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Dopingsperre: Harte Strafe für Tennis-Profi Puerta

Der argentinische French Open-Finalist Mariano Puerta ist wegen Dopings acht Jahre gesperrt worden. So hart urteilte der Internationale Tennis-Verband noch nie. Für Puerta bedeutet es wohl das Karriere-Aus.

Dass seine Tennis-Karriere so schnell vorbei ist, hätte sich der French-Open-Finalist Mariano Puerta wohl nicht gedacht. Der 27 Jahre alte Argentinier wurde von einem unabhängigen Schiedsgericht wegen Dopings für acht Jahre bis zum 4. Juni 2013 gesperrt, wie der Internationale Tennis-Verband (ITF) mit. Dies ist die längste je vergebene Dopingsperre im internationalen Spitzensport. Puerta war nach seinem verlorenen Endspiel bei den French Open am 5. Juni dieses Jahres gegen den Spanier Rafael Nadal positiv auf das Stimulanzmittel Etilefrin getestet worden.

Doch keine lebenslange Sperre

Puerta drohte als Wiederholungstäter sogar eine Sperre auf Lebenszeit. Der Weltranglisten-13. war schon vor zwei Jahren des Dopings mit Clenbuterol überführt und von Oktober 2003 bis Juli 2004 gesperrt worden. Das Schiedsgericht erklärte zum Verzicht auf einen lebenslangen Bann: "Die Menge von Etilefrin in seinem Körper war zu gering, als dass sie Auswirkungen auf seine Leistung gehabt haben könnte." Puerta hat drei Wochen Zeit, in Berufung zu gehen.

Die ITF annullierte Puertas Ergebnisse bei den French Open. Die 551.980 Dollar (459.600 Euro) für den Einzug ins Finale von Roland Garros muss er ebenso zurückzahlen wie das Preisgeld, das er nach dem Grand-Slam-Turnier verdient hat (306.245 Dollar). 90.000 Dollar bekam Puerta allein für seinen Auftritt bei der Tennis-WM im November in Schanghai, an der er als Nachrücker teilnehmen durfte.

Urteil wird begrüßt

Der Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), Richard Pound, begrüßte das Urteil: "Es handelt sich um jemanden, der in weniger als zwei Jahren zwei Mal positiv getestet wurde und der offensichtlich glaubt, dass die Regeln für ihn nicht gelten."

Die französische Sportzeitung "L'Equipe" hatte bereits Anfang Oktober über den Fall Puerta berichtet und sich auf das Ergebnis der im Dopingkontroll-Labor Châtenay-Malabry analysierten A- und B-Probe berufen. Puerta hatte jegliche Schuld von sich gewiesen und behauptet, das Blutdruck senkende Mittel wegen einer Grippe eingenommen zu haben.

Puerta weist Schuld von sich

Puerta ist nicht der einzige Dopingsünder aus Argentinien. Neben Puerta sind in den vergangenen fünf Jahren vier weitere Tennis-Profis des Dopings überführt worden. Juan Ignacio Chela (2000), Guillermo Coria (2001) und Guillermo Canas (2005) wurden gesperrt. Martin Rodriguez (2003) erhielt lediglich eine Verwarnung. Auch gegen Doppelspieler Mariano Hood gibt es Doping-Vorwürfe. Ihm soll nach Angaben der "L'Equipe" während der French Open die Einnahme eines verbotenen, Harn treibenden Präparates nachgewiesen worden sein, das die Gabe anderer Medikamente verschleiern kann.

Talentierte argentinische Spieler stehen zumeist unter großem Druck und werden von ihren Managern systematisch zum Doping getrieben. Die jungen Spieler bringen Talent, aber keine Erfahrung mit und gehen naiv Verträge mit korrupten Managern ein.

Doping-Fall auch bei den Damen?

Die für gewöhnlich gut informierte "L'Equipe" hatte am Dienstag berichtet, dass es bei den French Open auch im Damen-Wettbewerb einen Doping-Fall gegeben habe. Die Bulgarin Sesil Karatantschewa, die als 15-Jährige bei ihrem ersten Auftritt in Paris überraschend das Viertelfinale erreicht hatte, sei positiv auf Nandrolon getestet worden. Die Nummer 39 der Weltrangliste habe bereits vor einem Schiedsgericht aussagen müssen, hieß es. Der bulgarische Verband und die ITF wollten einen Dopingfall weder bestätigen noch dementieren.

DPA / DPA

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