Dopingskandal Drakonische Strafen geplant


Im US-Dopingskandal ist jetzt auch die Mittelstrecklerin Regina Jacobs positiv auf THG getestet worden. Um die Glaubwürdigkeit des Sports zu retten, plant die Anti-Doping-Agentur zukünftig drakonische Strafen.

In den immer weitere Kreise ziehenden Massen- Dopingskandal der USA ist offenbar mindestens eine Leichtathletin verwickelt. Die amerikanische Weltklasseläuferin Regina Jacobs ist nach einem Bericht der "Washington Post" positiv auf das Designer-Stereoid THG getestet worden. Die 40-Jährige war als erste Frau in der Halle die 1 500 Meter in 3:59,98 Minuten gelaufen.Das Blatt beruft sich auf eine sichere Quelle aus der Leichtathletik. Danach wurde die positive Dopingprobe bei den US-Titelkämpfen im Juni im kalifornischen Stanford genommen. Dort sind insgesamt vier Leichtathleten positiv auf THG getestet worden. Namen nannte er nicht.

Vierter erwischter Athlet unbekannt

Mit Regina Jacobs ist nach ihrem Landsmann, dem Kugelstoßer

Kevin Toth

, und dem in der A-Probe positiv getesteten britischen Sprinter

Dwain Chambers

der dritte Sportler im Dopingskandal namhaft gemacht worden. Nach Angaben des Geschäftsführers des US-Verbandes USATF, Craig Masback, sei ein weitere Athlet positiv auf THG getestet worden. Der Name wurde nicht bekannt.

Anti-Doping-Agentur unter Druck

Die amerikanische Anti-Doping-Agentur gerät derweil immer mehr unter Druck. Das Nationale Olympische Komitee der USA (USOC) fordert rigide Gegenmaßnahmen, um die Glaubwürdigkeit der Sportart wiederherzustellen. Sogar mit einer Auflösung der Einrichtung wurde gedroht.

Lebenslange Sperre soll Regel werden

Masback präsentierte so am Mittwoch denn auch einen unter dem Titel "Zero Tolerance" stehenden Initiativplan, mit dem der US-Leichtathletik- Verband das Dopingproblem künftig in den Griff bekommen will. Darin wird festgeschrieben, dass Dopingsünder und deren Trainer schon beim ersten positiven Test lebenslänglich gesperrt und mit bis zu 100 000 Dollar Strafe belegt werden können. Um Dopingvergehen auf die Spur zu kommen, sollen Privatdetektive eingesetzt und eine Hotline geschaltet werden. Außerdem soll in den nächsten zwei Wochen ein "Notfall-Doping- Gipfeltreffen" der wichtigsten US-Verbänden im Weißen Haus stattfinden.

Für jetzige Sünder gilt noch die Zwei-Jahres-Sperre

Beschlossen werden soll der Maßnahmeplan beim Verbandstreffen Anfang Dezember. Die positiv auf THG getesteten Leichtathleten würden allerdings noch nicht nach den neuen Regeln bestraft werden, sagte Masback. Auf sie werde die vom Weltverbandes IAAF festgelegte Dopingsperre von zwei Jahren angewandt. Die IAAF habe bereits ihr Einverständnis gegeben, dass die USA ihre Erst-Dopingsünder künftig härter bestrafen können als international üblich.


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