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US Open: Haas verspielt Einzug ins Achtelfinale

Das war's: Als letzter Deutscher verspielte Thommy Haas bei den US-Open den Einzug ins Achtelfinale. Es war ein Match der vergebenen Chancen gegen den Spanier Fernando Verdasco. Doch der Deutsche war nicht der einzige Favorit, der ins Straucheln geriet.

Im Spiel der verpassten Chancen stach auch die Trumpfkarte Thomas Haas nicht mehr. Ratlos, freudlos und glücklos verabschiedete sich der Wimbledon-Halbfinalist am Tag der Favoritenstürze bei den US Open in der dritte Runde als letzter der 19 deutschen Tennisprofis von Flushing Meadows. "Wenn man solche Matches verliert, ist es besonders bitter", meinte der 31-Jährige. In 3:45 Stunden unterlag er dem an Nummer zehn gesetzten Spanier Fernando Verdasco 6:3, 5:7, 6:7 (8:10), 6:1, 4:6 und wusste nur zu genau, wie unnötig diese Niederlage war. "Es ist so ärgerlich", sagte der Weltranglisten-21. und schüttelte über sich selbst den Kopf, "so viele Höhen und Tiefen in einem Match. Man kämpft stundenlang, und nach ein paar Fehlern hier und da ist die ganze Arbeit dahin."

Haas hätte den Sieg nie aus der Hand geben dürfen

Bis zum 5:4-Break im zweiten Satz dominierte Haas die Partie - und konnte sich in wichtigen Momenten felsenfest auf seinen Aufschlag verlassen. Doch als es galt, den Sack zuzumachen, ging fast alles daneben. Konnte der zweite Satz noch als Betriebsunfall verbucht werden, so war der Rest ein Beispiel für verschenkte Möglichkeiten.

Allein im fünften Satz hätte Haas den Sieg nie und nimmer aus der Hand geben dürfen. Verdient war er mit 3:1 in Führung gegangen. "Aber er hat dann wieder unmenschliche Bälle gespielt", berichtete er und stand am Ende mit leeren Händen da. Auch die Hoffnung, als einer der besten acht Profis der Saison bei der ATP-Weltmeisterschaft in London dabei zu sein, hat er aufgegeben. "Das ist vorbei", meinte Haas. In der zweiten US-Open-Woche, die wie im Vorjahr kein deutscher Tennisspieler erreichte, sei "nun wieder Fernsehen angesagt. Und immer die Gleichen gucken, wie sie um den Titel spielen."

Kohlschreiber nur ein laues Lüftchen

Nicolas Kiefer und Philipp Kohlschreiber gehören nicht dazu. Auch sie konnten die schwache Bilanz der deutschen Tennisspieler nicht aufpolieren. Dabei bot Kiefer vor 24.166 Zuschauern in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) eine begeisternde Vorstellung und brachte im Match gegen Rafael Nadal das riesige Arthur-Ashe-Stadion zum Brodeln. "Das war wirklich Gänsehautfeeling pur und macht Lust auf mehr", erzählte der Hannoveraner. Nur im ersten Satz war er ein Spielball des Top-Favoriten. Dann aber bot er dem Spanier drei Stunden lang einen heißen Kampf auf teilweise atemberaubendem Niveau - und musste sich schließlich doch mit 0:6, 6:3, 3:6, 4:6 geschlagen geben.

Dem Sturm der Begeisterung um Kiefer ließ Kohlschreiber ein laues Lüftchen folgen. Der Start war okay - der Rest war Schweigen. So lautete das ernüchternde Fazit nach dem 6:4, 2:6, 3:6, 3:6 des Augsburgers gegen den Tschechen Radek Stepanek. Der Weltranglisten-24. schaffte es wieder nicht, bei den US Open das Achtelfinale zu erreichen. Das ist ihm bei Grand Slams überhaupt nur zweimal in Australien (2005/2008) und in diesem Jahr bei den French Open in Paris gelungen. "Ein so schlechtes Spiel nutzt ein erfahrener Spieler natürlich aus. Ich bin ins offene Messer gelaufen."

Scharapowa und Roddick raus

Einen trüben Tag erlebten bei hochsommerlichem Sonnenschein auch Tennis-Beauty Maria Scharapowa, Publikumsliebling Andy Roddick und in der Nachtschicht Dinara Safina. Hochgelobt und hochgehandelt scheiterte das Trio in der dritten Runde. Die Weltranglisten-Erste Safina muss nach dem 4:6, 6:2, 6:7 (5:7) gegen die 19-jährige Tschechin Petra Kvitova weiter auf ihren ersten Grand-Slam-Titel warten. Ihre Vorgängerin Scharapowa (beide Russland) stolperte mit 6:3, 4:6, 5:7 über die 17-jährige Amerikanerin Melanie Oudin. Für den Tennis-Teenie war es das zweite Highlight bei den US Open nach dem Sieg gegen Olympiasiegerin Jelena Dementjewa. In Nadja Petrowa trifft sie nun erneut auf eine Russin.

Und Roddick schied nach einem Marathon gegen seinen Landsmann John Isner aus. Fast vier Stunden lang überboten sich die Amerikaner mit hammerharten Aufschlägen - bis der 2,06 Meter große Isner mit 7:6 (7:3), 6:3, 3:6, 5:7, 7:6 (7:5) die Oberhand behielt. Wimbledonfinalist Roddick schlug 20 Asse, Isner 38 und bekommt es jetzt mit Verdasco zu tun. Der Weltranglisten-Erste Roger Federer schwächelte unterdessen im Duell der Tennis-Väter gegen den Australier Lleyton Hewitt. "Es ist wichtig, auch an solchen Tagen durchzukommen", sagte der Schweizer nach dem 4:6, 6:3, 7:5, 6:4. Gegner des fünfmaligen Seriensieger im Achtelfinale ist der Spanier Tommy Robredo, gegen den er alle acht Vergleiche gewonnen hat.

DPA / DPA

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