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Skandal bei US Open Djokovic disqualifiziert! Serbe schießt Linienrichterin ab – Zverev könnte profitieren

Sehen Sie im Video: Novak Djokovic fliegt wegen Frust-Aktion bei den US Open raus.




Er war als hoher Favorit in die US Open in New York gegangen - der Serbe Novak Djokovic. Doch dann das: Im Achtelfinalmatch gegen den Spanier Pablo Carreno traf der 33-jährige Weltranglistenerste Djokovic eine Linienrichterin mit dem Ball am Hals. Den Ball hatte er nach einem Ballwechsel hinter sich geschlagen. Jede Diskussion und auch die Entschuldigung bei der getroffenen Frau blieben ohne Wirkung. Djokovic wurde disqualifiziert und räumte schließlich das Feld. Die United States Tennis Association wertete sein Verhalten als rücksichtslos. Bei Instagram äußerte sich der Serbe später zu dem Vorfall. Dieser habe ihn "traurig und leer" zurückgelassen. Es sei keinesfalls mit Absicht geschehen.
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Der große Favorit auf den Sieg bei den US Open, Novak Djokovic, ist disqualifiziert worden. Der Serbe hatte eine Linienrichterin mit einem wütend weggeschlagenen Ball getroffen. Dem Deutschen Alexander Zverev spielt das Aus in die Karten.

Der Weltranglistenerste Novak Djokovic ist bei den US Open der Tennisprofis im Achtelfinale disqualifiziert worden. Der Serbe hatte nach einem verlorenen Aufschlagspiel im ersten Satz wütend einen Ball weggeschlagen und dabei eine Linienrichterin getroffen. Zwar hatte Djokovic den Ball nicht mit Absicht in Richtung der Linienrichterin geschlagen, diese war aber zu Boden gegangen und hatte danach sichtlich Probleme mit der Atmung. Djokovic schien selbst völlig erschrocken über die Situation. Der große Favorit auf den Titel diskutierte danach minutenlang mit den Verantwortlichen, die aber keine Gnade walten ließen.

Djokovic zeigte sich später in den sozialen Netzwerken zerknirscht ob der Entscheidung – doch er entschuldigte sich auch: "Diese ganze Situation lässt mich wirklich traurig und leer zurück", hieß es in einem in der Nacht zum Montag veröffentlichten Instagram-Eintrag des 33 Jahre alten Serben. Er wolle sein Fehlverhalten auf dem Platz und die darauf folgende Disqualifikation als "Lektion" nehmen.  

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This whole situation has left me really sad and empty. I checked on the lines person and the tournament told me that thank God she is feeling ok. I‘m extremely sorry to have caused her such stress. So unintended. So wrong. I’m not disclosing her name to respect her privacy. As for the disqualification, I need to go back within and work on my disappointment and turn this all into a lesson for my growth and evolution as a player and human being. I apologize to the @usopen tournament and everyone associated for my behavior. I’m very grateful to my team and family for being my rock support, and my fans for always being there with me. Thank you and I’m so sorry. Cela ova situacija me čini zaista tužnim i praznim. Proverio sam kako se oseća linijski sudija, i prema informacijama koje sam dobio, oseća se dobro, hvala Bogu. Njeno ime ne mogu da otkrijem zbog očuvanja njene privatnosti. Jako mi je žao što sam joj naneo takav stres. Nije bilo namerno. Bilo je pogrešno. Želim da ovo neprijatno iskustvo, diskvalifikaciju sa turnira, pretvorim u važnu životnu lekciju, kako bih nastavio da rastem i razvijam se kao čovek, ali i teniser. Izvinjavam se organizatorima US Opena. Veoma sam zahvalan svom timu i porodici što mi pružaju snažnu podršku, kao i mojim navijačima jer su uvek uz mene. Hvala vam i žao mi je. Bio je ovo težak dan za sve.

