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Tennis: Sharapova mit viel Mühe - Nadal rekordverdächtig

Maria Sharapova schimpfte, küsste den Staub und zog erst nach einem wahren Kraftakt ins Viertelfinale der French Open ein, während Titelverteidigerin Li Na bereits raus ist. Bei den Herren rauscht Rafael Nadal mit neuem persönlichen Rekord dagegen dem nächsten Titel entgegen.

Drei Stunden und elf Minuten hatte sich Maria Sharapova im Achtelfinale der French Open gegen Klara Zakopalova quälen müssen – und damit ganze 16 Minuten länger als in ihren drei vorangegangenen Auftritten in Roland Garros zusammen.

"Das war ein guter Test für mich", resümierte die Russin nach dem hart erkämpften 6:4, 5:7, 6:2-Sieg, in dem sie von der stark aufspielenden Tschechin ordentlich gefordert worden war. "Ich hatte Chancen das Match in zwei Sätzen zu beenden", erklärte Sharapova.

Doch sie tat es nicht. Bei nasskalten und windigen Bedingungen hatte sie sich auf dem Sand des Philippe Chatrier deutlich unwohl gefühlt und vor allem bei der Beinarbeit große Schwierigkeiten offenbart. Frustriert hatte sie mehrfach unwirsch an ihrem Pferdeschwanz genestelt, sich einige Male sogar mit den Linienrichterinnen und auch der Stuhlschiedsrichterin angelegt.

Sharapova streitet mit der Stuhlschiedsrichterin 

"Wenn man keinen Ballabdruck sieht, bedeutet das doch eigentlich, dass der Ball auf der Linie gelandet ist", erklärte Sharapova in ihrer Pressekonferenz und fügte grinsend an: "Doch sie hatte da offensichtlich eine etwas andere Theorie." Sowieso gab es für Sharapova einige neue Erfahrungen im Match gegen Zakopalova zu machen.

Sie verlor sogar einmal das Gleichgewicht und fiel in die rote Asche. "Das war mein erster Sturz in dieser Sandplatzsaison", erklärte die Russin, die mit Siegen in Stuttgart und Rom beinahe traumwandlerisch sicher durch die bisherigen Ascheturniere marschiert war. "Das war schon ein echter Schock, normalerweise habe ich vor den French Open schon einige Stürze mehr auf dem Konto."

Doch sowohl der Sturz als auch der Verlust des zweiten Satzes trotz zwischenzeitlich klarer Führung blieben letztlich ohne Folgen für Sharapova. "Ich bin im dritten Satz stark zurückgekommen, und das zählt am Ende", zog sie ein positives Resümee.

Schließlich steuert sie dadurch weiter auf die zwei großen Ziele in Paris zu: Der Sieg beim einzigen Grand Slam-Turnier, das sie noch nicht in ihrer Sammlung hat, und zudem die Rückkehr an die Spitze der Weltrangliste. Die Nummer eins der Tenniswelt war Sharapova bisher für insgesamt 17 Wochen - erstmals im Jahr 2005 und zuletzt 2008.

Nadal mal wieder nicht zu stoppen

Weiter ungebremst eilt Rafael Nadal von Sieg zu Sieg. Einen Tag nach seinem 26. Geburtstag deklassierte der Tennis-Weltranglisten-Zweite im Achtelfinale den Argentinier Juan Monaco mit 6:2, 6:0, 6:0 in nur einer Stunde und 46 Minuten, bleibt damit weiter ohne Satzverlust und stellte einen persönlichen Rekord auf: Noch nie zuvor hatte er bis zum Viertelfinale in Roland Garros nur 19 Spiele abgegeben. Seine Match-Bilanz ist nun 49:1 am Bois de Boulogne.

Nadal trifft in der Runde der besten Acht auf seinen Landsmann Nicolas Almagro. Die Nummer zwölf der Setzliste besiegte den Serben Janko Tipsarevic mit 6:4, 6:4, 6:4. Bislang ist Nadal im Stade Roland Garros mit sechs Turniersiegen zusammen mit der schwedischen Tennis-Legende Björn Borg Rekord-Titelträger, mit einem weiteren Triumph am Bois de Boulogne wäre er der alleinige Rekordmann.

Li Na scheitert im Achtelfinale

Während eine Titelverteidigung von Nadal wohl kaum zu verhindern sein wird, ist der Traum von Li Na ihren Erfolg aus dem Vorjahr zu wiederholen allerdings bereits beendet. Sie musste sich nämlich völlig überraschend nach einer 6:3, 2:6, 0:6-Pleite gegen die Kasachin Yaroslava Shvedova schon nach dem Achtelfinale aus dem Turnier verabschieden. "Ich habe nur ein Match verloren, also versucht mich nicht runterzuziehen", grummelte die 30-jährige Chinesin nach der Pleite gegen die Nummer 144 der Welt genervt zu kritischen Reportern.

Li ist nach der Amerikanerin Serena Williams, der Polin Agnieszka Radwanska und der Weltranglisten-Ersten Victoria Asarenka aus Weißrussland bereits die vierte Mitfavoritin, die am Bois de Boulogne frühzeitig ausgeschieden ist. "Das ist Tennis", sagte Li zu ihrem Einbruch im zweiten Satz und vielen unerklärlichen Fehlern gegen die Doppelexpertin Shvedova.

sportal.de / sportal

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