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TOUR DE FRANCE: Telekom: »Verfahrenes« Zeitfahren

Vielleicht war es zu viel der Erfurcht, mit der das Team Telekom auf die Zeitfahr-Strecke ging, denn die Magenta-Renner legten einen klassischen Fehlstart hin.

Mit viel Respekt vor der Strecke nahm das Team Telekom das Mannschafts-Zeitfahren in Angriff. Vielleicht war es zu viel der Ehrfurcht, denn die Magenta-Renner legten einen klassischen Fehlstart hin. So endete der erste ernsthafte Schlagabtausch mit dem US-Postal-Team um Lance Armstrong mit einem knappen Punktsieg für den Amerikaner. Der konnte es sich auf halber Strecke sogar noch leisten auf zwei gestürzte Fahrer zu warten.

Voigts Team überrascht

Insgesamt 24 Sekunden verloren die Telekoms auf der 67 Kilometer langen Etappe von Verdun nach Bar-le-Duc. Den Tagessieg auf schwierigem Parcours bei mehr als unfreundlichem Wetter holte sich überraschend Jens Voigts französisches Team Credit Agricole in 1:21:32 Stunden. Telekom musste sich mit Platz sieben begnügen.

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Glück für Telekom

Damit verteidigte der Australier Stuart O'Grady das Gelbe Trikot und der Berliner Voigt rückte auf Rang zwei im Gesamtklassement vor. Der große Favorit und Vorjahressieger im Mannschafts-Zeitfahren, Once, belegte den zweiten Platz mit 31 Sekunden Rückstand auf Credit Agricole. Armstrong und Ullrich trennen im Gesamtklassement jetzt 27 Sekunden. Hätte Armstrong wegen zwei gestürzten Fahrern nicht noch ein Päuschen eingelegt, wäre der Rückstand für das Team Telekom mit Sicherheit verheerend ausgefallen.

Verschlafener Start

Das Telekom-Team, das in den vergangenen Tagen bei der 88. Tour de France einen sehr geschlossenen und soliden Eindruck hinterlassen hatte, blieb hinter den hohen Erwartungen zurück. Schon bei der ersten Zwischenzeit nach 19,5 km radelten die Bonner der Konkurrenz auf Rang elf hinterher. Zu diesem Zeitpunkt hatte das 20 Minuten später gestartete US Postal-Team schon 22 Sekunden Vorsprung, nach 45 km fast eine Minute. »Aus Respekt vor der Strecke haben wir zu verhalten begonnen«, analysierte Telekom-Teamchef Rudy Pevenage nach dem Rennen. »Wir haben uns zum Schluss noch gesteigert und sind zu Sechst ins Ziel gekommen«, sagte Ullrich.

Zehn Kilometer vor dem Ziel verlor Telekom den Amerikaner Kevin Livingston, der im Vorjahr noch für Armstrong gefahren war, kurz danach den zweifachen Etappengewinner Erik Zabel im Grünen Trikot nach einem Reifendefekt. Trotzdem verlor das deutsche Top-Team in der Endabrechnung 16 Sekunden weniger auf US Postal als im Vorjahr beim Mannschafts- Zeitfahren in Saint Nazaire.

Pech für US-Postal

Die Armstrong-Equipe kam nach 50 Kilometern völlig aus dem Rhythmus, als auf regenassem Asphalt Christian Vandevelde und der ohnehin schon am Knie verletzte Bergspezialist Roberto Heras ausrutschten und einen heftigen Abflug auf die Piste zauberten. Armstrong drosselte daraufhin das Tempo, um auf die beiden Unglücksraben zu warten, und verlor viel Zeit. Zwei Kilometer später war das Team des Texaners aber wieder komplett und stürmte unter der Führung des glänzend aufgelegten Chefs wieder mit voller Kraft Richtung Bar-le-Duc.

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