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Djokovic-Aus erhöht Zverevs Chancen

Der Vorfall erhöht indes die Chancen für den Deutschen Alexander Zevrev, sich seinen ersten Grand-Slam-Titel zu holen. "Es wird einen neuen Grand-Slam-Champion geben. Das ist das Einzige, was ich gerade weiß. Nun wird es interessant", sagte Zverev am Sonntag bei seiner Pressekonferenz kurz nach dem Djokovic-Vorfall: "Ich bin nicht der Einzige, der eine Chance hat. Ich hoffe, dass ich mich weiter im Turnier entwickeln kann. Mal schauen, wie es dann am Ende aussieht."

Der Australian-Open-Halbfinalist hatte zuvor eine souveräne Leistung gezeigt und sich gegen den jungen spanischen Außenseiter Alejandro Davidovich Fokina im Schnelldurchgang mit 6:2, 6:2, 6:1 durchgesetzt. Auch gegen den Kroaten Borna Coric oder den Australier Jordan Thompson wird Zverev jetzt Favorit sein. Und in seiner Turnierhälfte ist nun auch noch Djokovic weg. Der Serbe wäre ein möglicher Halfinal-Gegner des Deutschen gewesen, nach seinem Aus ist kein Grand-Slam-Sieger mehr im Herren-Tableau. 

Becker: "Das ist natürlich unglaublich bitter"

Minutenlang diskutierte Australian-Open-Sieger Djokovic am Netz nach dem Vorfall mit dem Schiedsrichter, an seinem Aus änderte das aber nichts mehr. Er war zuvor in diesem Jahr noch unbesiegt. Nach dem ganzen Wirrwarr in Folge eines positiven Corona-Falls beim Franzosen Benoit Paire haben die US Open nun auch noch einen handfesten Skandal. "Das ist natürlich unglaublich bitter. Er ist disqualifiziert worden für einen großen Fehler", sagte Tennis-Legende Boris Becker als TV-Experte bei Eurosport. Becker war in der Vergangenheit drei Jahre Trainer von Djokovic.

Für den Serben setzt sich damit ein turbulentes Jahr fort. Anfangs dominierte Djokovic die Szene und gewann die Australian Open. Während der Corona-Pause sorgte er dann mit seiner Adria Tour für negative Schlagzeilen und wurde selbst positiv auf das Virus getestet. Zuletzt sorgte er dann auch noch mit der Gründung einer neuen Spielergewerkschaft für Aufsehen. Alles lief in New York darauf hinaus, dass Djokovic seinen 18. Grand-Slam-Titel gewinnen würde.

Nun wird Djokovic alle seine Weltranglistenpunkte von den US Open und das bislang verdiente Preisgeld verlieren, wie der amerikanische Tennisverband mitteilte. Weitere Strafen könnten noch hinzukommen. Laut übereinstimmenden Medienberichten verließ Djokovic ohne eine Pressekonferenz schnell die Tennis-Anlage der US Open. 

US Open: Kerber mit chancenlosem Auftritt

Die große Chance von Zverev auf sein zweites Halbfinale bei einem Grand-Slam-Turnier in diesem Jahr und das Achtelfinal-Aus von Angelique Kerber rückten völlig in den Hintergrund. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin ein bisschen schockiert, wenn ich ehrlich bin", sagte Zverev. 

Kerber wirkte nach ihrem lange chancenlosen Auftritt beim 1:6, 4:6 gegen die Amerikanerin Jennifer Brady derweil gefasst und richtete ihren Blick schnell auf die French Open, die am 27. September beginnen. "Viel Zeit habe ich nicht, um mich auf Sand umzustellen, aber die Zeit muss ich gut nutzen", sagte die 32-jährige Kielerin. "Es war gut, dass ich das Wettbewerbsgefühl wieder hatte. Paris ist noch mal das Ziel, das ich habe."

Dass das Tableau der Damen coronabedingt ausgedünnt ist, konnte die Linkshänderin nicht für ihren ersten Viertelfinaleinzug bei einem Grand-Slam-Turnier seit dem Wimbledon-Triumph vor zwei Jahren nutzen. Nach den souverän gewonnenen ersten drei Matches war sie von manchen schon als Mitfavoritin gehandelt worden. 

mod DPA

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