WINTERSPORT Lila und »oben ohne«


Während Martin Schmitt Milka treu bleibt, ist Sven Hannawald weiter auf Sponsorensuche.

Martin Schmitt ist bereits ein lila Markenartikel. Im dritten Winter springt der Ausnahme-Könner mit einem Helm in der Farbe seines Hauptsponsors Milka.

Auch zu Beginn des neuen Winters zeigt Schmitt seine Schokoladen-Seite. Der viermalige Weltmeister bestimmte vom ersten Trainings-Durchgang beim Weltcup in Kuopio das Geschehen mit.

»Ich bin gut in Form, so wie es zum Saison-Auftakt sein muss. Klar, dass ich mit einem guten Start Selbstvertrauen für den neuen Winter tanken will. Ich bin zufrieden, kann mich ohne Ablenkungen auf das Springen konzentrieren«, sagte der 23-jährige Schwarzwälder über sein Wohlbefinden.

Hannawald auf der Suche

Daran hat auch seinen Anteil, dass Schmitts Management langfristige und zuverlässige Sponsoren für den Ausnahme-Springer der letzten drei Jahre gefunden hat. Dagegen tritt Skiflug-Weltmeister Sven Hannawald (Hinterzarten) in Kuopio nach der trotz des Mannschafts-Titels bei der WM in Lahti für ihn verkorksten letzten Saison erstmals seit Jahren »oben ohne« auf. Er hat noch keinen neuen Kopf-Sponsor.

Allerdings kündigte seine Agentur Weha-Sport aus Trier eine Mitteilung für Montag kommender Woche an, was auf eine erfolgreiche Suche für den mit 65 kg nun drei Kilo schwereren und vom Vorwurf der Magersucht befreiten Hannawald schließen lässt.

Gerüchte sprechen erneut von einer in der Sport-Werbung sehr aktiven Bier-Marke (Hasseröder). Die Harzer hatten vor dem Winter bereits Team-Weltmeister Michael Uhrmann (Rastbüchl) und Weltcup-Neuling Stefan Hocke (Oberhof) verpflichtet.

Tiefpunkt Oberstdorf

Ein Grund für den Rückzug seines bisherigen Sponsors (Warsteiner) war wohl auch die Tatsache, dass Hannawald den vergangenen Winter nach dem Skifliegen in Oberstdorf vorzeitig abgebrochen hatte.

»Oberstdorf war der absolute Tiefpunkt. Da bin ich bei 150 Metern gelandet und war einfach nur noch kaputt. Deswegen habe ich dann ja auch aufgehört. Es war vielleicht ein Fehler, dass ich mit niemandem drüber geredet habe, gerade von Sponsorenseite. Die haben sich natürlich nicht gerade gefreut. Aber es ging einfach nicht mehr«, begründete er seinen Schritt.

Erfolg durch Marken-Wechsel?

Inzwischen hat der begnadete Flieger auch seine Ski-Marke gewechselt, statt Fischer-Ski nun Sprunglatten von Rossignol unter den Füßen.

»Das war auch für mich eine neue Herausforderung. Bereut habe ich das bisher nicht. Ich komme gut mit den Ski zurecht und habe das gleiche Material wie Martin Schmitt. Ich kann also wieder voll angreifen«, betonte Hannawald, dem auch die Trainer Reinhard Heß und Wolfgang Steiert sowie Manager Werner Heinz aus dem Stimmungs- und Leistungs-Tief geholfen haben.

»Die haben mir Mut gemacht«, bekennt der 27 Jahre alte Bundeswehr-Sportsoldat. Wenn er sich bald auch keine Gedanken mehr um die Vermarktung machen muss, sollte nichts mehr neuen Erfolgen im Wege stehen. Dabei hat sich Hannawald hohe Ziele gesetzt. »Ich will besser als Martin Schmitt werden«, legte er die Latte extrem hoch.


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