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Nordische Ski-WM: Biathlet blamiert Spezialisten

Ein vermeintlicher Außenseiter hat bei der Langlauf-WM in Japan die Spezialisten düpiert. Im Schneesturm gelang Tobias Angerer über 15 Kilometer dennoch ein Medaillenerfolg. Der Deutsche wusste hinterher nicht, ob er lachen oder weinen sollte.

Der norwegische Biathlet Lars Berger hat am Mittwoch bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Sapporo den Langlauf-Titel über 15 Kilometer Freistil gewonnen. Er profitierte bei dem von heftigen Schneestürmen beeinträchtigten Rennen von seiner niedrigen Startnummer. In 35:50,0 Minuten verwies er den Weißrussen Leonid Karnejenko auf den zweiten Platz. Der als letzter Starter ins Rennen gegangene Tobias Angerer aus Vachendorf holte mit einem Rückstand von 52,4 Sekunden die Bronzemedaille. Axel Teichmann wurde Fünfter. Franz Göring kam auf den siebten Rang.

"Es ist schon ärgerlich. Da läufst du ein perfektes Rennen und hast einfach keine Chance. Auf der einen Seite freue ich mich über die Medaille, auf der anderen Seite bin ich traurig über den verpassten Titel", sagte Angerer, der die ersten neun Kilometer nur hinterher lief und dann bei nachlassendem Schneefall zum Sturm auf den Bronzerang ansetzte.

Teichmann sah es nicht ganz so verbissen. "Wir sind eine Freiluftsportart und müssen mit solchen Verhältnissen leben. Lars hat seine Chance genutzt und ist damit ein würdiger Weltmeister", betonte der Titelträger in der Doppelverfolgung. Bundestrainer Jochen Behle haderte hingegen mit dem Reglement: "Dann muss man sich eben den Bedingungen der Zeit anpassen und ein Massenstartrennen veranstalten. Dann hätten alle gleiche Bedingungen gehabt", bemerkte der Coach. Berger ist der erste Biathlet, der einen Langlauf-Einzeltitel errang. Zuvor hatte er bereits mit der norwegischen Staffel in Oberstdorf nordisches WM-Gold gewonnen.

DPA/kbe

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