten Job. Er unternahm einen Ausreißversuch und schaffte es tatsächlich, zehn Minuten Vorsprung herauszufahren. Über diesen Erfolg war er selbst so zufrieden, dass er sich in einem Straßencafé mit zwei Flaschen Weißwein belohnte und sich anschließend zu einem kleinen Nickerchen in die Sonne legte. Als er wieder wach wurde, war das Feld schon lange vorbei. Zaafs stieg auf sein Rad und brauste weiter - leider in die falsche Richtung.

Briek Schotte wurde zur Legende, als er sich bei der 14. Etappe der Tour 1950 mit seinen Mitfahrern darauf verständigte, ein kleines Päuschen einzulegen. Kurz vor Nimes ordneten dann die Mannschaftskapitäne eine Schwimmpause an. So gingen an diesem Tag 60 Fahrer im Meer vor Grimault baden.

Um den ersten Dopingtests zu entgehen, griffen die Fahrer zu allen Mitteln. So ließen sie bei Urinproben oft Fremdurin durch einen Katheter in den Becher plätschern. Bei der Auswahl der »Urinspender« gingen die Athleten allerdings nicht so sorgfältig zu Werke. So kam es, dass bei einem leider nicht bekannten Fahrer eine Schwangerschaft diagnostiziert wurde.

Henri Cornet war bei der Tour 1904 nicht sehr beliebt bei seinen Kollegen. Er schlief auf dem Sattel ein und fiel in den Straßengraben, nachdem er eine vergiftete Hühnerkeule gegessen hatte.

Schurkenquartett

Maurice und Cesar Garin, Pothier und Aucouturier. Diese vier führten die Gesamtwertung der Tour 1904 an. Kein Wunder, sie hatten eifrig die Landkarte studiert und zeitsparende Abkürzungen ausgetüftelt. Sie wurden erwischt, als ein Teil der Strecke mit der Eisenbahn zurückgelegt hatten. Auf dem Bahnhof wurden sie von einem Jungen gesichtet, der sie verpetzte, ansonsten hätte es wohl niemand gemerkt. Alle vier wurden disqualifiziert. Nachträglicher Sieger wurde übrigens Cornet. Ja genau, der mit der Hühnerkeule.

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